Trumps Aktionen sind eine Demütigung für Russland
Die US-Operation in Venezuela und das Entern russischer Tanker durch US-Soldaten sind schwere psychologische Schläge für das Moskauer Regime.
Die US-Operation in Venezuela und das Entern russischer Tanker durch US-Soldaten sind schwere psychologische Schläge für das Moskauer Regime.
Unter dem Namen Viktor Schewtschuk schreibt an dieser Stelle ein ukrainischer Offizier, Militärexperte und Politikwissenschaftler über den Verteidigungskrieg gegen Russland. Er drückt dabei seine persönliche Meinung aus, basierend auf allgemein zugänglichen Informationen.
von Viktor Schewtschuk
Die militärische Sonderoperation der USA in Venezuela wirkt sich negativ auf die internationale Ordnung aus – und sie hat paradoxe Folgen für die Ukraine. Die Invasion der USA und die Gefangennahme von Präsident Maduro wären ausserhalb des Kontexts von Russlands Krieg gegen die Ukraine und den Westen nicht so bemerkenswert gewesen. Die Vereinigten Staaten sind bekannt für ihre interventionistische Politik gegenüber lateinamerikanischen und anderen Ländern. Aber das waren Fälle während des Kalten Krieges und der unipolaren Pax Americana nach dem Kalten Krieg.
Die US-Militäraktionen Anfang 2026 dagegen werden von einer Regierung durchgeführt, die erkannt hat, dass die USA nicht in der Lage sind, ihre Macht weltweit auszuüben, und dass sie ihre globalen Aktivitäten einschränken müssen. Dieser Ansatz könnte Russland zwar Anlass geben, Amerika als schwachen Akteur wahrzunehmen. Aber die jüngsten aggressiven Aktionen der USA dürften Moskau kaum ermutigen.
Als Opfer einer illegalen und ungerechtfertigten Aggression ist die Ukraine wie andere demokratische Länder daran interessiert, die auf Recht und Regeln basierende Weltordnung zu bewahren. Im Falle der Intervention der USA in Venezuela neigen die ukrainischen Behörden jedoch dazu, Trump Erfolg zu wünschen. Aus einem einfachen Grund: Trumps Scheitern würde seine Position gegenüber Putin schwächen. Weil Putin dazu neigt, die Stärke Russlands und seine Erfolge auf dem Schlachtfeld zu überschätzen, ist das nicht das, was die Ukraine braucht.
Die meisten Ukrainer freuen sich darüber, dass Trump Putin einen Schlag ins Gesicht versetzt hat. Venezuela ist grösser als die Ukraine, verfügt jedoch über weniger Luftstreitkräfte und Luftabwehrkapazitäten. Daher war es für das US-Militär ein leichteres Ziel als die Ukraine für Russland. Die sorgfältige Planung und präzise Durchführung der amerikanischen Operation in Caracas ist trotzdem eine besondere Demütigung für Russland.
Die Demütigung ist umso grösser, als das venezolanische Militär russische Waffen einsetzte, die letztlich
nur wenig Zeit zum Feuern hatten, bevor sie von den amerikanischen zerstört wurden.
Es gibt keine Informationen über den aktuellen Status der 120 russischen Militärspezialisten, die Putin zur Ausbildung der venezolanischen Streitkräfte entsandt hatte. Es gibt keine Informationen über den Status des russischen Generals Oleg Makarewitsch, der ihre Mission leitete. Makarewitsch ist ein hochrangiger Offizier, der zuvor russische Truppen in der Region Cherson in der Ukraine befehligte.
Nach Angaben des ukrainischen Militärgeheimdienstes war er für die Sprengung des Nova-Kachowka-Staudamms am Dnipro verantwortlich. Dieses Kriegsverbrechen kostete Zivilisten das Leben, zerstörte Eigentum und schädigte auch die Umwelt.
Ein weiterer Schlag für Putin ist die Beschlagnahmung russischer Tanker durch die Amerikaner. Russische U-Boote und Kriegsschiffe, die zumindest einen der Tanker im Atlantik eskortierten, unternahmen nichts, um das Entern durch die Amerikaner zu verhindern. Sollten diese die Besatzungen der Tanker nun tatsächlich vor US-Gerichte stellen, wäre dies ein schwerer Tiefschlag für Moskau.
Es scheint, als würde die seltsame Bromance zwischen Trump und Putin eine neue Wendung nehmen. In dieser Folge der Serie ist Donnie nicht mehr naiv, und Vlad verliert die Kontrolle über sein manipulatives Spiel. Dies könnte sich negativ auf die Verhandlungen über das Friedensabkommen auswirken. Da Putin jedoch keinerlei Interesse an Frieden hat und die ukrainische Abwehrfront hält, wäre dies kein grosser Verlust.
Die eigentliche Frage ist, ob Trump in seiner Haltung zu diesem Friedensabkommen zu einem Ansatz der «Frieden durch Stärke» übergehen wird. Trump hat bisher alles getan, um ein solches Szenario zu vermeiden, aber die Falken in Washington sind jetzt aktiver.
Die Frontlinie hat sich unterdessen nicht wesentlich verändert. Der Vormarsch vom östlichen Teil der Region Saporischschja zum Fluss Dnipro hat für das russische Kommando nun Priorität. Die Zahl der russischen Angriffe pro Tag in Huliaipole entsprach an manchen Tagen der Zahl der Angriffe auf Pokrowsk.
Die Widerstandsfähigkeit der Ukraine an der Front und im Hinterland bleibt entscheidend, um Europa vor der russischen Expansion zu schützen und das zu bewahren, was von der Weltordnung noch übrig ist.
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Dieser Blog eines…
Dieser Blog eines angeblichen "anonymen ukrainischen Viktor Schewtschuk" oder man könnte auch sagen von Patrick Nigg, dem SO-Inland/Ausland-Verantwortlichen, finde ich eine Katastrophe und Armutszeugnis in Personalunion und Tateinheit.
Aber die GR-Leserschaft LIKED es.
Im Gegensatz zu all dem halte ich fest an Analyse, Denken, Logik.
Statt mich über die USA-Verbrechen gegen Venezuela zu freuen, erkenne ich längst, dass die einzige Gefahr für uns die USA sind:
Venezuela: eine Kriegserklärung der USA an die ganze Welt!
https://globalbridge.ch/venezuela-eine-kriegserklaerung-der-usa-an-die-…