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Der Bär und der Wolf: Fotograf Peter A. Dettling

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PIXABAY

Hans Peter Danuser und Amelie-Claire von Platen sind ein ungewöhnliches Paar. Und doch so ähnlich, wenn es darum geht, Sachen anzupacken. Ihr Blog-Motto ist den auch: «Der eine wartet, bis die Zeit sich wandelt, der andere packt sie an und handelt.»

Im August 2011 waren wir im kanadischen Canmore, das zwischen Banff und Calgery in den Rocky Mountains und dem Banff National Park liegt. Ein schöner Ferienort mit kleinen Cafés, Shops und der Terra Magica Gallery des Schweizer Peter A. Dettling, die zugleich auch ein «Wilderness Education Centre» beherbergt. In den Bann zogen uns die aussergewöhnlichen Naturfotografien, besonders jene mit einem Bär und einem Wolf. Wie wir erfuhren, verbergen sich hinter diesen Aufnahmen eine ganze Geschichte, die Fotograf Dettling im April 2008 über mehrere Tage beobachtet hatte. Das Schauspiel eines Wolfsrudels und eines Grizzlys erzählt er so spannenden und hat diese fotografisch festgehalten, dass man das Gefühl bekommt, selbst dabei zu sein.

Begeistert von den Fotografien kauften wir das Buch «The Will of the Land», das Dettling 2010 herausbrachte und in dem neben einmaligen Aufnahmen von Bären und Wölfen die Lebensbedingungen der Tiere im vermeintlich geschützten Gebiet des Nationalparks beschrieben sind. Durch eine vierspurige Autobahn (Trans-Canada-Highway) wird der Nationalpark geteilt, 24 grüne Brücken stehen dem Wild zur Überquerung zur Verfügung. Auch der Schienenverkehr, vorwiegend für  Güntertransport, bahnt sich durch die Wildnis und stellt eine lebensbedrohliche Gefahr für die Tiere dar. Dettling macht mit der erwähnten Publikation auf die Missstände aufmerksam, nennt die Probleme beim Namen und hält dem Leser den Spiegel der Realität vor Augen: Das von ihm über Jahre beobachtete Wolfsrudel wurde auf Strasse und Schiene ausgelöscht. Auch diese brutalen und traurigen Bilder finden Platz in seinem Buch.

So ist Dettling nicht nur Fotograf, der uns die Schönheit der Natur zeigt, sondern er führt regelrecht vor Augen, wie der Mensch die Wildnis sukzessive zerstört. Dies ist als Aufruf an Politik und Wirtschaft zu verstehen, die vom Menschen so bewunderte Unberührtheit der Natur nicht zwecks höherer Gewinne und Wirtschaftlichkeit zu zerstören.

Das Buch mit der Geschichte vom Bären und den Wölfen liegt seit unserer Rückkehr aus Amerika bei uns auf dem Tisch, wir lesen und blättern gerne darin und denken an die schönen Erlebnisse in den Nationalparks.

Im Dezember 2011 ist Peter A. Dettling, der in Sedrun aufgewachsen ist, von der Südostschweiz für sein Schaffen mit einem Preis ausgezeichnet worden («Südostschweiz», 23. Dezember 2011). Die Südostschweiz Medien kauften darüber hinaus drei Werke Dettlings für ihre Kunstsammlung unter dem Projekttitel «Kunst in der Südostschweiz» an. Da schliesst sich der Kreis unseres Galeriebesuchs im fernen Kanada, für uns überraschend, denn bis dahin realisierten wir nicht, dass Dettling Bündner ist. Umso mehr freuen wir uns mit ihm über diese Ehrung.