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KKS und Amherd

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KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER
Christian
Ruch

In «Ruchs Rubrik» beleuchtet Christian Ruch Bedenkliches, Merkwürdiges und Lustiges aus der Region Südostschweiz. Das alles einmal wöchentlich und mit viel Esprit und Humor. Ob Politik, Kultur, Wirtschaft oder Sport – in Ruchs Rubrik hat all das Platz, was sich mit einem Augenzwinkern betrachten lässt.

Ich habe mir lange überlegt, ob ich zu den Bundesratsvakanzen überhaupt Stellung nehmen soll. Denn zum einen geht mich als Scheinasylanten das gar nichts an. Das alleine wäre noch kein Hinderungsgrund, ich schreibe hier ja laufend über Dinge, die mich nichts angehen. Aber zum andern hat Ruchs Rubrik doch einen gewissen Wirkungsgrad – kurz nach meinen launigen Bemerkungen über Johann Schneider-Ammann trat dieser nämlich zurück. Sorry, war dann nicht so gemeint, im Fall.

Aber egal! Zu Karin Keller-Sutter (kurz KKS, nicht zu verwechseln mit dem Luzerner Musentempel KKL oder dem ebenso abgekürzten Kernkraftwerk Leibstadt) ist zu sagen, dass ich ein wenig Bedenken habe: Kann man eine St. Galler Hardlinerin in dieses Amt wählen? Konkret gefragt: Ist Senf zur Bratwurst weiterhin legal? Interessant finde ich den Beruf des Ehemanns von KKS: Morten Keller ist Gerichtsmediziner. Sollte seine Gattin rein politisch Leichen im – Hihi! – Keller haben, sind sie dort also in besten Händen. Ebenso im Rampenlicht wie KKS steht die mögliche CVP-Bundesratskandidatin Viola Amherd. Bei ihr stellt sich die Frage, ob sie überhaupt einzeln wählbar ist, denn eine Viola allein richtet nicht viel aus, da braucht es auch noch eine Violine, eine Bratsche und ein Violoncello, um ein komplettes Streichquartett aufbieten zu können. Und ein solches wäre angesichts der vielen Misstöne im Bundesrat dringend geboten. Der Nachname könnte die Herren der SVP bei den Hearings dazu verleiten, sie zu fragen, warum, wenn sie schon Amherd heisse, sie denn nicht dort bleiben wolle, immerhin sei das doch der natürliche Platz für eine Frau.

Sie sehen: Es gibt noch Klärungsbedarf. Immerhin habe ich einen neuen Verwendungszweck für Johann Schneider-Ammann. Er könnte Schweizer UN-Botschafter werden. Denn der reale Donald hat die Idee, Töchterchen Ivanka zur Nachfolgerin seiner UN-Botschafterin Nikki Haley zu machen, was bedeutet, dass Schneider-Ammann der von ihm doch etwas umschwärmten First Daughter oft begegnen würde. Ein Traumjob, oder?