×

Boris

Uhr
KEYSTONE
Christian
Ruch

In «Ruchs Rubrik» beleuchtet Christian Ruch Bedenkliches, Merkwürdiges und Lustiges aus der Region Südostschweiz. Das alles einmal wöchentlich und mit viel Esprit und Humor. Ob Politik, Kultur, Wirtschaft oder Sport – in Ruchs Rubrik hat all das Platz, was sich mit einem Augenzwinkern betrachten lässt.

Wenn ich dieser Zeitung glauben darf, ist ein Grossteil der Bündner Prominenz derzeit in Wehweh, oder wie dieser Ort am Genfer See heisst. Denn dort, in Wehweh, feiert man gerade die «Fête de Vinaigrette». Dieses weltgrösste Salatsossenfestival findet nur alle 300 Jahre statt und darum ist Graubünden diesmal Ehrengast. Weil es bei der letzten «Fête de Vinaigrette» Graubünden noch gar nicht gab. Also als Kanton.

Wenn Sie sich jetzt fragen, was der Ruch da für einen Stuss zusammenschreibt und ob er sich über die noble «Fête des Vignerons» in Vevey nicht mal vorher hätte sachkundig machen können, frage ich zurück: Who cares? Das ist Englisch, und in England kann man sogar Premierminister werden, wenn man sich irgendeinen Quatsch aus den Fingern saugt. Das jedenfalls demonstriert gerade Boris Johnson. Er regiert neuerdings das Vereinigte Königreich von Fish and Chips und lässt viele eurozonenkompatible Festländer Erschröckliches erwarten. Liegt natürlich auch am Namen. Wir Deutschen assoziieren mit Boris nicht nur glanzvolle Wimbledon-Siege, sondern halt auch und vor allem Körpersaftaustausch in hoteleigenen Wäschekammern mit Unterhaltsfolge.

Apropos Körpersaft: Der jetzige britische Premier hat sich als Brüssel-Korrespondent des «Daily Telegraph» einen Namen gemacht, indem er beispielsweise schrieb, die EU plane nur noch Kondome mit einer Breite von 54 Millimetern zuzulassen, weil die Italiener eher kleine Schnäbi hätten. Also eher so im Cipollata-Massstab. Die Lügenpresse behauptet jetzt, diese Geschichte sei erstunken und erlogen gewesen, aber als männlicher EU-Bürger versichere ich Ihnen hoch und heilig, dass wir deutschen Männer mit unserem eher bratwurstähnlichen Gemächte alle Mühe hatten, unser bestes Stück in diese Mini-Tütli zu pfrümeln. Nein, Sie, auf den Boris lass ich nix kommen – das ist ein witziger Kolumnistenkollege, der uns ebenso viel Unterhaltungswert bescheren wird wie der reale Donald ennet dem Teich. Nur schon die Frisur ist ähnlich lustig.

Leider haben wir nicht solche originellen Politiker. Unsere sind immer so brav und bieder und sorgen nie für irgendwelche Eskapaden. Nicht einmal, wenn sie ans Salatsossenfestival nach Wehweh dürfen.

Kommentar schreiben

Kommentar senden