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Ünschäs Dorli hed äm Coifför gchünnt!

Schi ischt ünschs Dorli gsin für Generationän, äs Dorf- original, ä Frau wiäs im Büächli gschtandän ischt!

Klosterser
Zeitung
31.07.22 - 14:14 Uhr
Aus dem Leben
Dorli Becker-Sprecher † (1926–2022).
Dorli Becker-Sprecher † (1926–2022).
zVg

Dorli Becker-Sprecher, albig gepflegt bis zur letschtän Schtund, alläs suubär und gäbutzät, grad no mid äm nassän Blätz drübär, d’Franzlän gschtreckt, di letscht Wäsch ärledigt, gätröchnät und glettät. No ä Chnopf aangäbüäzt, di Pluusän parat gleid uf äm Zuäschtubänbett und dn Rock passänd drzuä. Ez muäss i no das und ds sälb und diz und übärdobbnän und hinän dinnän und dännän im Zuägadän und häjussnän im Vorrhuus.

Dorli musste albig no und ganz typisch für sie war nach fast jedem Satz ein «Heeji».

Dieses «Heeji» wird ünsch auch fehlen. Dorli sprach noch wie die Generationen um die vorletzte Jahrhundertwende, also wie vor etwa 120 Jahren. Ihre Sprach und Wort Melodie war so einmalig, dass wir sie als Kinder fast ein wenig uusgantärät heind. Värgäälts Gott! Wir machten sie nach, denn kaum ein Mensch konnte so «hüpschisch» und fein um etwas bitten. Liebevoll war sie immer, der Friede und die Schönheit war ihr Mutter und Vater.

Wo Dorli war … ist Ordnung. Wie viele Jahre hatte Sie das Bündelti-Schuelhuus gäbutzät – blitzblank. Dorli fand den letzten Krümel in den verstecktesten Winkel, die undär dn Schtüäl geklebten Chäutschgi. Still schweigend, ohne zu murren, immer äm Fridän z’liäb.

Mit Dorli konnte man nicht schtriitän, Eine Waage geborene Frau hat «Style» und nur, wenn man sie vielleicht noch auf ihre eitel, dunkel gefärbten Haare im hohen Alter ansprach, hat sie etwas verlegen «gäböschlächlät.»

Dorli verlor als noch recht junge Frau ihren überaus geliebten Ehegatten Karli. Er war ein Prachtskerl, konnte sogar Norweger-Pullover stricken, hüpschäri als gkaufti us äm Textil-Konsumm. Wir waren ihm fast ein biz neidig! Zur damaligen Zeit in den 1970er-Jahren war das revolutionär. Doch plötzlich musste Dorli alles selber machen und zu ihren drei Kindern schauen. Es fehlte wohl an nichts, ausser äbän an Karli sellig!

Jetzt, du guäts Dorli, tuäscht gwüss, gwüss dobnän uf dä frisch gäbutzätän Wolchän-Benkji höcklän und hebscht di fescht äm Aarm väm wiräm fundänän Karli?

I weeri de gäärän Doorlisch Chatzän gsin, di säb hed sichär äs hüpschärs Läbän kann als mengä Mensch. Äs ischt nüüd übär irschän «Chatzi» gangän.

Äs Tagsch hedsch nän gsuächt und ummär grüäft, äs hed eim im Härz weeji gätaan. Wenn där Schliifär nid fürrchär chon weeri – «heeji», schi hättä schi das sälb grad in d’Landquart gwoorfän. Ohni Chatzän keis Dorli! D’Wäält und Mambiäl weerändi värgoolt undär gägangän. Nei das weeji keis Läbän meeji gsinn heeji! – Dorli ischt äsiä nächtelang gän d’Chatzän suächän und äs Tagsch halbän ärfallän ab ämä zärlächärtän (holzwurmigen) Gadäschtägli. Äbän dr Holzwurm heds ganz dürügchaflät und värchätschät zun Schtaub und Saggmäähl. Schi hed schich duä zwaar köirig gschunntän, abär d’Wält ischt gra wiräm ir Oornig gsin, wa ds Chatzi hein choon ischt va sälb – heeji!

Lang hanä di nümmä gseejin Dorli, hescht äm Coifför gchünnt? Ezä bin i innä choon übär dn Mambiälär «Chat», dass du dn Gwafföör nümmän bruuchischt.

Du guäts Dorli, dankän für alläs, du würscht isch uusinnig fehlän – heeji! Äs guäts Schtuck aalts Mämbiäl hed nisch für albig värlaan! Ruhe in Frieden.

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