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Wer ist die «Bündner Persönlichkeit 2021»?

Wer ist die «Bündner Persönlichkeit 2021»?

Viele Menschen haben im vergangenen Jahr unseren Alltag geprägt. Fünf Persönlichkeiten haben aber etwas bewirkt. Sie sind nun für den Award «Bündner Persönlichkeit 2021» nominiert.

Südostschweiz
08.01.22 - 04:30 Uhr
Aus dem Leben
Sieger-Steinbock: Ihr entscheidet, wer diese Trophäe mit nach Hause nehmen kann.
Bild Olivia Aebli-Item

von Kristina Schmid und Mara Schlumpf

Ein weiteres Jahr liegt hinter uns. 2021 war das Jahr des Big Air Chur, das Jahr der Bischofswahl und leider auch ein weiteres Pandemiejahr. Während wir uns im Vorjahr – als die Pandemie ­gerade ihren Lauf nahm – noch auf vier Personengruppen konzentriert haben, stehen bei der diesjährigen Wahl zur «Bündner Persönlichkeit 2021» wieder Einzel­personen im Rampenlicht. 

Die Medienfamilie Südostschweiz konnte sich nicht leicht auf die fünf Personen einigen. So viele Menschen haben im vergangenen Jahr Grosses geleistet, uns inspiriert, sind positiv aufgefallen. Und nicht nur ­bekannte Persönlichkeiten haben uns 2021 beeindruckt, sondern auch unsere Leser, Zuhörerinnen und Zuschauer, die mit ihrem steten Interesse und ­Engagement, den vielen Inputs und wertvollen Leserbriefen und Rück­meldungen, wesentlich zu unserem Schaffen beigetragen haben. Doch die Regeln waren klar: Fünf Personen werden nominiert. Und nach etlichen Diskussionen stand fest, wer das sein wird. 

Prägende Gestalten

Die weltberühmte Künstlerin Miriam Cahn, der neue Bischof Joseph Maria Bonnemain, die unermüdliche Kantonsärztin Marina Jamnicki, die engagierte Churer Tourismusdirektorin Leonie Liesch und der Starchirurg ­Martin Meuli: Sie sind die diesjährigen nominierten Persönlichkeiten für den Award, den die Südostschweiz-Medienfamilie inzwischen zum sechsten Mal verleiht. Neu allerdings unter dem Namen «Bündner Persönlichkeit des Jahres» statt «Bündner des Jahres». Dies im Sinne einer gendergerechten Sprache. 

Die fünf Nominierten haben im vergangenen Jahr zu reden gegeben – und das im bestmöglichen Sinn. Sie haben Grossartiges geleistet, teilweise nur im Hintergrund. Bonnemain baut Brücken in einem zerstrittenen Bistum. Cahn regt die Betrachter ihrer Kunst dazu an, sich mit der fehlenden Empathie in unserer Gesellschaft zu befassen. ­Jamnicki beeinflusst den Bündner Sonderweg in der Pandemiebewältigung, worauf schweizweit geschielt wird. Liesch sucht in der Tourismusbranche Wege, um der Pandemie zu trotzen und mitorganisierte den Big Air in Chur. Und Martin Meuli hat ein Stück Schweizer Medizingeschichte geschrieben, als er eine Möglichkeit fand, ungeborene Babys in Mamas Bauch zu operieren. Sie alle haben unzählige Stunden aufgewendet, um den Kanton Graubünden mitzugestalten oder Lichtblicke zu ermöglichen.

Wer von ihnen das Rennen macht, entscheidet ihr. Jeden Tag in der ­kommenden Woche könnt ihr ein Interview mit einer der fünf nominierten Persönlichkeiten lesen. Am Samstag, 15. Januar, startet das Voting. Dort können ihr dann eurem Wunschkandidaten oder eurer -kandidatin die Stimme geben. Den Gewinner oder die Gewinnerin geben wir am 25. Januar bekannt.

www.suedostschweiz.ch/bpj

Das sind die Nominierten

Joseph Maria Bonnemain

Bild Olivia Aebli-Item

Seit bald einem Jahr ist Joseph Maria Bonnemain Bischof von Chur. Er ist Sohn einer Katalanin und eines Jurassiers. Die Amtsübernahme im Februar 2021 war keine leichte, wurde er von den konservativen Mitgliedern des Domkapitels nicht willkommen geheissen. Statt den Streit in Bezug auf unterschiedliche ­Ansichten sucht Bonnemain den Konsens und baut in einem ­zerstrittenen Bistum Brücken. 

