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Schnuppern in der Alpenluft

Schnuppern in der Alpenluft

Der Glarner Bergführer Verband beschreitet auf der Suche nach Bergführerinnen und -führern neue Wege. So sollen neu Schnupperlehren angeboten werden. Das ist auch neu in der ganzen Schweiz.

Südostschweiz
06.05.22 - 04:30 Uhr
Aus dem Leben
Mit dem Bergführer sicher unterwegs: Die Profis kennen den Aufstieg zum Tödi – hier auf dem Simlergrat kurz vor dem Gipfel des Piz Russein.
Mit dem Bergführer sicher unterwegs: Die Profis kennen den Aufstieg zum Tödi – hier auf dem Simlergrat kurz vor dem Gipfel des Piz Russein.
Pressebild Hansueli Rhyner

von Madeleine Kuhn-Baer

Bergführerinnen und Bergführer sind gefragt – nicht erst, aber auch seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie. Immer mehr Menschen verbringen ihre Freizeit in den Bergen und wollen sicher auf Gipfel steigen. Die Nachfrage ist derart gross, dass es nicht mehr genügend Bergführerinnen und Berg­führer gibt und gewünschte Touren nicht durchgeführt werden können. Auch im Glarnerland.

Die Ausbildung zum Bergführer ist sehr anspruchsvoll. Zuständig ist der Schweizer Bergführerverband, der Ausbildungskurse in den Kantonen Graubünden, Wallis und Bern anbietet. Zudem gibt es in einigen Kantonen gezielte Vorbereitungskurse. Diese sprechen jedoch nur Personen an, die sich bereits für den Bergführer­beruf entschieden haben. Angebote in der Berufswahlphase fehlen weitgehend. Nun haben der Glarner Bergführer Verband – notabene der älteste Bergführerverband der Schweiz –, die Sektion Tödi des Schweizer Alpen-Clubs (SAC) und die Alpinschule Glarnerland gemeinsam ein Grobkonzept erarbeitet, welches neue Wege in der Nachwuchsförderung beschreitet.

Ein dreistufiges Verfahren

Das Konzept legt den Fokus «auf die Phase der Berufswahl und die Zeit der Weichenstellung, zum Beispiel für eine Zweitausbildung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen», wie die drei Partnerorganisationen in einer Mitteilung schreiben. Einerseits gehe es da­rum, den Bergführerberuf bekannt zu machen, anderseits wolle man geeignete Bergsteigerinnen und Bergsteiger für den Beruf gewinnen. Angesprochen sind Jugendliche und junge Erwachsene im Alter zwischen 16 und 25 Jahren, die sich in den Bergen zu Hause fühlen, gerne Verantwortung übernehmen und gerne selbstständig einen «vielseitigen Beruf in der Dienstleistungs- und Tourismusbranche» suchen.

Für sie steht ein dreistufiges Verfahren bereit: Gestartet wird am Montag, 18. Juni, mit einer Informationsveranstaltung und einer Kennenlerntour. Weiter geht es mit einem eintägigen Technik-Kurs für diejenigen, die in der Alpintechnik noch ein Update benötigen. Und die dritte Stufe umfasst erstmalig in der Schweiz eine Schnupperlehre, bei der man Bergführer mit Gästen einen oder mehrere Tage begleiten kann. Die Kennenlerntour und die Schnupperlehre sind kostenlos.

Weitere Informationen hier.

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