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Schiisluun

Uhr
Monday, Monday!
Single
Bock

Bau ein Haus, pflanz einen Baum, mach ein Kind – dass dieser Lebensentwurf nicht zwangsläufig auf jeden Menschen zugeschnitten ist, beweisen die anonymen Liebesbriefe ans wunderschöne, elende Single-Leben. Ein Hoch auf Selbstgespräche, Dosen-Ravioli und Liebeleien.

So…jetzt hat sie mich auch erwischt – die Schreibblockade. Mir fällt beim besten Willen nicht ein, was ich euch diese Woche erzählen könnte. Dabei ist es ja eigentlich ein grosses Privileg, einen solchen Blog zu schreiben. Die thematische Stossrichtung ist nur sehr grob vorgegeben («Irgendwas mit Singledasein») und man kann sich eigentlich komplett austoben. Sozusagen eine «Carte clair-grise» (blanche wäre sie bei kompletter Vogelfreiheit). Es klingt so verdammt verlockend, alle zwei Wochen irgendwas zu schreiben. Seinen Gedanken freien Lauf lassen zu können, neue Wortkreationen zu schaffen, auf der Klaviatur der eigenen (gerne überschätzten) Eloquenz zu klimpern und der Menschheit ungefragt die eigene Meinung Kund zu tun.

Was aber, wenn man für das Verfassen dieses Textes den Darth Vader unter den Montagen erwischt hat? Einen Montag, der schon nach dem mühseligen Aufstehen das Prädikat «Arschlochtag» verdient hat. Nicht, weil irgendwas Schlimmes passiert wäre. Einfach nur, weil Montag ist und dieser Montag sich dazu entschieden hat, eine allenfalls vorhandene Motivation in einem unfairen Box-Match aufs Übelste zu verprügeln und in der Ring-Ecke liegen zu lassen. Während sich die Motivation aufzurappeln versucht und immer wieder daran scheitert, wünscht man sich in der Zwischenzeit einen Fliessbandjob, bei dem man sein Hirn im Tiefschlaf lassen kann und die Arbeit durch motorische Automatismen erledigt wird.

Kennt ihr solche Tage? Wie grabt ihr euch unter der Last der mentalen Montag-Prügel hervor? Hilft euch jemand dabei? Wäre das nicht wundervoll? Einen Weggefährten (also in meinem Fall eine Gefährtin), der es versteht, wenn man den Montagmorgen nun mal nicht ausstehen kann. Jemand, der mit der «Schiisluun» (wie sie «Züri West» mal beschrieben haben) umgehen kann. Einem im richtigen Moment aus dem Weg geht, um kurz danach Verständnis für eine unsachliche Motztirade über irgendeine Nichtigkeit zu zeigen. Jemand, der einem trotz allem einen wunderschönen Tag wünscht, was man – der momentanen Laune geschuldet – höchstens mit einem unverständlichen Grummeln quittieren mag.

Ich bin froh, dass sich solche Montage auf ein halbwegs tolerierbares Mass beschränken. Nichtsdestotrotz wünschte ich mir, solche Montage – oder zumindest die ersten Stunden davon – mit jemandem verbringen zu können, der mir und meiner Motivation irgendwie dabei hilft, sich aus den Seilen aufzurappeln und den Rest des Montags in Angriff zu nehmen. Das nächste Mal wäre man dann selbst Aufsteh- und Gehhilfe für das Gegenüber. Es ist ja schliesslich nicht jeder Montag ein Schiisluun-Tag.

Also: Welche Dame kann von Zeit zu Zeit mit einem grumpy Man umgehen und mit ihm zusammen die Welt für ein paar Stunden hassen? Ich verspreche als Gegenleistung moralischen Beistand, wenn die Schiisluun mal dich erwischt, und 46 von 52 Montagen, die dann doch nicht ganz sooooo schlimm sind. Vielleicht kann ich ja bald von einer Montagskriegerin berichten.

In der Zwischenzeit erfreue ich mich an der Tatsache, dass mein beschissener Montag zumindest für einen weiteren Singleblog-Beitrag gereicht hat.

Passt auch euch auf und lasst euch von Arschloch-Montagen nicht den Rest der Woche vermiesen.

Euer Singlebock

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