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Zielquote 50:50 auch in der Politik

Zum internationalen Frauentag vom 8. März hat das Frauenstreikkollektiv Graubünden die Kampagne 50:50 zur gleichen Vertretung von Frauen und Männern im Grossen Rat lanciert.

Südostschweiz
28.02.22 - 15:56 Uhr
Leben & Freizeit
Am Internationalen Frauentag 2022 geht es dem Frauenstreikkollektiv Graubünden darum, auch im Grossen Rat eine 50:50-Quote zu erreichen.
Am Internationalen Frauentag 2022 geht es dem Frauenstreikkollektiv Graubünden darum, auch im Grossen Rat eine 50:50-Quote zu erreichen.
Bild Olivia Aebli-Item

Am 5. März 1972 sagten die Bündner Männer «Ja» zum kantonalen Stimm- und Wahlrecht für die Frauen. 50 Jahre danach beträgt der Frauenanteil im Bündner Grossen Rat 22 Prozent, wie es in einer Mitteilung heisst. Wenn es in diesem Tempo weitergehe, dauere es noch 60 Jahre, bis Frauen angemessen im Grossen Rat vertreten seien.

Um auf die niedrige Frauenquote im Grossen Rat aufmerksam zu machen und sie zu erhöhen, organisiert das Frauenstreikkollektiv Graubünden Anfang März verschiedene Aktionen.

Feministischer Stamm zu Geschlechterquote

Mit der Einführung des Proporzwahlrechts an den kommenden Grossratswahlen hätte eigentlich die Chance bestanden, einen grossen Schritt nach vorne zu machen. Doch die Frauenanteile auf den Listen der meisten Parteien trübten die Hoffnung auf eine angemessene Vertretung von Frauen im Grossen Rat, wie es weiter heisst. Am feministischen Stamm vom 3. März um 19 Uhr in der Werkstatt Chur soll diskutiert werden, ob es eine Geschlechterquote brauche und wie eine 50:50-Quote erreicht werden könne.

Netzwerkanlass und Strassenkampagne

Auch der diesjährige Internationale Frauentag steht im Zeichen der kommenden Grossratswahlen. Der Frauenstreik Graubünden hat den Mittagsanlass der Frauenzentrale «Rätia wählt – wählt Rätia» mitgestaltet, insbesondere den Programmteil der Publikumsdiskussion mit den Kandidatinnen am 8. März um 12.15 Uhr in der Stadtbibliothek Chur. Im Anschluss gehen die Aktivistinnen des Frauenstreiks mit einem Flugblatt auf die Strasse, um die Botschaft «gleichstellungsfreundlich wählen» unters Volk zu bringen. Der Start ist für 14 Uhr auf dem Alexanderplatz in Chur vorgesehen, wie es in der Mitteilung weiter heisst.

50:50 auch bei Care-Arbeit gefordert

Ebenfalls am 8. März, um 17.45 Uhr, referiert die feministische Theologin Ina Praetorius in der Postremise zum Thema der Gleichberechtigung in der Care-Arbeit. So ungleich wie politische Macht und Geld zwischen den Geschlechtern verteilt seien, so ungleich sei auch die Care-Wirtschaft verteilt, einfach andersrum. Frauen leisteten zwei Drittel der unbezahlten Arbeit und verausgabten sich bei der Sorge für die Gesellschaft. Um dann mit einer doppelt so hohen Wahrscheinlichkeit wie Männer in der Altersarmut zu landen. Es brauche auch 50:50 bei der Care-Arbeit.

Weitere Aktivitäten der Kampagne 50:50 seien in Planung, heisst es. (dje)

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Elendes Quotengeschrei...... nur so zur Erinnerung.....in der Ukraine dürfen die 18-60 Jahre alten Männer nicht Ausreisen, sondern werden zur Verteidigung des Landes eingezogen. Was ich in Ordnung finde, ich würde mich freiwillig für mein Land melden. Aber da hört man von den Feministinnen keine Kritischen stimmen, komisch nicht..... in diesem Sinne, veranstaltet nicht so ein Theater. Gruss zum Tag

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