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Pfister

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Christian
Ruch

In «Ruchs Rubrik» beleuchtet Christian Ruch Bedenkliches, Merkwürdiges und Lustiges aus der Region Südostschweiz. Das alles einmal wöchentlich und mit viel Esprit und Humor. Ob Politik, Kultur, Wirtschaft oder Sport – in Ruchs Rubrik hat all das Platz, was sich mit einem Augenzwinkern betrachten lässt.

Mit den Wahlen bin ich zufrieden. Momol, Sie, das geht in Ordnung. Dass meine geschätzte Glarner Leserschaft ihrem Werner das Ständeratshösli ausgezogen hat und dafür einen Zopfi nach Bern schickt, ist sensationell. Passt aber zum aktuellen Klima-Hype, weil Greta trägt ja Zopfi. Auch wir Bündner haben uns diesmal echt nicht lumpen lassen und gleich drei Frauen in den Nationalrat gewählt. Das kam so: In Graubünden gehen immer mehr Frauen auf die Jagd. Wenn sie sogar das jetzt beherrschen, kann man sie auch getrost nach Bern schicken, wo ja so mancher Bock geschossen wird.

Trotzdem ist längst nicht alles toll an dieser Wahl. Es heisst, die CVP sei künftig Zünglein an der Waage. Chef dieser Partei ist Gerhard Pfister. Der hat, wenn ich das richtig mitbekommen habe, jetzt aber nicht mal eine Woche nach der Wahl sein Möbelhaus an die Ösis verkauft. Die Lügenpresse, von der sich Ruchs Rubrik immer deutlich distanziert, hat natürlich verschwiegen, dass Möbel Pfister in Tat und Wahrheit dem Gerhard Pfister gehört. Denn sonst hätte man mal thematisieren müssen, dass der Chef einer mehrheitlich katholischen Partei sein Unternehmen ausgerechnet an jemanden verhökert, der sich XXXLutz nennt. Ich nehme an, das ist ein Künstlername aus der nicht jugendfreien Unterhaltung für Erwachsene. Und weil der Lutz jetzt halt wahrscheinlich nur noch M oder S ist und nicht mehr XXXL, hat der Lutzträger seine Filmkarriere beendet und macht in Möbel. Sie, und an so jemanden wird ein Schweizer Traditionsunternehmen verramscht?! Unsere beiden Bündner CVP-Abgeordneten, Ständerat Stefan Engler und Nationalrat Martin Candinas, sind so nett und haben so souverän ihren Sitz verteidigt, da ist es doch wirklich himmeltraurig, dass die sich jetzt fragen müssen, was das für ein Sitz in Zukunft ist – Billigware aus Dornbirn???

Ach übrigens, damit kein Missverständnis entsteht: Ich selbst bin begeisterter Kunde von XXXLutz, schon wegen der tollen Wiener Schnitzel im Restaurant, gegen den die Ikea-Kügeli abstinken können. Aber ich darf das, denn ich bin ja kein Schweizer. Wenn ich es dann mal bin, sind Möbel Pfister und XXXLutz längst eins. Danke, Herr Pfister, das haben Sie super gemacht!

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