×

Die «Best of the Alps» in St. Moritz

Uhr
Hans Peter
Danuser

Hans Peter Danuser und Amelie-Claire von Platen sind im Engadin zu Hause und zeigen uns ihren Blickwinkel. Was bewegt Land und Leute? Wo ist das Engadin stark und wo hinkt es einzelnen Mitbewerbern hinterher? Und was geschieht auf politischer Bühne? Der Blog «Engadin direkt» berichtet persönlich und authentisch.

Die Vertreter der «Best of the Alps»(BOTA)-Gruppe haben Ende März 2019 in St. Moritz ihr Jahrestreffen durchgeführt. Die zwölf klassischen Ferienorte aus den fünf Alpenländern arbeiten seit 30 Jahren strategisch zusammen und bündeln ihre Kräfte bei der Bearbeitung der Überseemärkte.

Das Gespräch unter den Teilnehmern beschränkte sich keineswegs auf die Mitgliedsorte. Gerade beim Thema «Frühlingsgeschäft» schwärmten meine ehemaligen Kollegen von Erfolgen ausserhalb der BOTA-Gruppe. Alle lobten zwar die perfekten Pisten auf Corviglia/Piz Nair, konnten aber kaum glauben, dass diese schon zwei Wochen vor Ostern geschlossen werden – St. Moritz ist der höchst gelegene BOTA-Ort. Zermatt ist Mitte April ausgebucht (Zermatt Unplugged-Festival), in Courchervel sind die 300 Skilehrer bis Ende April ausgelastet, Chamonix hat mit einem neuen Saisonschluss-Event Ende April (Musilac-Rockfestival) grossen Erfolg, Samnaun/Ischgl ist der erfolgreiche Pionier dieser Pistenkonzerte und Laax füllt seine Betten und Frühlingspisten mit gut 140‘000 Stammgästen, die über die famose Bergbahn-App jederzeit virtuos informiert und geködert werden können.

Von den BOTA-Orten bewirtschaftet Lech/Zürs den Frühling am erfolgreichsten und ist bis Ostern stark gebucht. Dabei priorisieren die Bergbahnen und Touristiker dort weniger die IT-Kanäle, sondern die Qualität und «Weite» der Pisten. Da viele Ältere, Unternehmer, Familien, Frauen und Familien Angst vor überfüllten Pisten und Rasern haben, wirbt Lech/Zürs mit dem Gegenteil. Ab 14‘000 Ersteintritten pro Tag werden die Kassen geschlossen. Qualität schlägt Quantität. Pionier dieser Strategie ist Deer Valley in USA. Interessant ist auch, wie die Arlberger die jüngsten und ältesten Pistengäste pflegen: Kinder bis acht Jahre erhalten einen Saison-Skipass für zehn Euro, Senioren ab 75 Jahren für 137 Euro.

Perfekte Pisten und Gastrobetriebe reichen im Frühlingsgeschäft allerdings nicht aus. Auch im Ort sollten Ambiente und Betrieb herrschen, die Gastlichkeit ausstrahlen. Ein Kollege von Sammy Salm, ehemaliger Verkaufschef des Kurvereins St. Moritz und seit Langem CEO der BOTA, staunt, dass in der zweiten Märzwoche kein einziger Spazierweg über den dick gefrorenen St. Moritzersee führt – wie zum Beispiel auf den Silvaplaner- und Silserseen, und auch keine Sitzbänke mehr zum Verweilen einladen. Der Blick auf den leeren See signalisiert ihm, dass die Wintersaison hier offenbar abgeschlossen ist.

Sammy Salm ist den BOTA seit Beginn der 1990er-Jahre eng verbunden. «Best of the Alps» ist heute das Markenzeichen für die grosse Tradition der Gastfreundschaft und Pionierleistungen jener alpinen Ferienorte, die die Schönheit ihrer Bergwelt mit den Anforderungen an modernen und aktiven Urlaub im Sommer und Winter gut kombiniert haben. Diese «Classic Mountain Resorts» stehen auch für die mythenhafte Aura weltbekannter Gebirgsmassive und Berge, wie die Dolomiten, das Mont-Blanc-Massiv, Piz Bernina und Palü… Die Gruppe «Best of the Alps» hat sich gerade in Übersee in der Reisebranche eine starke Stellung erarbeitet und gilt dort als verlässliche Botschafterin der gesamten Alpenregion.

Kommentar schreiben

Kommentar senden