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Deshalb öffnen wir im Advent den Adventskalender

Wissen ist Macht – und manchmal auch einfach unglaublich unterhaltsam. In unserer Serie «SOwas!» liefern wir euch regelmässig (un)nütze Erklärungen und Kuriositäten zum Staunen und Schmunzeln.

Jasmin
Schnider
01.12.22 - 04:30 Uhr
Aus dem Leben
Jeden Tag ein Türchen: Gekaufte oder selbst gebastelte Adventskalender sind mittlerweile bei Jung und Alt gleichermassen beliebt.
Jeden Tag ein Türchen: Gekaufte oder selbst gebastelte Adventskalender sind mittlerweile bei Jung und Alt gleichermassen beliebt.
Bild Archiv

Weihnachten zählt zu den beliebtesten Feiertagen weltweit. Gefeiert werden dabei jedoch nicht nur Heiligabend und die beiden Weihnachtstage. Bereits die ganze Adventszeit versetzt viele in festliche Stimmung. Dafür sorgen unter anderem Weihnachtsguetzli, Weihnachtssongs, die in Geschäften aus allen Ecken erklingen, und nicht zu vergessen: Adventskalender. 

Egal ob selbst gemacht oder gekauft im Lieblingsgeschäft: Adventskalender gehören quasi zu Weihnachten wie der Christbaum und sind in erster Linie dazu da, die Wartezeit bis Heiligabend zu verkürzen sowie die Vorfreude zu steigern. Jedoch gibt es den individuellen Weihnachtscountdown noch nicht so lange.

Ursprung nicht ganz klar

In den Weiten des Internets finden sich einige Geschichten darüber, wie Adventskalender entstanden sind. Den ersten Beleg für eine Art von Adventskalender findet sich im Jahr 1838. Johann Hinrich Wichern war Leiter eines evangelischen Knabenrettungshauses in Hamburg und entwickelte eine Art Adventskalender. Er steckte 20 kleine rote und vier grosse weisse Kerzen in einen Holzkranz. Jeweils während der täglichen Andacht zündete er dann eine Kerze an. Für die Adventssonntage waren die Weissen reserviert. Dazu sangen die Teilnehmenden Adventslieder. Neben dem Adventskalender fand somit auch der Adventskranz seinen Ursprung.

Von der Zusammenkunft zum Kalender

Ab Mitte des 19. Jahrhunderts liessen sich evangelische Eltern dann etwas einfallen, um ihren Kindern die Zeit bis Heiligabend greifbar zu machen und die Vorfreude auf das Fest der Geburt von Jesus Christus zu steigern.

Einige Familien hängten dafür nach und nach 24 Bilder mit weihnachtlichen Motiven an die Wand oder malten Kreidestriche an die Tür, für die Sonntage jeweils einen langen Strich, wovon die Kinder täglich einen wegwischen durften. Sehr verbreitet waren ausserdem selbst gebastelte Holzgestelle, sogenannte Adventsbäumchen. Dabei steckten Kinder Tag für Tag eine kleine Fahne oder einen Stern mit Bibelversen daran. Manche Familien zündeten zusätzlich eine Kerze an. 

Die Anfänge des gedruckten Kalenders

Der erste gedruckte Adventskalender soll dann erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts entstanden sein. Wer ihn erfunden hat, ist nicht ganz klar. Dieser Kalender bestand aus zwei Seiten. Auf der einen Seite waren religiöse Bilder und auf der anderen Gedichte gedruckt. Die Kinder schnitten die Bilder aus und klebten sie auf das passende Gedicht. So bastelten sich die Kinder ihre eigenen Adventskalendertürchen.

In den 1950er-Jahren hatten Adventskalender dann quasi ihren weltweiten Durchbruch. Nahezu überall konnten die Leute Adventskalender kaufen. Die Motive waren hauptsächlich romantisch verschneite Städte und hinter dem 24. Türchen verbarg sich meist eine Krippenszene. Und auch handgemalte Adventskalender verschiedener Künstler gelangten zu immer grösserer Bedeutung. Den Schokoladenadventskalender, wie wir in heute kennen, kam dann vor gut 60 Jahren auf den Markt.

Jasmin Schnider produziert als redaktionelle Mitarbeiterin Beiträge und Interviews für Radio Südostschweiz, zudem schreibt sie Geschichten für die Zeitung «Südostschweiz» und für «suedostschweiz.ch». Sie kommt aus Obersaxen und ist seit August 2020 Teil der Medienfamilie Südostschweiz. Mehr Infos

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