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Moderne Führungskräfte lernen von Bandleaderinnen

Haempa
Maissen
19.09.22 - 09:54 Uhr
Kein Matador: Heute braucht es Bandleaderinnen.
Kein Matador: Heute braucht es Bandleaderinnen.
Bild Unsplash Vale Arellano

Haempa Maissen ist Wertschöpfungsdirigent und Brückenbauer. In loser Folge lässt er seinen Gedanken rund um den Arbeitsplatz freien Lauf.

Ungewissheit und Ambiguität sind ein bedeutender Teil des Alltags eines Bandleaders, einer Bandleaderin – und ebenso des Führungsalltags. Bandleaderinnen stehen unter grossem Zeitdruck, denn die nächste Tour kommt. Der nächste Pitch bestimmt auch. Dabei bedeutet Agilität für mich nicht einer chronischen Unruhe zu verfallen, sondern Mut haben; kreativ sein, dazulernen, Neues ausprobieren, Bewährtes hinterfragen und vor allem achtsam und empathisch sein. Wir brauchen innerhalb der Unternehmen wieder mehr Jam-Sessions.

Denn der Erfolg einer Unternehmung hängt, ganz wie der einer Band, mehr denn je davon ab, ob die Mitarbeitenden ihre Talente einbringen können, diese gefördert und gefordert werden. Der Bandleader, die Bandleaderin ist die Führungskraft im Unternehmen, die eben nicht nur führt, sondern auch Teil eines Teams, der Band, ist. Was in der Musik funktioniert, ist auch in der Wirtschaft möglich. Teammitglieder übernehmen Führungsaufgaben, die sonst nur bei der Führungskraft liegen. So habe ich als Chef eine besondere Verantwortung, die es als Mitarbeitende zu spiegeln gilt. Wenn der Gitarrist oder die Bassistin nicht mitmacht oder den Einsatz versäumt, bricht die Band auseinander.

Nur mit einem stetigen Miteinander und flachen Hierarchien kann die beste Leistung als Team abgerufen werden. Denn am Ende des Tages wird ein Song gemeinsam komponiert und präsentiert. Der Führungsstil von morgen ist also einer, der auf Transparenz, Vertrauen, Kreativität, Diversität und emotionaler Intelligenz basiert. Ist das neu? Nein, denn sonst würden Bands wie Metallica und Rolling Stones nicht bis heute bestehen.

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