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Vorwahl

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Christian
Ruch

In «Ruchs Rubrik» beleuchtet Christian Ruch Bedenkliches, Merkwürdiges und Lustiges aus der Region Südostschweiz. Das alles einmal wöchentlich und mit viel Esprit und Humor. Ob Politik, Kultur, Wirtschaft oder Sport – in Ruchs Rubrik hat all das Platz, was sich mit einem Augenzwinkern betrachten lässt.

Eigentlich liebe ich ja meine Bündner Mitmenschen sehr. Was mich aber ab und zu irritiert: Wenn man sich ihnen vorstellt, kommt es öfters vor, dass sie einem zwar freundlich die Hand reichen, aber nicht verraten, wie sie selber heissen. Ob Camenisch, Candinas, Casutt, Cahannes, Cahenzli, Capeder, Caflisch oder Capaul. Wahrscheinlich behalten sie das für sich, weil sie wissen, dass für mein schlechtes Namensgedächtnis diese Häufung von Ca-Namen ohnehin eine einzige Catastrophe ist, darum wollen sie mich nicht noch mit einem Namen mehr belasten. Schönen Dank auch!

Ich kann mir zum Beispiel nicht merken, wie dieser Jungspund bei den Präsidentschaftsanwärtern der amerikanischen Demokraten richtig heisst, für mich ist das einfach der Pete Butterkeks. Die Herren Sanders und Biden kenne ich inzwischen und kann sie auch halbwegs auseinanderhalten, obschon ich finde, dass beide Senioren eigentlich ins Bett gehörten anstatt immer bis in die Puppen auf nächtlichen Wahlveranstaltungen herumzuturnen. Jedenfalls bin ich sicher, dass es Bernie, Joe und dem Pete Butterkeks gewaltig auf denselben gegangen sein muss, dass das mit dem Auszählen bei der Vorwahl in Iowa nicht ganz so optimal geklappt hat. Sie, was kann so schwer daran sein, eine Vorwahl richtig zu organisieren? Bei uns in Graubünden klappt die Vorwahl tadellos: Wenn man 081 wählt, weiss man, aha, das ist ein Festnetzanschluss, bei 079 ein Handy. Dazu braucht es auch keine App. Das mit der App, die angeblich nicht funktioniert hat, ist eh gelogen, glaube ich. Ich glaube, die haben die Zettel mühsam von Hand ausgezählt, dann fuhr einer zum Mäckie Verpflegung holen, liess aber dummerweise die Tür offen, schwuppdiwupp! kam so eine Prärieböe und schon konnten sie wieder von vorne anfangen. Wenigstens weiss ich jetzt dank der Warterei alles über Iowa. Dass die Hauptstadt Des Moines heisst. Wahrscheinlich eine Gründung schwäbischer Auswanderer, die vor dem Saloon ihr Pferd nicht mehr fanden und fragten „Isch des moines?“

Inmitten des ganzen Elends: der arme frierende SRF-Korrespondent Peter Düggeli. Übrigens ein Churer. Und jemand, dessen Namen ich mir zum Glück merken kann. Aber der fängt ja auch nicht mit Ca an.

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