×

Nobelpreis

Uhr
BILD PIXABAY
Christian
Ruch

In «Ruchs Rubrik» beleuchtet Christian Ruch Bedenkliches, Merkwürdiges und Lustiges aus der Region Südostschweiz. Das alles einmal wöchentlich und mit viel Esprit und Humor. Ob Politik, Kultur, Wirtschaft oder Sport – in Ruchs Rubrik hat all das Platz, was sich mit einem Augenzwinkern betrachten lässt.

Wenn im Herbst die Blätter fallen, fallen in Skandinavien die Entscheidungen, wer die Nobelpreise bekommt. Dieses Jahr herrscht grosses Judihui, weil im Bereich Physik zwei Schweizer ausgezeichnet werden. Dafür, dass sie den ersten Planeten ausserhalb des Sonnensystems entdeckt haben. Ja, super! Haben die beiden Herren die Bewohner dieses Planeten vielleicht vorher mal gefragt, ob sie überhaupt entdeckt werden wollen? Noch dazu von einer Spezies, die gerade dabei ist, ihren eigenen Planeten erfolgreich an die Wand zu fahren? Von Schweizer Forschern würde man mehr Diskretion erwarten.

Sie, ich hätte den Nobelpreis genauso verdient. Ich war zwar in Physik nie eine grosse Leuchte, aber ich habe einen seltsamen Riss im Raum-Zeit-Kontinuum entdeckt: Im Sommer 2016 hatte ich bei der Rückkehr aus Norwegen in einem Churer Taxi mein Portemonnaie mit den norwegischen Kronen verloren. Also zumindest war ich ziemlich sicher, es im Taxi verloren zu haben. Dann vor einigen Monaten die sensationelle Entdeckung: Das Portemonnaie tauchte in den Malerutensilien meiner Lieblingsbündnerin wieder auf. Hammer, oder!? Ich vermute, dass es in Churer Taxis sogenannte Einstein-Rosen-Brücken aka Wurmlöcher gibt, durch die Gegenstände Zeit und Raum überwinden können. Sollten Sie also mal etwas in einem Churer Taxi verlieren, und sei es nur Ihr Gebiss oder Ihren Verstand – null Problemo! Im Jahr 2021 taucht alles in Ihrer Küchenschublade wieder auf.

Auch der Nobelpreis für Chemie ist eine einzige Lachnummer. Den bekommen diesmal drei Forscher für die Erfindung von Akkubatterien. Einer der Geehrten ist der Amerikaner John Goodenough. Mein Handy-Akku ist aber nie so good enough, als dass er dann noch täte, wenn man ihn bräuchte. Etwa wenn die SBB wieder mal so nett sind, in ihren steckdosenlosen Vintage-Waggons von Chur nach Zürich zu rumpeln. Das aber ist Mr. Goodenough völlig wurscht, er streicht gewissenlos das Preisgeld ein, egal ob mein Handy Strom hat oder nicht.

Fehlt nur noch, dass Noch-SBB-Chef Andreas Meyer den Friedensnobelpreis bekommt. Wohlmöglich dafür, dass man in alten Zügen nicht telefonieren kann, weil der Handy-Akku leer ist. Und man endlich mal seinen Frieden hat.

Kommentar schreiben

Kommentar senden