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Ueli Maurer ist der beste Kurdirektor

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Alphorn-Konzert vor dem Mailänder Dom, 26. September 2015 BILD: SWISSIMAGE
Hans Peter
Danuser

Hans Peter Danuser und Amelie-Claire von Platen sind im Engadin zu Hause und zeigen uns ihren Blickwinkel. Was bewegt Land und Leute? Wo ist das Engadin stark und wo hinkt es einzelnen Mitbewerbern hinterher? Und was geschieht auf politischer Bühne? Der Blog «Engadin direkt» berichtet persönlich und authentisch.

Dieser Titel hat in den letzten Tagen Furore gemacht. Die NZZ hat ihn über ein Interview gesetzt, das sie mit mir geführt und am letzten Augustsamstag publiziert hat (30.08. 2020, S.15). Seither werde ich mit Kommentaren aller Art eingedeckt, was mich hier zu einigen Präzisierungen veranlasst.Das Zitat stimmt. Ich habe das wörtlich so gesagt, spontan zwar, aber ich stehe voll dazu. Erstens weil Bundesrat Maurer mit seinem legendären Aufruf an seine Landsleute, ihre Ferien heuer in der Schweiz zu verbringen, einen Trend gesetzt hat, der dem Schweizer Tourismus unzählige Logiernächte gebracht hat.

Typisch Maurer: mit Mut, Engagement und optimalem Timing am richtigen Ort das Richtige sagen. Resultat: hohe Aufmerksamkeit, starke Wirkung – Aufgabe und Ziel jedes Kurdirektors und Finanzministers.

Das ist aber nur die eine, aktuelle Seite. Ich kenne Ueli Maurer seit Jahrzehnten. Er ist unglaublich fleißig, leistungsstark und wirksam. Stille Schaffer gibt viele hierzulande, aber entscheidend ist letztlich das Resultat. Ueli Maurer hat dafür ein Beispiel geliefert, das ich persönlich an vorderster Front miterlebt habe und besagten NZZ-Titel erst recht sanktioniert.

Vor fünf Jahren fanden drei Schweizer Jubiläen statt, die jedes andere Land mit Freude, Stolz und Dankbarkeit gefeiert hätte: 500 Jahre Neutralität  (Marignano 1515), 200 Jahre Unabhängigkeit und Friede (Wiener Kongress 1815). Drei Werte also, die sich für die Bevölkerung unseres Landes sehr bewährt haben, insbesondere die 200 Jahre Frieden auf einem Kontinent, der in dieser Zeitspanne viele verhehrende Konflikte und zwei Weltkriege erleiden musste.

Die Schweiz hat nicht gefeiert. Da fasste sich der Eidgenössische Jodlerverband auf Initiative der St. Moritzer Alphornbläser ein Herz und organisierte auf eigenes Risiko einen spektakulären 'Festakt' im Ausland: über 400 Alphornbläser/innen, Fahnenschwinger, Tambouren und Gardisten in Tracht zu zwei Konzerten am 26. September 2015 in Mailand – alle per SBB und/oder Postauto gleichentags hin und zurück.

Bundesrat Ueli Maurer begleitete dabei eine befreundete Alphorngruppe und war in deren Tracht gegen 20 Stunden unterwegs, obwohl er hätte fliegen können. Erstes Konzert über Mittag im Schweizer Pavillon der Weltausstellung Expo 2015: Kaiserwetter mit der Rekordzahl von 260 000 Tagesbesuchern. Akustische Reichweite des Alphorns 8 km. So viele Zuhörer bei so vielen Alphörnern hat es in der Geschichte noch nie gegeben, schon gar nicht im Ausland.

Dank Ueli Maurer und seinem Status als 'Minister' der Schweizer Regierung fuhren die acht prall gefüllten 'Bläser-Autobusse' mit Polizei-Eskorte in Rekordzeit von der Expo zum Domplatz in der Mailänder Altstadt: überall non-stop bei Rotlicht vorbei - ein einmaliges Erlebnis für die Schweizer Landsleute, die sich alle wie kleine Staatspräsidenten vorkamen....

Dann der Aufmarsch auf dem legendären Domplatz: 500 Jahre nach Marignano übernahmen die Schweizer optisch und akustisch für drei Stunden die Kontrolle über diesen gewaltigen Platz, eingewiesen und abgeschirmt von italienischen Carabinieri.

Das Konzert begann und endete mit der populären Pastoral-Melodie aus der Ouvertüre der Schweizer 'National-Oper' Wilhelm Tell von Gioachino Rossini, inklusive Postauto-Dreiklang. Und Ueli Maurer hielt eine träfe Festrede.

Mailands Vize-Bürgermeister, der dank seines Namens Filippo del Corno / 'vom Horn', Platz und Konzert gegen alle Usanz und Befürchtungen an einem Samstagnachmittag bewilligt hatte, begrüßte uns Schweizer mit Respekt und Humor. Er sah in den 400 Alphörnern symbolische, 3,5 Meter lange 'Tunnels mit Südportal', die den Mailändern den Gotthard-Basistunnel ankündigten, der in 8 Monaten eröffnet werde und die 8 Mio. Schweizer seiner Stadt näherbringe. 

Unser Besuch hatte es ihm so angetan, dass er den Schweizer Magistraten, Botschaftern, Journalisten und Organisatoren das Ratsgebäude samt Balkon über dem Domplatz zur Verfügung stellte - erstmals in der Stadtgeschichte. 

Seit jenem Mega-Anlass, der in der Schweiz viel weniger bekannt ist als im Ausland, ist Ueli Maurer für mich klar der 'beste Kurdirektor', nicht erst seit seinen flammenden Corona-Rede ...

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