Miriam Cahn

Bild Olivia Aebli-Item

Miriam Cahn bezeichnet sich selbst als alte Kriegerin, Feministin und Schulversagerin. Was sie nicht sagt: Sie ist eine der weltweit bedeutendsten Schweizer ­Künstlerinnen. Mit ihrer Kunst bricht sie Tabus und hält ­unbequeme Themen wie Gewalt oder Flucht in ihren Gemälden fest. Kein Wunder werden ihre Werke weltweit ausgestellt, so etwa im Museum of Modern Art in New York.

Marina Jamnicki

Bild Olivia Aebli-Item

Anfang 2020, als das Coronavirus kaum als weltweite Bedrohung ­wahrgenommen wurde, entschied sich Marina Jamnicki dazu, eine grössere Herausforderung anzunehmen und sagte Ja zur Stelle als Kantonsärztin von Graubünden und Glarus. Nur wenige Wochen später wuchs diese Heraus­forderung zu einem kaum ­tragbaren Schwall von Arbeit heran. ­Trotzdem bereut Jamnicki ihren Entscheid nicht.

Leonie Liesch

Bild Olivia Aebli-Item

Als erste Frau leitet Leonie Liesch die Chur Tourismus AG. Dies tut sie nun schon seit fast zehn Jahren. Sie versucht auch in Pandemiejahren alle Anspruchsgruppen zufriedenzustellen und ist jederzeit bereit, die berühmte «Extra-Meile» der Frauen zu gehen. Auch in Zeiten, in denen der Tourismus leidet, schafft Liesch Positives – Urban Golf, eine Gästekarte oder in Zusammenarbeit den Big Air Chur. 

Martin Meuli

Bild Olivia Aebli-Item

Er hat lange daran geforscht, wie ungeborenen Kindern mit einem offenen Rücken geholfen werden kann. Er hat festgestellt, dass man sie noch im Mutterleib operieren kann. Er hat das ­Verfahren weltweit als einer der ersten Chirurgen angewandt – mit Erfolg, hat er doch vielen Kindern so ein Leben im Rollstuhl erspart. Martin Meuli hat ein Stück ­Schweizer Medizingeschichte geschrieben.

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Herr Dr. Martin Meuli ist unser Favorit. Ein mutiger, interessierter und humorvoller Mensch.
Medizingeschichte zu schreiben braucht viel Wissen, Ausdauer und Erfahrung..
Wir wünschen Herr Dr. Martin Meuli alles Gute für die Zukunft.

Martin Meuli war eine Kapazität auf seinem Gebiet, ich kann ihn nur bewundern und habe grosse Erfurcht vor seinem Können! Er ist mir auch sehr symphatisch weil er immer so humorvoll, lustig und unterhaltsam mit seinem offenen Wesen auf die Leute zugeht. Alles Gute Herr Meuli !

Martin Meuli ein toller Mensch: Empathisch, humorvoll, vertrauenswürdig, motivierend, fair, offen, interessiert, sprachbegabt, kommunikativ, authentisch und noch vieles, vieles mehr.

Es ist für mich völlig unverständlich, dass Bischof Bonnemain als Bündner Persönlichkeit des Jahres nominiert wird. Nicht, weil ich ihn nicht für einen guten Bischof halte, sondern weil ich finde, dass er nicht mehr macht als das, was ein Bischof machen muss: Brücken bauen. Was daran ausserordentlich oder auszeichnungswert sein soll, sehe ich beim besten Willen nicht. Es wäre etwa so, wie wenn man einen Architekten zur Persönlichkeit des Jahres machen würde, weil dieser Häuser gebaut hat. Ein Martin Meuli hat Ausserordentliches geleistet, dass Menschen in Not direkt zugute kommt.

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