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Es zählt nicht nur der Spitzensport

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Bündner Sportnacht
7. Bündner Sportnacht 2018. Fotografiert am 8. Juni 2018 Bild Yanik Bürkli
Yanik Buerkli
René
Weber

Im Blog «Anpfiff» berichten Journalistinnen und Journalisten jede zweite Woche aus der Südostschweiz-Sportredaktion.

Am Sonntag fand der Fussball-Cupfinal in Bern statt. Der FC Basel hat den «Kübel» gewonnen. Noch bis am Sonntag wird in Bratislava im Eishockey um WM-Ehrenmeldungen gekämpft. Die Schweiz ist im Rennen um den Pokal noch dabei. Noch in diesem Monat werden die Finals in der Europa League und in der Champions League ausgetragen. Die wichtigsten Trophäen des europäischen Fussballs gehen nach England, so viel steht schon fest. Wenig überraschend zählt das Mutterland des Fussballs Anfang Juni auch beim erstmals ausgetragenen Final-Four-Turnier in der Nations League zu den Sieganwärtern. Unsere besten Fussballer sind in Porto und Guimaraes übrigens auch dabei, nur damit das nicht vergessen geht. Mit Gastgeber Portugal sowie England oder Holland wird sich das Team von Vladimir Petkovic dann duellieren.

Spannung und Pokale gibt es auch an der Bündner Sportnacht. Am Freitag, 14. Juni, findet die Gala bereits zum achten Mal statt. Sportler und Sportlerinnen werden im GKB-Auditorium gemeinsam feiern. Wer in diesem Jahr als Bündner Sportler des Jahres ausgezeichnet wird, ist offen. Mauro Caviezel, Gion Schnyder, Arno Lietha oder Dario Caviezel? Alles Kandidaten, die in ihren Sportarten im Weltcup erfolgreich oder WM-Medaillengewinner sind. Oder gewinnt wieder einmal eine Sportlerin? Corin Rüttimann und Seraina Friedli sind die Kandidatinnen. Beide Nationalspielerinnen im Unihockey respektive im Fussball.

Die Phase des Publikumsvotings, das zu 50 Prozent zum Entscheidungsprozess beiträgt, dauert noch drei Tage. Am Sonntag um 23.59 Uhr ist Schluss. Im Gegensatz zu den Vorjahren, als im Vorfeld stets ein Favorit ausgemacht werden konnte, der dann aber nicht immer reüssierte, scheint jeder Wahlausgang möglich. Den Beweis dafür liefert das Voting, dass, so viel sei verraten, von der Spannung lebt. Jede Stimme kann am Ende entscheidend dazu beitragen, wer von den sechs Kandidaten am 14. Juni gefeiert und ausgezeichnet wird.

An der Bündner Sportnacht steht, das ist das Besondere und vielleicht das Wichtigste, nicht der Spitzensport im Mittelpunkt. Weitere Kategoriensieger wie der Newcomer, der Verein und der Behindertensportler des Jahres werden ebenfalls geehrt. Der für den Bündner Sport wichtigste Titel ist vielleicht der, der klar am wenigsten Beachtung findet: der Funktionär/Trainer des Jahres. Gewinnen können ihn nur Menschen, die sich über Jahre für den Sport eingesetzt, Athleten gefördert, Anlässe organisiert und ihre Freizeit geopfert haben. Ehrenamtlich, versteht sich. Eigentlich müsste man von Sporthelden sprechen. Ohne freiwillige Helfer in den Klubs und Verbänden gäbe es keine Rüttimann und keine Friedli. Auch keine Caviezels, kein Lietha und kein Schnyder. Stellvertretend bekommen dieses Jahr mit This Störi, Guido von Deschwanden und Jack Pinggera zumindest drei im Hintergrund arbeitende Sportfreunde für wenige Stunden die Plattform, die sie verdient haben. Allein wegen ihnen ist die Bündner Sportnacht wichtig.

Die Sportnacht vereint, ein weiterer wichtiger Aspekt, die Bündner Sportfamilie Graubündens. Zusammen feiern, heisst das Motto. Der Schütze trifft den Basketballer, die Turnerin unterhält sich mit der Snowboarderin, der Tennisspieler will Details über das Cheerleading erfahren. Dieses Miteinander, das ist es, was die Gala einmalig macht. Manch anderer Kanton wäre glücklich, er hätte einen solchen Anlass. Wir haben ihn. Halten wir Sorge zu ihm.

René Weber ist Leiter Sport «Südostschweiz»

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