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Während der obligaten Frühlingsgrippe in Erinnerungen schwelgen

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Südostschweiz

Spitzensport – für die meisten Athletinnen und Athleten bedeutet dies harte Arbeit, Entbehrungen und eine grosse Portion Leidenschaft. Im Format «Sportlerblog» schreiben junge Bündner Sporttalente über ihren Weg an die Spitze.

von Luana Flütsch

Die 24-Jährige aus St. Antönien ist Skirennfahrerin im B-Kader von Swiss Ski. Vergangene Saison debütierte sie im Weltcup. Dies, nachdem sie sich von einer komplizierten Schienbeinverletzung zurückgekämpft hatte. Im aktuellen Blog erzählt Flütsch, was nach Saisonende so alles auf sie zugekommen ist.

Erkältet und erschöpft sitze ich vor einem Berg Mathematik, den es nun zu bezwingen gilt. Die Saison 18/19 ist bereits Geschichte. Die letzten zwei Rennen in Corvatsch wurden vorzeitig abgesagt und somit endete die Saison im Samnaun nach drei Trainingstagen. Und wie es so schön sein musste, folgte die jährliche Ende-Saison-Grippe ziemlich schnell.

Die Schweizermeisterschaften liefen nicht wie gewünscht, einzig der Kombislalom gelang mir sehr gut und weckte die alte Liebe zum Slalomfahren wieder, was bei mir stets noch zu meinen Lieblingsdisziplinen gehört, auch ohne Wettkämpfe.

Zwischen Logarithmengesetzen und quadratischen Funktionen muss ich manchmal innehalten und diesen Winter nochmals revue passieren lassen, denn das geht gerne in Vergessenheit. Die Zeit vergeht wie im Flug und ehe man sich umsieht steckt man bereits mitten in der neuen Saison.

Luana Flütsch auf dem Europacup-Podest. BILD: FACEBOOK/LUANA FLÜTSCH

Wieder einen Schritt vorwärts gemacht

Deshalb tut es gut gewisse Situationen, Momente und Ereignisse nochmals durch den Kopf gehen  zu lassen und für einen kurzen Augenblick in Erinnerung zu schwelgen. Denn was war das wieder für ein verrückter Winter? Die ersten Europacuppodeste, die erste Weltcupabfahrt, das erste Mal in den Top 30 und der fünfte Rang im Europacupranking… Für mich unglaublich, auch wenn das nur kleine Erfolge auf einem so harten und langen Weg sind. Doch ich weiss wie schmal der Grat zwischen Erfolg und Misserfolg, Gesundheit und Verletzung ist, deshalb bin ich einfach unglaublich dankbar. Positiv ist, dass es wieder einen Schritt vorwärts ging und ich gesundheitlich seit der letzten Operation noch nie so wenig Beschwerden durch eine Saison hatte.

Verglichen zu den gefühlsmässig langen Sommer- und Herbstmonaten, vergehen die anderen extrem schnell. Das viele Reisen und die kurzfristigen Änderungen lassen einen die Zeit vergessen. So auch wenn man gesund ist und ohne Zweifel und Schmerzen Vollgas geben kann. Nun liegt es nicht mehr in meiner Hand, was als nächstes passiert, denn das wird in den folgenden Wochen bei den Selektionssitzungen von den Trainern entschieden. Insbesondere wie genau die Gruppeneinteilungen aussehen werden.

Skitouren sind Luanas Leidenschaft - nach der Rennsaison. BILD: FACEBOOK/LUANAFLÜTSCH

Für mich gibt es nun kurz Zeit für Erholung und mich der Schule zu widmen, bevor das Konditionstraining wieder voll startet. Auch meine Skitourensaison kam dieses Jahr nicht zu kurz und es stehen noch einige bevor in nächster Zeit, wohl meine grösste Leidenschaft neben dem Skifahren😊 Der Mathematikberg wird aber auch nicht kleiner und die Abschlussprüfungen folgen schon bald, in diesem Sinne wünsche ich allen schöne Ostern.

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