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180 Südostschweizer auf hoher See

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Die «MSC Fantasia» am Hafen von Genua. BILD: SUEDOSTSCHWEIZ.CH
Hans Peter
Danuser

Hans Peter Danuser und Amelie-Claire von Platen sind im Engadin zu Hause und zeigen uns ihren Blickwinkel. Was bewegt Land und Leute? Wo ist das Engadin stark und wo hinkt es einzelnen Mitbewerbern hinterher? Und was geschieht auf politischer Bühne? Der Blog «Engadin direkt» berichtet persönlich und authentisch.

Südostschweizer sind vom Typ her Bergler, und für die meisten Passagiere der ersten SOMEDIA-Kreuzfahrt war dies die erste Woche auf See. Ich war skeptisch und teilte die üblichen Vorurteile gegenüber diesem «Massengeschäft» menschliche «Batteriehaltung», touristischen «Inselflutung», Umwelt- und Klimasünder … Seit Beginn des Jahres habe ich mich über Kreuzfahrten schlau gemacht und mehrere Blogs darüber geschrieben: 26. März, 7. Mai und 24. September 2019.

Die Woche auf See war dann so stark, dass ich vom Saulus zum Paulus geworden bin Hier einige Reminiszenzen und Eindrücke dazu:

  • Organisation und Ablauf waren perfekt und komfortabel: zwei Postauto-Doppeldecker brachten 120 Passagiere und Musiker nach Genua und zurück; ein Drittel reiste individuell an.

  • Die MSC Fantasia ist 333 Meter lang, hat 18 Decks/Stöcke, 1370 Mitarbeiter und gut 4000 Passagiere an Bord. Die gesamte SOMEDIA-Gruppe war mit rund 200 Personen ein Miniteil davon, der sich auf dem Riesenschiff wie eine Grossfamilie fühlte.

  • Tagsüber ging jeder seinen Hobbies und Präferenzen nach, abends sorgten Francine Jordi, Marie Louise Werth, die Calimeros und andere für Stimmung. Am einzigen vollen Reisetag auf See – zwischen Ibiza und Neapel – traten die Alphornbläser, die Kapelle Oberalp, Trompeten-Sigi und Stefan Roos/Markenbotschafter Heidiland am Lido Pool auf dem 15. Deck auf.

  • Sonst fuhr die Fantasia nachts, und wir wachten stets im Hafen einer neuen Stadt auf – ohne packen zu müssen.

  • Dieser Rhythmus brachte uns auch dem Meer näher – einer krassen Kontrastwelt zu den Bergen. Susi Schildknecht fasst ihre Empfindungen dazu sehr träf zusammen: «Ein Schiff, das keine Ferienwünsche offenlässt, schönste Hafenstädte und Inseln, täglich wechselnde Kulissen. Das Glück auf hoher See ist ein spezielles. Diese blaue Weite, diese Ahnung von Unendlichkeit und tiefer Ruhe: Wellness für die Seele, Geist und Körper ist fundamentaler Teil des Angebots,» (SOS, 28. 9. 2019, S. 16)

  • Persönliche Höhepunkte für mich waren neben unseren Alphornkonzerten am Pool und im fünfstöckigen Atrium die beiden Tagesauflüge nach Amalfi und die Cinque Terre mit vier UNESCO-Welterben, Bus, Schiff, Eisenbahn, Capri- und Vesuv-Blicken und allem was sonst noch dazugehört. Das alles an zwei aufeinander folgenden Tagen. Das ist nur auf einer Kreuzfahrt oder einer ungleich teureren Privatyacht möglich.

  • Speziell ist auch die MSC Reederei, die weltweit einzige Kreuzfahrtgruppe in Familienbesitz und -management. Wir spüren das auf Schritt und Tritt an Bord, beim Service, Ambiente und Qualität im Speisesaal, den Kabinen… Der Süditaliener Gianluigi Abonte, gelernter Matrose und späterer Kapitän eines Kreuzfahrtschiffes gründete die Gesellschaft 1970 zusammen mit seiner Schweizer Frau. Heute ist MCS bei den Kreuzfahrtschiffen weltweit die Nummer drei und will die Zahl ihrer Passagiere von zur Zeit gut zwei auf fünf Mio. pro Jahr steigern. Im Frachtbereich ist MSC mit 510 Schiffen der weltweit zweitgrösste Anbieter von Containerschiffen. MSC ist heute in 150 Ländern tätig und beschäftigt 70‘000 Mitarbeiter. Ihren Hauptsitz hat MSC im Binnenland Schweiz, in Genf mit Büros in Basel und Zürich. G. Abonte ist 78-jährig und Präsident der MSC. Seine Frau Raffaela verantwortet die Innenausstattung der Kreuzfahrtschiffe – und zwar exzellent! Schwiegersohn Pierfrancesco Vargo führt den Bereich Kreuzfahrtschiffe und Fähren. Uns alle hat er mit einem persönlichen Brief an Bord willkommen geheissen. Die MSC fühlt sich Mensch und Natur verpflichtet und arbeitet eng mit UNICEF zusammen. Ein respektvoller Umgang mit den Weltmeeren und die kontinuierliche Entwicklung neuer Umwelttechnologien sind zentraler Bestandteil ihrer Unternehmungsphilosophie.

