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Endlich beginnen die Schwierigkeiten

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Das Buch bringt es auf den Punkt.
Hans Peter
Danuser

Hans Peter Danuser und Amelie-Claire von Platen sind im Engadin zu Hause und zeigen uns ihren Blickwinkel. Was bewegt Land und Leute? Wo ist das Engadin stark und wo hinkt es einzelnen Mitbewerbern hinterher? Und was geschieht auf politischer Bühne? Der Blog «Engadin direkt» berichtet persönlich und authentisch.

Von Hans Peter Danuser

 

Der ehemalige Chef der SBB, Benedikt Weibel, hat letztes Jahr ein neues Buch herausgegeben, das es in sich hat: «Endlich beginnen die Schwierigkeiten. Quellen der Motivation». Auf nur 145 Seiten bespricht er alles, was uns antreibt. Den Buchtitel hat er Niccolò Machiavelli entlehnt, der weiss, dass erst schwierige Situationen zeigen, was einer wirklich kann. Weshalb leisten Menschen Aussergewöhnliches? Wie spielt bewusstes Denken und Handeln mit unbewussten Handlungsmustern, Erfahrungen und Erinnerungen zusammen? Wie können wir unsere Einstellungen beeinflussen, anpassen, ändern? Welche Bedeutung hat der Rhythmus im Alltag und Geschäftsleben («Rhythm is it!»).

 

Weibel fasst den aktuellen Stand des Wissens- und Nichtwissens zu diesen Fragen pointiert zusammen, sec, aber mit vielen amüsanten und anregenden Geschichten. Wie es eben nur Benedikt Weibel kann. Er war zwar 14 Jahre SBB-Chef, anschliessend Delegierter des Bundesrates für die Fussball-EM 2008 und lehrt heute praktisches Management an der Universität Bern. Der Autor ist aber auch Bergführer und Hohepriester der Einfachheit. Drum bringt er auch komplexere Thesen rasch auf den Punkt und schreibt verständlich.

 

Weibel weiss aus eigener Erfahrung, dass wir weit mehr von Vor- und Einstellungen gesteuert werden als durch Verstand und Logik. Er teilt diese Einstellung mit alt Bundesrat Adolf Ogi: «Was immer ich tue, das Ergebnis hängt von meiner Einstellung ab. Für diese Einstellung bin ich selbst verantwortlich.»

 

Bendikt Weibel hat sich innert weniger Jahren zum erfolgreichsten Sachbuchautor des renommierten Verlags der Neuen Zürcher Zeitung geschrieben: «Von der Schublade ins Hirn“ (dritte Auflage 2012), «Mir nach!» (vierte Auflage, 2014), und «Simplicity – die Kunst, die Komplexität zu reduzieren» (sechste Auflage, 2016). Wer nur schon eines dieser Bücher liest, weiss, warum sie alle so erfolgreich sind. Weibel lebt vor, was er schreibt. Er bleibt einfach, unprätentiös und ausserordentlich glaubwürdig. 

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