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Stress oder Frust

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YANIK BÜRKLI
Reto
Furter

...beschreiben Journalistinnen und Journalisten ihren Alltag und den - manchmal beschwerlich - langen Weg von einer Idee zu einem Text, einem Beitrag oder Foto.

Am Donnerstag war etwas los in Graubünden. Am Morgen, um 5 Uhr, brannten die Frostkerzen in den Reben – unsere Fotografen waren dabei. Um 10 Uhr präsentierte das Regionalspital Surselva in Ilanz dann ein Gemälde von Rudolf Mirer – wir waren dabei. Zur gleichen Zeit fand in Cazis die Jahresversammlung der Viehzuchtorganisation Bruna Grischuna statt – da waren wir leider nicht dabei. Ebenfalls um 10 Uhr informierte das Flimsfestival über sein neues Programm.

Schliesslich informierte die Kantonspolizei Graubünden, auch um 10 Uhr, über die Unfallstatistik des letzten Jahres. Natürlich waren wir auch dort dabei. Um 10.30 Uhr informierte die Klibühni dann über ein neues Theaterstück – wir waren dabei. Um 11 Uhr schliesslich fand eine Medienkonferenz für die nächste Landwirtschaftsausstellung Agrischa statt – mit uns. Um 13 Uhr waren wir an einer Probe der Kadettenmusik dabei, und um 14 Uhr fand dann eine sehr kurzfristig einberufene Medienkonferenz der Psychiatrischen Dienste statt, natürlich waren wir auch dort. Um 14 Uhr tagte zudem der Grosse Davoser Landrat – auch darüber berichten wir.

Ganz alltäglich sind solche Tage nicht. Manchmal läuft weniger, manchmal noch viel mehr. Eine Tageszeitung lebt natürlich von solchen Anlässen, von solchen Medienterminen. Aber eben nicht nur: Die richtig guten Geschichten, jene, über die man spricht, entstehen meist nicht so, sondern wir suchen sie und im besten Fall entdecken wir sie dann auch. Wir haben eine Idee, entwickeln sie, recherchieren – und schreiben dann die Geschichte, wenn es tatsächlich eine ist. Und falls nicht? Dann hat ein Redaktor, eine Redaktorin einen Tag Arbeit investiert, hat dennoch nichts aufs Papier gebracht – und geht frustriert nach Hause.

Kontaktieren Sie unseren Südostschweiz-Leiter Graubünden: reto.furter@somedia.ch