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Masse von bis zu 250 Häusern donnerte ins Tal

Nördlich von Sedrun ist es am Montagabend zu einem massiven Felssturz gekommen. Die Gesteinsmassen umfassen bis zu 250 Einfamilienhäuser. Verletzt wurde niemand.

Südostschweiz
Dienstag, 15. März 2016, 11:59 Uhr Felssturz über Tujetsch

Am Montag um 18 Uhr hat sich an der Westflanke des Cuolm da Vi ein Felssturz ereignet. Die Gesteinsmassen fielen nördlich von Sedrun in die Val Strem, wie die Gemeinde am Dienstag mitteilte. Personen wurden beim Felssturz keine verletzt.

Wie Gemeindepräsident Beat Roeschlin auf Anfrage sagte, sind 120‘000 bis 200‘000 Kubikmeter Material ins Tal gestürzt. Das entspricht der Menge von 150 bis 250 Einfamilienhäusern. Zusätzliche 30‘000 bis 50‘000 Kubik Fels sind massiv aufgelockert und in Bewegung. Das entspricht 60 Einfamilienhäusern. Roeschlin rechnet den nächsten Tagen mit weiteren Blockstürzen. Obwohl die Materialmassen durch eine Schneegleitschicht weit ins Tal vorgedrungen sind, bestand und besteht für die Bevölkerung keine Gefährdung.

Permanente Überwachung

Der Strembach liegt weitläufig unter grobblockigem und sehr viel Feinmaterial. Fassung und Reservoir der Energia Alpina und die Wasserfassungen der Aua Cristalla in der Val Strem sind komplett mit Geröll zugedeckt. Das Kraftwert Val Strem ist bis auf weiteres ausser Betrieb. Die Elektrizitätsversorgung der Bevölkerung ist jedoch sichergestellt, wie es weiter heisst. Durch- und Zugang zur Val Strem sind bis auf weiteres total gesperrt, auch für Skitouren.

Das Gebiet Cuolm da Vi mit zahlreichen Rissen und Spalten sowie dem Druntobels regt das Interesse von Geologen, Vermessern und der Gemeinde Tujetsch schon seit Mitte des letzten Jahrhunderts. Seit dem Jahr 1998 wird das Gebiet mit periodischen Messungen überwacht. Seit 2000 wird ausserdem zur permanenten Überwachung ein automatisches Monitoringsystem eingesetzt, welches stündlich die neuesten Bewegungen einzelner Punkte liefert. (phw)

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