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Im Churer Medienhaus grassiert das Eishockey-Fieber

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Tobias
Kreis

Im Blog «Anpfiff» berichten Journalistinnen und Journalisten jede zweite Woche aus der Südostschweiz-Sportredaktion.

Wir arbeiten im Medienhaus auf dem Churer Rossboden. Manchmal werde ich gefragt, wie es denn sei, auf einer so grossen Redaktion zu arbeiten. Eine Teilantwort auf diese gar nicht so einfach zu beantwortende Frage soll weiter unten gegeben werden. Begonnen wird diese Kolumne aber woanders; bei einem Blick aus den riesigen Glasfenstern des Gebäudes.

Es fällt auf, dass der Hochsommer vorüber ist. Am Montag haben wir in einem Artikel «zehn untrügliche Zeichen für den Bündner Herbststart» aufgelistet. Die endlich wieder staufreien Autobahnen, die Verfärbung der Lärchen sowie die bevorstehenden Alpabfahrten sind drei dieser Vorboten. Ein weiterer ist, dass die Eishockey-Saison beginnt. Morgen in einer Woche startet der HC Davos in die neue National-League-Saison. Auch in der dritthöchsten nationalen Spielklasse (MSL) mit dem EHC Chur und dem EHC Arosa wird der Spielbetrieb wieder aufgenommen. Für die Schanfigger steht mit dem Cupspiel gegen den HC Lugano das vielleicht grösste Spiel der Saison bereits am Mittwoch auf dem Programm.

Wieso aber die beginnende Eishockey-Saison genau für den Bündner Herbststart bezeichnend sein muss, kann man sich fragen. Schliesslich wird auch in allen anderen Schweizer Kantonen Eishockey gespielt. Nun, es ist einfach so, dass Eishockey bei uns die Sportart Nummer 1 ist, während sie anderswo im Lande hinter König Fussball anstehen muss. Man denke nur an Basel, wo neben dem grossen FCB alles andere ein Schattendasein fristet. In Graubünden sind natürlich auch die Skifahrer beliebt, oder die Schwinger. Und viele andere Sportarten auch. Schliesslich rühmen wir uns gerne damit, ein Sportkanton zu sein. Ein Blick auf die Klickzahlen von «suedostschweiz.ch» verrät aber, dass Eishockey-Geschichten, gerade wenn es um den HCD geht, besser als andere Sport-Geschichten gelesen werden.

Dass Eishockey der Ressort-Primus ist, ist zur Jahreszeit der Herbst-Vorboten nicht nur den Online-Klickzahlen, sondern auch den Sportredaktorinnen und Sportredaktoren im Medienhaus anzumerken. Die Kalenderwoche 37 ist in der Agenda von Zeitungs-, TV-, Radio- und Online-Journalisten fett angestrichen. Ideen werden zusammengetragen, Geschichten geplant und umgesetzt. Dabei arbeiten diese vier von Somedia unterhaltenen Kanäle Hand in Hand. Wie man sich vorstellen kann, ist die Koordination zwischen Zeitungs-, TV-, Radio- und Online-Journalisten mit gewissen Herausforderungen verbunden. Bei einem so grossen Thema wie der beginnenden Eishockey-Saison funktioniert das «konvergente Arbeiten», so der geflügelte Ausdruck im Medienhaus, indes einwandfrei. Denn nicht anders als beim Publikum ist Eishockey auch bei den Medienschaffenden ein überdurchschnittlich populäres Thema.

In persönlichen Gesprächen fällt mir auf, dass viele Journalistinnen und Journalisten – nicht nur jene aus der Sport-Ecke – einen Bezug zum Eishockey haben. Mein Vorgesetzter beispielsweise ist – es sei ihm verziehen – ein eingefleischter Anhänger der ZSC Lions. Einige haben selber einmal gespielt oder tun es immer noch. Andere schauen sich einen der Bündner Klubs regelmässig im Stadion an. Und wieder andere sind einfach vom Tempo und Spektakel des Spiels auf Kufen fasziniert. Jede und jeder scheint in Sachen Eishockey irgendwie mitreden zu können. Und so kommt es in diesen Tagen nicht selten vor, dass sich die privaten Gespräche vor, nach und manchmal auch während der Arbeit um die schnellste Mannschaftssportart der Welt drehen. Im Churer Medienhaus ist das Eishockey-Fieber ausgebrochen.

Tobias Kreis ist Online-Sportredaktor

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