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«So beginnt es also»

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Mauro Lorenz sucht sein Glück in Skandinavien. PRIVATARCHIV MAURO LORENZ
Südostschweiz

Spitzensport – für die meisten Athletinnen und Athleten bedeutet dies harte Arbeit, Entbehrungen und eine grosse Portion Leidenschaft. Im Format «Sportlerblog» schreiben junge Bündner Sporttalente über ihren Weg an die Spitze.

von Mauro Lorenz

«suedostschweiz.ch» begleitete Mauro Lorenz auf seinem Weg als junger Eishockeyspieler in Schweden. In regelmässiger Folge berichtete der 20-jährige Bündner in der Saison 2017/18 über die Ereignisse seiner Saison.

Hej frän Sverige! Mein Name ist Mauro Lorenz, ich bin 20 Jahre alt und im kleinen, verschlafenen, aber sehr schönem Bergdorf Lantsch/Lenz aufgewachsen. Meine Leidenschaft ist das Eishockey und über die Stationen EHC Lenzerheide-Valbella, HC Davos und HC Lugano hat mich diese zum südschwedischen Klub HC Helsingborg geführt. Wenn Ihr Euch fragt, wie es dazu kam und wie mein Leben hier aussieht, wie es mich beeinflusst und was die grössten Unterschiede sind (von Sport über Kultur bis Landschaft), dann seid Ihr herzlich eingeladen, mich während meines Abenteuers hier auf «suedostschweiz.ch» zu begleiten. Zum Start erzähle Ich Euch, wie für mich alles begann.

Mauro Lorenz im Einsatz für den HC Helsingborg. PRESSEBILD

1. Juli 2017, Kopenhagen. Das Flugzeug ist gelandet. Auf diesen Moment habe ich die vergangenen zwei Monate hingearbeitet. Endlich geht es los! Umso härter und tränenreicher der Abschied von meiner Familie in Zürich war, umso grösser ist die Vorfreude, endlich meine neue Heimat kennen zu lernen.

Das gesamte Wissen über meine neue Heimat verdanke ich Google, oder habt Ihr schon einmal von der schwedischen Kleinstadt Helsingborg gehört? Etwa 40 Minuten von Malmö entfernt und am Meer liegt der Ort. Rund 100'000 Menschen leben da. Zudem hat mir der Klub eine Wohngelegenheit und einen Arbeitsplatz versprochen. Mit diesem Wissen bin ich von Zuhause aufgebrochen und es hat bei weitem genügt, um mich zu einem Umzug zu bewegen. Anschuldigungen meiner Freunde, nur wegen den schönen schwedischen Frauen zu gehen, weise ich entschieden von mir.

«Eine Mischung aus Nervosität und Vorfreude macht sich breit – und ja, zum ersten Mal auch einfach nur Angst.»

Nach gefühlten vier Stunden Warten aufs Gepäck verlasse ich nun endlich den Flughafen in Kopenhagen. Mein Trainer, Tim Brithen, sollte mich hier abholen. Ich habe keine Ahnung, wie er aussieht, denn wir haben nur telefoniert. Ich versuche die Eishockeyschläger so ersichtlich wie möglich zu halten und hoffe, dass er mich so erkennt. Es klappt und ich bin heilfroh, denn er ist der einzige Mensch den ich im hohen Norden «kenne». Als wir die berühmte Öresundbrücke überqueren, welche von Kopenhagen nach Malmö führt, fange ich an zu schmunzeln, denn das erste, was ich auf schwedischem Boden sehe, ist eine riesige Ikea.

Während dieser Fahrt wird mir immer bewusster: Ich mache das wirklich! Immer wieder schaue ich aus dem Fenster und denke mir, hier werde ich also das nächste Jahr leben? Eine Mischung aus Nervosität und Vorfreude macht sich breit – und ja, zum ersten Mal auch einfach nur Angst.

Das Feuer brennt

Doch dann erhebt sich plötzlich eine Stadt vor uns, welche von weitem stark nach Industrie aussieht, sich von nahem aber als ein ziemlich «härzigs Städtli» entpuppt. Spätestens als wir bei der Eishalle ankommen, ist Angst kein Thema mehr, denn ich spüre wieder diese Leidenschaft, dieses schwer zu beschreibende Feuer und den Drang, an die Arbeit zu gehen. Da ist plötzlich ein Zitat aus einem meiner Lieblingsfilme, Herr der Ringe, in meinem Kopf: «So beginnt es also.»

Vergangene Saison war Mauro Lorenz Captain des Davoser U20-Teams und bestritt mit dem Fanionteam eine Partie im Schweizer Cup. Beim Division-1-Team Helsingborg, einem Klub der dritthöchsten schwedischen Liga, verfolgt der Verteidiger seinen Traum von einer Karriere im Profisport. «suedostschweiz.ch» begleitet ihn dabei.

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