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So steht es um die Bündner Bienen

Matthias Götti Limacher ist Präsident von Bienen Schweiz. Im Interview mit Radio Südostschweiz verrät er, wie gut es den Bienen nach dem regnerischen und darum schwierigen 2021 geht.

Südostschweiz
29.08.22 - 04:30 Uhr
Leben & Freizeit
Vorbereitungen: Aktuell sammeln die Bienen Pollen, um genügend Eiweiss für den Winter zu haben.
Vorbereitungen: Aktuell sammeln die Bienen Pollen, um genügend Eiweiss für den Winter zu haben.
Bild Pixabay

Von Manuela Meuli und Mara Schlumpf

2021 war ein schlechtes Bienenjahr. Wie sieht es heuer für die Bienen aus?

Matthias Götti Limacher: Dieses Jahr sieht es schon viel besser aus. Ein gutes Jahr ist es für die Bienen vor allem dann, wenn sie fliegen können. Das heisst, wenn das Wetter gut ist. Und weiter ist auch das Blütenangebot wichtig.

Was hat den Bienen denn dieses Jahr besonders in die Karten gespielt?

Einerseits wurde es relativ früh schon Frühling. Und andererseits war das Wetter dann gut, als das Obst und die Blumen geblüht haben. So konnten die Bienen ganz herrlich auf Sammeltour gehen.

Welche Auswirkung hat die Trockenheit auf die Bienen?

Die Trockenheit kam erst später. Sie kam zu einem Zeitpunkt, als für die Honigbienen das Gröbste schon gelaufen war. Zwar hat auch im Sommer noch einiges geblüht, die Bienen hatten dann aber bereits den Hauptanteil ihrer Nahrung gesammelt. Dazu kommt: Auch wenn es trocken ist, blüht auf Blumenwiesen meist noch irgendwas. Die Bienen haben also immer etwas finden können. 

Den Bienen ging es dieses Jahr also gut. Wie wird sich das auf die Honigproduktion 2022 auswirken?

Wir sind natürlich froh, dieses Jahr wieder sehr volle Honigkessel zu haben. Nach dem letzten Jahr haben einige unserer Kunden bereits darauf gewartet. 

Konnten Angebot und Nachfrage von Honig trotz dem schlechten Jahr 2021 miteinander mithalten?

Das ist ein interessantes Phänomen: Viele Leute richten sich wirklich nach dem Angebot in der Region. Hat es weniger Honig, so essen sie weniger davon. Wenn sie merken, dass das Angebot wieder wächst, so konsumieren sie mehr Honig.

Welchen Schwierigkeiten sahen sich die Imkerinnen und Imker 2022 ausgesetzt?

Das letzte Jahr hat etwas nachgewirkt. Die Überwinterung war nicht besonders gut. Es gab einige Völker, die den Winter nicht überlebt haben. Dies steht garantiert in Zusammenhang mit der letztjährigen Nahrungsversorgung. Aktuell bauen die Bienen die Substanz für den Winter auf. Im Imkerjargon sprechen wir vom Einwintern. Ist dieses nicht gut, so wirkt sich das auf den Winter aus. Letzten Sommer waren die Umstände während des Einwinterns nicht optimal.

Wie steht es um die aktuelle Einwinterung?

Das läuft aktuell sehr gut. Wichtig ist, dass die Bienen jetzt noch Pollen eintragen können. So holen sich die Bienen ihr Eiweiss. Wir als Imker ergänzen das Nahrungsangebot mit Zuckerwasser. So haben die Bienen genügend Futter über den Winter. 

Wie schauen Sie in die Zukunft?

Wir sind positiv gestimmt. Die Jungvolkbildung 2022 hat gut geklappt, die Völker konnten wieder aufgebaut werden. Wichtig ist aktuell, die Bienen in Ruhe zu lassen. 

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