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Demokratie braucht keine «Kopfjäger»

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YANIK BÜRKLI
Hans Peter
Danuser

Hans Peter Danuser und Amelie-Claire von Platen sind im Engadin zu Hause und zeigen uns ihren Blickwinkel. Was bewegt Land und Leute? Wo ist das Engadin stark und wo hinkt es einzelnen Mitbewerbern hinterher? Und was geschieht auf politischer Bühne? Der Blog «Engadin direkt» berichtet persönlich und authentisch.

In der Privatwirtschaft ist die entscheidende Bedeutung guter Chefs bekannt. Sie gibt Unsummen dafür aus, die besten CEO, Präsidenten, Direktoren für ihre Unternehmen und Organisation zu gewinnen und der Konkurrenz abzuwerben. Dazu setzt sie spezialisierte Kopfjäger ein, diesen Job professionell ausführen.

Bei demokratischen Wahlen von Gemeinde- und Stadtpräsidenten, Rats- und Parlamentsmitgliedern der Exekutive und Legislative kommen keine Suchprofis zum Einsatz, sondern politische Parteien, spezifischen Gruppierungen und die Kandidaten selbst.

Die Wahlschlacht um das St. Moritz Gemeindepräsidium wurde emotional entschieden, ohne sachliche Evaluation und Bewertung der Eignung der beiden Kandidaten für das Amt. Die gleiche Ausgangslage besteht auch bei den bevorstehenden Wahlen in den St. Moritzer Gemeindevorstand. Er besteht aus vier Mitgliedern und dem Gemeindepräsidenten, die zusammen für die nächsten vier Jahre die Exekutiv-Behörde der Gemeinde sind. Hätte ein Headhunter den Auftrag, das Gremium nach sachlichen Kriterien aus dem Kreis der Kandidaten zu evaluieren, würde er mit hoher Wahrscheinlichkeit und Priorität den langjährigen St. Moritzer Eventdirektor Martin Berthod zur Wahl empfehlen.

Ob der objektiv gute Mann am Sonntag aber auch gewählt wird, hängt in einer Demokratie von ganz anderen Kriterien ab. Seine Partei, die SVP, war im St. Moritzer Gemeindevorstand bisher nicht vertreten und mobilisiert in der Regel weniger Wähler als die CVP, FDP und Unabhängigen, etc. Die einzige Möglichkeit, diesen wertvollen Kandidaten zum Erfolg zu bringen, sind persönliche Verlautbarungen, Mund-zu-Mund-Werbung, etc. etwa in Form von Leserbriefen in Lokal- und Regionalmedien. Das habe in diesem Falle auch ich versucht. Am Sonntag wird sich zeige, ob der Text gewirkt hat:

Martin Berthod ist ein sicherer Wert

Ich freue mich, dass Martin Berthod als Gemeindevorstand kandidiert. Das ist ein Glücksfall für St. Moritz.
1981 holten wir ihn als jungen Sportsekretär ins Engadin. Das war nach der Ski-WM 1974 ein «Schleuderjob» mit viel Wechsel (Giger, Hauri, Nold, Forster, …). Martin Berthod blieb bis heute, 37 Jahre lang, 25 Jahre als Stellvertreter des Kurdirektors, dann als Direktor der neuen Tourismusabteilung der Gemeinde.

Er organisierte in dieser Zeit mit seinen Teams und Partnern gegen 8000 Sport- und Kulturveranstaltungen in und um St. Moritz, darunter Weltpremieren wie Polo auf Schnee, Gourmet Festival, British Classic Car Meeting, etc., Aber auch Weltmeisterschaften in diversen Sportarten. Anfang der 1990er-Jahre übernahm er in einer legendären Sitzung in Thusis die Schweizer Ski-WM-Kandidatur von den Laaxern nach ST. Moritz und ermöglichte so die beiden WM-Anlässe 2003 und 2017.

Martins Kompetenz und Erfahrung als Event-Manger ist einmalig, sein weltweites Beziehungsnetz zu Präsidenten und Entscheidungsträgern wichtiger Sportverbände wie IOC, FIS, den Weltverbänden von Bob, Segeln, Pferdesport… ist beeindruckend. Das alles bleibt St. Moritz im Fall seiner Wahl erhalten. Martin Berthod ist für seinen Nachfolger, St. Moritz und das ganze Engadin der beste Botschafter und Türöffner, den ich kenne. Die Sport- und Kulturwelt kennt ihn und vertraut ihm. Das macht ihn zum Glücksfall für das ganze Engadin. Sein Name gehört auf jeden Wahlzettel. 

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