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Liebestolle Verhörer

Liebestolle Verhörer

Single
Bock
vor 3 Monaten in
PEXELS

Bau ein Haus, pflanz einen Baum, mach ein Kind – dass dieser Lebensentwurf nicht zwangsläufig auf jeden Menschen zugeschnitten ist, beweisen die anonymen Liebesbriefe ans wunderschöne, elende Single-Leben. Ein Hoch auf Selbstgespräche, Dosen-Ravioli und Liebeleien.

«Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum», schrieb Friedrich Nietzsche. Für den Philosophen Arthur Schopenhauer war die Musik die höchste aller Künste – und auch in meinem Leben spielt die Musik eine grosse Rolle. (Habe ich mich gerade mit Nietzsche und Schopenhauer in einem Atemzug genannt?)

Musik weckt Emotionen oder verstärkt sie. Wer hat sich nicht schon mal mit gebrochenem Herzen einer rührseligen Musik-Playlist hingegeben und sich selbst tränenreich bemitleidet oder seine verliebtheitsbedingte Euphorie durch Lieblingslieder in höhere Sphären gehoben?

Nun ist es aber auch so, dass man, je nach Stimmung, Inhalt und Sinn von Liedern missinterpretiert. Vermeintlich romantische Liebeslieder sind eigentlich Beschreibungen von Ehebruch und Misstrauen und euphorische Partysongs werden zu Oden an das Ende einer Beziehung. Ich habe mich mal auf die Suche nach missinterpretierten Liedern gemacht und möchte euch meine Auswahl nicht vorenthalten.

Whitney Houston – Saving All My Love For You

«A few stolen moments is all that we share, cause you’ve got your family and they need you there», singt Whitney. In dem Lied gehts also um Ehebruch.

In diesem Police-Hit singt Sting keine romantische Ode an seine Liebste. Vielmehr geht es um Kontrollwahn und Eifersucht. Es beschreibt also eher die Sicht eines Stalkers und passt demzufolge eher nicht auf eine Hochzeitsplaylist. Als das Lied geschrieben wurde, befand sich die Ehe von Sting am Ende.

Ein Riesenpartykracher, bei dem es darum geht, in einer lieblosen Beziehung zu stecken und nicht herauszukommen. Also nichts mit Friede, Freude, Eierkuchen – vielmehr Beziehungskiller.

Die emotionale Powerballade und Bonne Tylers rauchige Stimme machen den Song zu einem gern gehörten und emotionalen Klassiker. Geschrieben wurde er von Jim Steinman – für ein Musical über Vampire. Der ursprüngliche Titel war dann auch «Vampires in Love». Hört man sich den Text genau an, merkt man, dass es um die Macht der Dunkelheit geht.

Auch wenn Bryan Adams im Herbst 1959 geboren wurde, geht es in dem Lied nicht darum, sich wehmütig an seine Kindheitstage im Sommer 1969 zurückzuerinnern, sondern darum, im Sommer Sex zu haben. Der Song ist ein Verweis auf die 69er-Stellung beim Sex, wie Bryan Adams 2008 in einem Interview mit CBS News erzählte.

Auch dieser Song könnte gut auf einer Hochzeitsplaylist auftauchen und die dazugehörige Gesellschaft zum Tanzen bringen und gute Laune verbreiten. Der Hintergrund des Tracks ist ein viel düsterer. Es geht um einen Schüler, der seine Nerven verliert und Amok läuft. «All the other Kids with the pumped up Kicks, You’d better run, better run, faster than my Bullet.»

Eines meiner Lieblingslieder. Ich kann den gesamten Text auswendig. Wird gerne als langsame Tanznummer gespielt. Billie Joe Armstrong, der Sänger von Green Day, schrieb den Song über seine Ex, die ihn verlassen hatte, um nach Südamerika zu ziehen. Good Riddance wird vom Online-Wörterbuch «leo.org» mit «Ein Glück, dass ich die los bin!» übersetzt.

Der wohl kitschigste Song in meiner Liste. Houston hat den Song gecovert. Das Original stammt von Dolly Parton. Als Titellied des Films «Bodyguard» wurde das Lied zum wohl grössten Hit von Whitney Houston. Im Song geht es aber nicht darum, dem oder der Angebeteten seine ewige Liebe zu gestehen und in eine rosa bebrillte Zukunft zu reiten. Im Text sieht die Sängerin ein, dass die Beziehung keine Zukunft hat und entschliesst sich, ihren Partner zu verlassen. Sie wünscht ihm nur das Beste und dass er ein schönes Leben führt.

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