Aufgrund des überzeugenden Erfolgs dieser ersten Südostschweiz Kreuzfahrt mit Stars der Schlager- und Volksmusikszene fasst die SOMEDIA eine weitere Fahrt dieser Art für 2021 ins Auge. Für das Alphorn Ensemble Engiadina St. Moritz wäre das ein passender Jubiläumsanlass zum 30. Geburtstag – und 730 Jahre Schweiz.

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Am 13.01.2020 im Blick gelesen; wie Kreuzfahrt dem Klimawandel begegnet…
Giacumin Bass 7537 Müstair

In der Vergangenheit gerieten Reedereien in die Kritik, die Umwelt zu belasten. Die neue Generation von Schiffen beweist mittlerweile, wie nachhaltig Kreuzfahrten sein können. Die Costa SMERALDA ist das neue Flaggschiff der italienischen Costa-Gruppe. Sie besticht mit noch schönerem Design, mit noch mehr Maßnahmen für nachhaltiges Reisen. Die SMERALDA ist das erste Schiff der Reederei, das auf See und im Hafen mit verflüssigtem Erdgas betrieben wird: LNG, Liquefied Natural Gas, ist das sauberste fossile Brennstoff der Welt und macht das Schiff zu einem Pionier in der Kreuzfahrtbranche. Schwefeldioxiddemissionen und Partikel werden mit diesem Treibstoff nahezu eliminiert (95-100 %), der Ausstoß an Stickoxid wird um 85% gesenkt, der von CO2 um bis zu 20%. Bis 2020 will Costa CO2-Emissionen der Flotte um 40% reduzieren und bis 2023 sollen fünf Schiffe mit der innovativen Technologie betrieben werden.
Costa beschränkt seine Bemühungen aber nicht nur auf Antrieb, sondern hat alle Bereiche an Bord überarbeitet und dabei weitere Optimierungen realisiert: Dazu zählen die angepasste Form des Schiffsrumpfes für leichteres Manövrieren und innovative Technik für alle Bordservices. Die Effizienz der Motoren, Pumpen und Ventilatoren wurde erhöht, zudem wird die Rest wärme in der Küchen und von den Motoren genutzt. Die Costa SMERALDA verfügt sogar über eine Moderne Entsalzungsanlage, mit welcher Meerwasser aufbereitet wird. In der Wäscherei und bei den Strahlarmaturen und Duschen/WC werden zwischen 30 und 50% Wasser eingespart.
Abfallmanagement und Recycling werden bis zu 100% der festen Abfälle an Bord getrennt-deutlich mehr als in der trenn freudigsten Hauptstadt Europas, Ljubliana, wo 68% der Abfalle getrennt werden. Einwegplastik wie Röhrli, Besteck, Teller und Becher sowie Verpackungen für Zucker oder Kosmetika werden nach und nach von den Costa-Schiffen verbannt. So sollen bis 2020 jährlich 50 Tonnen an Kunststoff eingespart werden.
Auch bei Lebensmitteln soll Verschwendung der Vergangenheit angehören. Von der Zubereitung der Mahlzeiten über die direkte Beteiligung der Gäste sowohl auch am Buffet werden Lebensmittel erfasst um Abfälle zu vermeiden. Die Costa SMERALDA ist im Dezember 2019 erstmals in See gestochen; eine ganz neue Ära der Kreuzfahrt!

httpswww.blick.ch/services/publireportage-wie-die-kreuzfahrt-dem klimawandel-begegnet-id15696787.html

Herr Danuser haben Sie das 10 vor 10 mit dem Beitrag über MSC gesehen. Ich lese Ihre Blogs immer mit Interesse. Ich denke Sie sollten Ihre Meinung über diese Firma nochmals überdenken. Freundliche Grüsse. Jürg Mengelt

Allegra Herr Mengelt

Danke für Ihren Hinweis und sorry für die späte Antwort. War unterwegs. 10 vor 10 habe ich nicht gesehen, kenne aber die Kreuzfahrt Problematik für Umwelt und Klima. MSC ist sich deren auch bewusst und arbeitet dran. Als Familien-eigene und -geführte steht diese wenigstens mit ihrem Namen und Geld in der Verantwortung und kann sich nicht in der Anonymität wechselnder Investoren und Manager verstecken, wie ihre grossen Mitbewerber.

Herzlich

HPDvP

   

 

 

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