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CAS Strategy with Impact

Fachhochschule
Graubünden
15.03.22 - 15:13 Uhr
Bild Fachhochschule Graubünden

An der Fachhochschule Graubünden wird ausgebildet und geforscht. Über 2000 Studierende besuchen Bachelor-, Master- und Weiterbildungsstudiengänge. In diesem Blog geben Studierende, Dozierende und Mitarbeitende Einblicke in den Hochschulalltag und in Themen, welche sie gerade beschäftigen.

Dienstagmorgen – am bewachten Kaserneneingang tausche ich meine Identitätskarte gegen einen Zutrittsbadge aus. Ungewohnt. Es ist erst das zweite Mal, dass ich in dieser Kaserne bin – oder irgendeiner Kaserne. Nicht nur die Teilnehmenden, sondern auch ich komme mit der Betreuung des CAS Strategy with Impact in Berührung mit Neuem. Im Unterrichtszimmer, ähnlich einer Aula mit grosser Leinwand und Tischen in U-Form, stehen bereits die Namensschilder der Teilnehmenden bereit. Sie sind je nach beruflichem Background mit einer anderen Farbe markiert – öffentliche Verwaltungen oder Unternehmen und marktwirtschaftliche Unternehmungen. Diese bunte Mischung ist es auch, was den Kurs in den Augen der Teilnehmenden so spannend macht. Vertreten sind Personen aus ganz unterschiedlichen Organisationen, wie zum Beispiel Divisionär Germaine J.F. Seewer, Kommandant Höhere Kaderausbildung der Armee; Michael Vetter, Director Sales Air Systems bei der RUAG und Myriam Gessler, Abteilungsleiterin am Pädagogischen Zentrum für Hören und Sprache (HMS). Sie alle kommen zusammen, um von unterschiedlichen Perspektiven zu profitieren und gemeinsam zu erarbeiten, was für einen erfolgreichen Transformationsprozess benötigt wird und wie ein Change gelingt.

Kursauftakt – Jürg Kessler, Dozent, deckt mit den Teilnehmenden Unterschiede und Vorurteile gegenüber dem zivilen respektive militärischen Führungsstil auf. Als Oberst i Gst und Rektor der FH Graubünden kennt er beide Seiten. Myriam Gessler resümiert die Quintessenz des Unterrichtsblockes folgendermassen: «Ohne Unternehmenskultur keine erfolgreiche Veränderung.»
Nicht nur im Rahmen dieser Unterrichtssequenz, sondern auch in den Kaffeepausen ergeben sich viele anregende Gespräche. So erzählt mir Dirk Schöttelndreier, dass eben genau dieser Austausch ihm erlaubt, andere Perspektiven anzunehmen und so schnell, wenn nicht gar exponentiell dazu zu lernen. Von Michael Vetter erfahre ich, dass die RUAG inmitten eines Transformationsprozesses steckt und der Dialog mit Militärangehörigen ihm dabei hilft, die Ansprüche seiner Kunden besser zu verstehen.

Nachmittag – Dozent Urs Frey führt die Studierenden an das Thema «Denken in Zusammenhängen» heran und zeigt auf, wie wir alle laufend bewusst und unbewusst unterschiedliche Modelle anwenden, um zunehmend komplexer werdende Sachverhalte verständlich darlegen können.

Abendprogramm – wir wechseln vom Unterrichtszimmer ins Restaurant Steinerhof in Urdorf. Es ist das Einzige in der Umgebung mit einem echten Kamin – das weiss ich nun. Wieso das so wichtig ist? Hier folgt nach einem wohltuenden Abendessen in geselliger Runde der letzte Programmpunkt des fordernden ersten Tages: ein Kaminfeuergespräch mit Katja Gentinetta; und da darf ein flackerndes Feuer nicht fehlen. Die NZZ am Sonntag  Wirtschaftskolumnsitin und politische Philosophin lockt die Teilnehmenden noch ein letztes Mal aus der Reserve. Angelehnt an die aktuellen Geschehnisse in der Ukraine entwickelt sich ein spannendes Gespräch über Werte, wie Freiheit und Sicherheit. So wird beispielsweise die Frage diskutiert, ob wir unsere Werte auch dann hochhalten können, wenn wir sie nicht verteidigen können oder wollen.

Mit diesen nachhallenden Gedanken mache ich mich auf den Heimweg und rekapituliere weitere Feedbacks der Teilnehmenden. Cilgia Giovanoli, Leiterin Marketing und Kommunikation der Academia Engiadina, zeigt sich beeindruckt von den unterschiedlichen Gedankengängen und Herangehensweisen der Teilnehmenden, die durch unterschiedliche berufliche Backgrounds andere Blickwinkel als sie selbst haben. Dirk Schöttelndreier sagt über den gesamten Kurs und insbesondere den Abend auf dem ehemaligen Heuboden des Steinerhofs, dass er selten so viele verschiedene Menschen gesehen hat, die Unterschiedlichkeiten den angemessenen Respekt zollen und zusammen etwas erarbeiten wollen. Dies zu hören, erfüllt mich mit Freude – so war es doch eine intensive Vorbereitung bis zum ersten Kurstag und für mich das erste Mal, dass ich ein Programm von den Kinderschuhen an bis zum Start aufbauen und begleiten durfte. Nach einem ersten Kennenlernen mit den Teilnehmenden freue ich mich auf weitere, spannende Tage und Unterhaltungen im zweiten und dritten Präsenzblock in Andermatt respektive an der FH Graubünden in Chur.

Im Februar 2023 startet der CAS Strategy with Impact in die zweite Runde. Informationen sind auf der Webseite zu finden. Detaillierte Informationen und Daten zur 2. Durchführung folgen.

Nadja Osterwalder, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Management und Weiterbildung (IMW) an der FH Graubünden.

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