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Del Curto

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SCHWEIZ EISHOCKEY DAVOS RUECKTRITT DEL CURTO
KEYSTONE
Christian
Ruch

In «Ruchs Rubrik» beleuchtet Christian Ruch Bedenkliches, Merkwürdiges und Lustiges aus der Region Südostschweiz. Das alles einmal wöchentlich und mit viel Esprit und Humor. Ob Politik, Kultur, Wirtschaft oder Sport – in Ruchs Rubrik hat all das Platz, was sich mit einem Augenzwinkern betrachten lässt.

Es hätte alles so schön werden können. Leuchtende Kinderaugen, die den Zauber des Advents bestaunen. Fröhliche Arbeitnehmer, die sich dank Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt endlich einmal ohne schlechtes Gewissen nach Feierabend die Kante geben können. «Last Christmas» von Wham! bis zum Abwinken. Ja, es hätte wirklich schön werden können. Doch mittlerweile sind die Lichterketten wieder verräumt und nie wird ein Flämmchen des Adventskranzes unser dunkles Herz erhellen.

Denn dieses Jahr fällt Weihnachten in Graubünden aus, weil ein ganzer Kanton kollektiv trauert. Am Dienstag hat sich der Himmel verfinstert und die Vögel stürzten tot zur Erde. Grabesruhe legte sich über die 150 Täler. Der Grund: Arno Del Curto ist nicht mehr Trainer des HC Davos. Jemand soll gesagt haben, das sei wie wenn der Papst stürbe, nur noch schlimmer. Denn Arno Del Curto ist eine lebende Legende: Er trainierte den HCD schon, als 1436 in Davos der Zehngerichtenbund gegründet wurde. Genauso unvergessen: Wie er und seine Jungs im 19. Jahrhundert beim Bau der Bahnlinie von Landquart ins Landwassertal halfen. Arno Del Curto war es auch, der zusammen mit dem Arzt Alexander Spengler Tuberkulosekranke nach Davos holte, die nur ein Spiel des HC Davos sehen mussten und schon waren sie auf wundersame Weise geheilt. Als ich nach Graubünden kam, ich gestehe es, war mir der Name zunächst völlig unbekannt. Als ich dann zum ersten Mal ein Bild von Herrn Del Curto sah, dachte ich, komisch, der sieht aber sehr intellektuell aus. Meine Theorie seitdem: Arno Del Curto ist in Wirklichkeit ein Soziologie-Professor, der den HC Davos als Forschungsobjekt für eine grossangelegte Langzeit-Studie verwendet hat, die nun abgeschlossen ist.

Die Welt ist trotzdem zu Recht erschüttert. Und dass der Davos-Gast Donald J. Trump dazu noch nichts getwittert hat, ist wirklich ein Skandal. Mein Appell in dieser verzweifelten Lage: Kommen Sie zurück, Herr Del Curto! Erfüllen Sie uns nur diesen einen innigen Wunsch! Damit es auch für uns Weihnachten wird.

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