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Advent, Advent!

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Amelie-Claire
von Platen

Hans Peter Danuser und Amelie-Claire von Platen sind im Engadin zu Hause und zeigen uns ihren Blickwinkel. Was bewegt Land und Leute? Wo ist das Engadin stark und wo hinkt es einzelnen Mitbewerbern hinterher? Und was geschieht auf politischer Bühne? Der Blog «Engadin direkt» berichtet persönlich und authentisch.

Mein vierjähriger Sohn fragt mich schon seit Tagen, wie oft wir noch schlafen müssen, bis das Christkind kommt. Jetzt zählen wir erst einmal die Tage bis zum ersten Dezember und dem Start der schönsten Zeit des Jahres – dem Advent. Dann wird es ja richtig gemütlich mit all den glitzernden Lichtern, Nelken- und Zimtduft im Haus, Kerzenlicht und funkelnden Kinderaugen voller Vorfreude und Erwartungen!

Um dann die Tage bis zum grossen Fest zu zählen, gibt es einen Adventskalender. Und dieser fällt bei uns etwas anders aus als gewöhnlich. Wir haben weder einen gekauften Schoggikalender mit 24 Türchen, noch kleine aufgehängte Säcklein mit kleineren oder grösseren Geschenken und Süssigkeiten.

Wir stellen ein selbstgebautes Engelhaus auf, das vor bald 40 Jahren meine Mutter aus einigen Holzlatten zusammengenagelt hat. Bis Weihnachten kommt jede Nacht ein kleiner Engel dazugeflogen und reiht sich in den Engelchor ein. Jeder ist anders: mit Schlitten, mit einem Musikinstrument, singend, mit einem Päckchen in der Hand, mit Glorienschein, zum Teil selbst gebastelt.

Mit den Jahren habe ich meine Lieblingsengel, auf die ich mich besonders freue, wenn sie endlich ankommen. Und morgens gleich nach dem Aufstehen haben wir unser kleines Adventsritual. Wir gehen als Erstes zum Engelhäuslein, zünden die grosse Kerze an, ziehen die Spieluhr mit «Stille Nacht, heilige Nacht» auf, die es schon in meiner Kindheit gab, und begrüssen den neuen Engel! Unser Sohn hat das Engelhaus schon parat gestellt und freut sich erwartungsvoll auf die Ankunft des ersten Gastes!

Es gibt natürlich noch viele andere Dinge, die uns die Wartezeit bis Weihnachten verschönern und verkürzen. Dazu gehört auch das Vorlesen und Geschichtenerzählen. Passend dazu ist soeben das erste Schweizer Adventskalenderbuch erschienen: «Der Salamichlaus und das verschwundene Christkindli» von Frank Baumann.

Was ein Adventskalenderbuch ist, wusste ich nicht, bis ich nun neugierig anfing, in dem Buch zu blättern. Jede zweite Seite im Buch ist verschlossen und kann dank Perforierung aufgetrennt werden. Aber bitte erst zur richtigen Zeit! Also keine Türchen, sondern Buchseiten, in denen dann in 24 Kapiteln die Geschichte vom Salamichlaus erzählt wird. Die Seiten dazwischen sind bunt illustriert und verraten vielleicht schon das eine oder andere Detail des turbulenten Weihnachtsmärchens. Eingestreut und nicht «verschlossen» sind Weihnachtslieder, Versli und Guetzli-Rezepte. Aber am liebsten würde ich schon gleich anfangen zu lesen. Ich warte geduldig auf das erste Engeli und lese dann meinem Sohn statt die herkömmlichen Gute-Nacht-Geschichten täglich ein Kapitel aus dem Adventskalenderbuch vor. Nur noch 24-mal schlafen – bis das Christkind kommt!

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