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Frühstücksbuffets

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PIXABAY
Christian
Ruch

In «Ruchs Rubrik» beleuchtet Christian Ruch Bedenkliches, Merkwürdiges und Lustiges aus der Region Südostschweiz. Das alles einmal wöchentlich und mit viel Esprit und Humor. Ob Politik, Kultur, Wirtschaft oder Sport – in Ruchs Rubrik hat all das Platz, was sich mit einem Augenzwinkern betrachten lässt.

Als ich unlängst in den Norden reiste, wurde ich mit diversen Frühstücksbuffets konfrontiert. Und da besteht ein deutliches Nord-Süd-Gefälle: Üppigkeit in Skandinavien, Kargheit in Italien. Italienische Frühstücksbuffets bestehen aus vertrockneten Panini, Gipfeli mit irgendeiner süsslichen Füllung und jenem eingepackten Knabberzeug, mit dem man sich schon am Vorabend beim Warten auf die Pizza beschäftigt hat.

Mögen sich Frühstücksbuffets im Detail auch unterscheiden, so gibt es doch gewisse Konstanten. Nr. 1: Immer ist der Fruchtsaft alle und so tröpfelt nur ein müdes Rinnsal aus diesem Automat. Wenn man dann aber beim Vorgang des Auffüllens, den man mehrmals anmahnen muss, sieht, dass sich der Saft in hygienisch zweifelhaften Pappkartons befindet, mag man meistens gar keinen mehr. Nr. 2: Auch Rührei hat es nie genug. Wobei es ganz wichtig ist, dass das Rührei nicht zu flüssig ist. Flüssiges Rührei erinnert nämlich deutsche Reisende gern an ihre Ausscheidungen in Folge einer Magen-Darm-Grippe, die dann in extenso geschildert wird – «Sie, das kam wie Wasser!» Um dieser Konversation zu entfliehen, steht man schnell auf und holt sich noch ein Weggli. Trifft dort aber auf Konstante Nr. 3: Wo ist die Konfi? Sie ist generell nie dort, wo man sie vermuten würde, sondern meistens bei den eingelegten Gurken. Hat man die Konfi endlich gefunden, verschmiert man mit ihr nicht nur den Teller, sondern sich auch gleich noch das frische Hemd, weil die wenigsten Hotels diese neckischen Portionierschälchen haben. Das versaute Hemd ärgert einen dann dermassen, dass man vergisst, sich ein Sandwich zu schmieren und es heimlich im Rucksack verschwinden zu lassen. Insofern ist die Konfi-Attacke wahrscheinlich Absicht der Hotelleitung.

Umso mehr liebe ich das Intercity-Hotel in München! Dort bietet das Frühstücksbuffet sogar Weisswürste, Brezen und süssen Senf. Nehme ich immer sehr gern, weil man sich so das Mittagessen sparen kann. Sie wissen ja: Geiz ist geil. Und ein bisschen deutsch bin ich halt immer noch.

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