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Sächsi-Schällätä

Die Veranstalter wollen angesichts der Lage einfach auf Nummer Sicher gehen.

Klosterser
Zeitung
03.12.21 - 12:02 Uhr
Aus dem Leben
Die Sächsi-Schällätä leutet den Klosterser Winter ein.
Die Sächsi-Schällätä leutet den Klosterser Winter ein.
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Der Zutritt zur Sächsi-Schällätä, am Samstag, 4. Dezember, 16–18 Uhr, auf dem Parkplatz "Alte Eisbahn" in Klosters, ist nur mit Maske und nach Zeigen eines gültigen Zertifikates (3G-Regel) erlaubt.

Grossfeuer – lodernde Faszination

Schon vor dem Mittelalter hat sich die Anschauung oder auch die Ausdrucksform des Feuers bis heute stets gewandelt. Feuer erhellt die Finsternis, hilft dem Schmied und dem Töpfer, erwärmt uns in der Kälte, zerstört Seuchen und Unrat effektiv, hilft beim Kochen und ist für jede Kultur unabdingbar. In allen Sprachen wird das Feuer geschätzt und ihm gebührend Respekt gezollt. Ein Feuer kann schimpfen, fauchen, sprechen und auch weinen. Es bietet auch Schutz vor wilden Wesen. Das Feuer muss stets gefüttert werden, damit das entsprechende Ergebnis erreicht werden kann.

Das Feuer kann sich zu einem gereizten Raubtier entwickeln. Wie das Raubtier, lässt sich ein Feuer auch bändigen.

Wie an allen Orten, hat auch im Prättigau der Aberglaube seinen Stammplatz, denn dem Feuer darf nicht alles geopfert werden und auch nicht gepiesackt will es werden. Wer ins Feuer spuckt, ruft ein Unglück und erhält Blasen auf der Zunge und die Schwindsucht. Schneidendes Wasser erhält derjenige, welcher ins Feuer harnt. Im Aberglauben sehen wir eine Art Konditionierung, die ähnlich wie eine Evolution abläuft. Ein Erfolg in einer bestimmten Situation wird im selektiven Gedächtnis abgespeichert. Das Verhalten wird beim nächsten Auftreten derselben Situation intuitiv wiederholt, läuft automatisch, unbewusst und bar jeder Logik ab. Auf diese Weise konnten Gefahren schneller erkannt werden. Diese Schutzfunktion brachte schliesslich einen enormen Vorteil für die Überlebensfähigkeit. Aus diesem Grund sind Glücksbringer und Logik schwer unter einen Hut zu bringen. Mit steinzeitlichen Erklärungen können wir diesen Hut allerdings doch ausreichend füllen.

Abschied vom Sommer

Eine flammende Veränderung, die traditionell den Sommer um den Martinstag mit sogenannten Martinsfeuern verbrennt. So zum Beispiel seit 2015 in Klosters, wo dem Beginn des Winters mit der «Sächsi-Schällätä» zelebriert wird. Andere kennen das Schlachten der Martinsgans. Dieses Brauchtum geht auf den alten Glauben an Vegetationsgeister, symbolisiert durch die Gans, zurück. Im luzernischen Sursee wird am 11. November jeweils die «Gansabhauet» gefeiert. – Möge der feierliche Anlass einen herrlicher Winter herzaubern!

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