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Sprengmasten sollen Malojastrasse vor Lawinen schützen

Aus Sicherheitsgründen muss die Malojastrasse regelmässig gesperrt werden. Bis ein Tunnel gebaut werden kann, sorgen ab sofort sechs Sprengmasten zur künstlichen Lawinenauslösung für mehr Sicherheit.

Südostschweiz
23.11.22 - 10:58 Uhr
Aus dem Leben
Bei der Arbeit: Arbeiter haben diesen Herbst sechs Sprengmasten zur künstlichen Lawinenauslösung über der Malojastrasse installiert.
Bei der Arbeit: Arbeiter haben diesen Herbst sechs Sprengmasten zur künstlichen Lawinenauslösung über der Malojastrasse installiert.
Pressebild Caprez Ingenieure AG

Zahlreiche Lawinenzüge auf der linken Talseite zwischen Sils-Föglias und Plaun da Lej sorgen dafür, dass die Malojastrasse aus Sicherheitsgründen regelmässig gesperrt werden muss. Um künftig für mehr Sicherheit zu sorgen, soll an dieser Stelle ein Tunnel entstehen. Dies in Kombination mit ortsfesten Sprenganlagen zur künstlichen Lawinenauslösung sowie Dammbauwerken zum Schutz der Tunnelportale.

Dieses Vorhaben ist jedoch sehr zeitintensiv. Daher hat das Tiefbauamt Sprengmasten zur künstlichen Lawinenauslösung für mehr Sicherheit installiert. Das geht aus einer Mitteilung vom Dienstag hervor. Das Tiefbauamt Graubünden habe die Sprengmasten anfangs November in Betrieb genommen. Deren Ziel sei es, das Risiko von Spontanabgängen zu reduzieren und so die Sicherheit für die Verkehrsteilnehmenden zu erhöhen.

Sechs Sprengmasten und Langdistanzradar

Während der Bauarbeiten wurden unter anderem sechs Sprengmasten zur künstlichen Lawinenauslösung erstellt. Zudem wurde ein Langdistanzradar errichtet. Dieser überwacht von der gegenüberliegenden Talseite aus auf einem Gebiet von rund zehn Quadratkilometern die weiteren Lawinenzüge, die nicht von den Sprengmasten abgedeckt sind. Gemäss Mitteilung können so nahezu alle Lawinenzüge im Projektperimeter überwacht werden.

Der letzte Sprengmast wurde unter der Leitung des Amts für Wald und Natur Ende Oktober installiert. Aufgrund der topografischen Gegebenheiten stellte die Baustelle über der Malojastrasse eine besondere Herausforderung dar. 

Zusätzliches Informationssystem geplant

Als weitere Massnahme will das Tiefbauamt im kommenden Winter auf der Strecke Sils bis Maloja ein Pilotprojekt durchführen: Dabei soll ein geeignetes Informationssystem vor Ort die Verkehrsteilnehmenden bereits im Voraus auf mögliche Sperrungen des Strassenabschnitts hinweisen. Diese frühzeitige Anzeige von prognostizierten Sperrungen soll den Verkehrsteilnehmenden die Organisation ihrer Reise erleichtern, wie es heisst. Schon Ende Dezember oder anfangs Januar plant das Tiefbauamt, das Informationssystem in Betrieb zu nehmen. (red)

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