Wo die Liebe hinfällt
Dass die Liebe oft ihre ganz eigenen Wege findet, ist hinlänglich bekannt. Auch wenn es manchmal nur um ein süsses Hundebaby geht. Charlotte Lannou scheute für ihre Neela auf jeden Fall keinen Aufwand.
Dass die Liebe oft ihre ganz eigenen Wege findet, ist hinlänglich bekannt. Auch wenn es manchmal nur um ein süsses Hundebaby geht. Charlotte Lannou scheute für ihre Neela auf jeden Fall keinen Aufwand.
Zur Zeit arbeitet Charlotte Lannou im Küstenstädchen Clifden, an der irischen Westküste in der Grafschaft Galway. Dorthin hatte die normalerweise bei der Skischule Davos für Verkauf und Marketing Zuständige ein Besuch bei einer ehemaligen Skilehrerin geführt. Das «Verhängnis» nahm am letzten Tag ihres Aufenthalts seinen Verlauf: «Ich war schon bereit für die Abreise, als mich meine Kollegin auf einen Wurf junger Setter aufmerksam machte», erzählt sie gegenüber der DZ. Schon seit einiger Zeit trug sich Charlotte mit dem Gedanken an einen vierbeinigen Begleiter: Ein Irish Setter aus einer Arbeitslinie sollte es sein, und wenn möglich ein Weibchen. Und genau das stand nun in Aussicht. Also wurde spontan noch ein Besuch in der Babystube organisiert, und Charlotte verliebte sich augenblicklich in die einwöchigen Hundewelpen. Doch zuerst hiess es heimkehren und vorbereitende Abklärungen treffen: Ist der Hund im Büro willkommen, und sind die Wohungsvermieter mit dem Neuzugang einverstanden? In beiden Fällen war die Antwort ja, und Charlotte entschied sich für den Kauf eines Welpen.
Der Weg zum neuen Begleiter
Doch wie kommt ein Hundjunges vom 2000 Kilometer entfernten Clifden nach Davos? «Der Züchterin war daran gelegen, den Hund bald abgeben zu können, reisen kann er aber erst nach einer Tollwutimpfung und einer dreiwöchigen Wartezeit danach», erzählt Charlotte. Die Impfung wiederum kann erst mit zwölf Wochen verabreicht werden. Und genau nach diesem Fahrplan wurde nun organisiert. Wieder gab es Abklärungen zu machen. «Ich bin Skischulleiter Daniel Ammann sehr dankbar, dass er das so unkompliziert ermöglichte», sagt Charlotte. «Das» ist die Möglichkeit, Ende September nach Irland zurückzukehren und dort im Homeoffice zu arbeiten, während der Hund heranwächst. Dazu wurde die Telefonleitung umgelegt, und am Computer erledigt die Marketingfachfrau ihre üblichen Aufgaben, sodass Kunden und Zulieferer gar nichts von ihrer Ortsabwesenheit merken. Ausserdem ergab es sich, dass die Züchterin ihrerseits für fast zwei Wochen verreisen wollte und froh war, jemanden zu haben, der bei ihr Haus und Hof hütet. So kommt es, dass Charlotte nun in Irland ihre Zeit zwischen Computer und der Betreuung von drei Hunden – die Mutter sowie eine gleichaltrige Schwester von Neela – sowie zwei Katzen aufteilt. «Normalerweise sind die Hunde eher draussen untergebracht, und so ging es zu Beginn ziemlich stürmisch zu, als ich die drei ins Haus holte.» Doch inzwischen hat sich das gelegt, ausser einem Paar zerbissener Finken und einem Loch in der Jacke gab es keine nennenswerten Schäden. Dafür übt Charlotte schon fleissig die Grundlagen der Hundeerziehung. «Neela hört auf ihren Namen, und ‹Sitz› funktioniert auch schon», berichtet sie stolz.
Der Weg ins neue Zuhause
Geht alles nach Wunsch, kann Charlotte nach der Rückkehr der Züchterin nächste Woche eine Wohnung mieten und bekommt die Gelegenheit, mit ihrer Neela näher zusammenzuwachsen. «Klappt das nicht, bleiben wir halt, wo wir sind.» Der Abschied von Irland ist auf jeden Fall am Samstag in einer Woche geplant. Dann fährt die Fähre von Dublin zum Hafen von Holyhead in Wales, wo Frau und Hündin von Charlottes Vater in Empfang genommen werden. «Er kommt mich holen, und wir planen anschliessend, gemütlich mit mehreren Übernachtungen in die Schweiz zurückzufahren.»
Zu Hause in Davos angekommen, fängt die Arbeit mit der Hündin aber erst an. «Die Setter aus dieser Linie sind etwas kleiner und haben weniger langes Haar als die Setter aus den Showlinien», berichtet Charlotte. Gemein haben sie aber einen grossen Bewegungsdrang. «Ausserdem gab mir die Züchterin den aktivsten Welpen aus dem Wurf.» Genau das passt Charlotte. «Ich wollte einen Hund, der mich beim Trailrunning begleiten kann, für den zwanzig Kilometer am Tag kein Problem sind.» Offensichtlich hat sich da ein Traumpaar gefunden.
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