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Jurowischen

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Israel Eurovision Song Contest
Luca Hanni of Switzerland performs the song 'She Got Me" during the 2019 Eurovision Song Contest grand final rehearsal in Tel Aviv, Israel, Friday, May 17, 2019. (AP Photo/Sebastian Scheiner)
Sebastian Scheiner
Christian
Ruch

In «Ruchs Rubrik» beleuchtet Christian Ruch Bedenkliches, Merkwürdiges und Lustiges aus der Region Südostschweiz. Das alles einmal wöchentlich und mit viel Esprit und Humor. Ob Politik, Kultur, Wirtschaft oder Sport – in Ruchs Rubrik hat all das Platz, was sich mit einem Augenzwinkern betrachten lässt.

Ein spannendes Abstimmungswochenende steht uns bevor! Morgen entscheidet sich, ob wir, wenn ich das richtig verstanden habe, auch weiterhin bewaffnet sein dürfen, ohne dass es weniger AHV gibt und die Steuern erhöht werden. Zusätzliche Spannung gibt es in Graubünden: Hier wird darüber abgestimmt, ob man bei der Sonderjagd aus einer neuen Bergbahn von Chur auf Brambrüesch trächtige Hirschkühe abknallen darf. Oder sowas.

Wenn Ihnen das alles zu kompliziert ist, empfehle ich Ihnen eine etwas einfachere Abstimmung, und zwar heute Abend beim Eurovision Song Contest, kurz ESC, dem grossen völkerverbindenden Fest des geschmackvollen Schlagers. Eurovision wird Jurowischen ausgesprochen, weil sich die ebenfalls stimmberechtigten Juroren immer mal wieder die Augen wischen ob dem, was sie da alles präsentiert bekommen. Am liebsten sehe ich die gerne etwas korpulenteren Künstlerinnen osteuropäischer Provenienz, bei deren von gutturalen Zischlauten durchwirkten Darbietung man nie so recht weiss, ob die Damen nun gerade einen Orgasmus, Hitzewallungen, Zahn- oder Regelschmerzen haben, aber trotzdem oder gerade deshalb Höchstpunktzahlen kassieren.

Mit Spannung warte ich auch immer auf den Beitrag aus Finnland, in der EU leider das einzige Land, das ab und zu im Rahmen eines therapeutischen Singens verhaltensauffällige Teilnehmer entsendet. Aber in Finnland gibt es ja auch den Wettbewerb, Ehefrauen durch die Gegend zu tragen, insofern verwundert das nicht weiter. Wobei ich hoffe, dass wir von den Finnen endlich auch das mal beim ESC zu sehen bekommen. Was ich diesmal aber besonders bedenklich finde: Italien ist mit einem Mahmood vertreten und ich wundere mich, dass Rechtsaussen-Innenminister Salvini so etwas zulässt. Aber der ist ja auch kaum im Büro, da hat er das wahrscheinlich nicht so richtig mitbekommen.

Ach ja übrigens, die Schweiz ist diesmal ausnahmsweise auch dabei! Und so wird an diesem Abstimmungswochenende Luca Hännis Stimme in ganz Europa zählen – und nicht nur wie sonst daheim in der Urne.

graubuenden@suedostschweiz.ch