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Platin für das SLF

Mit grossem Bahnhof wurde am vergangenen Freitag der Neubau des SLF eröffnet. Seit den ersten Gesprächen über ein Zentrum für Klimagefahren in Bergregionen, das das neue Gebäude vor allem bespielen soll, bis zur Umsetzung vergingen nur ­gerade vier Jahre.

Barbara
Gassler
01.11.22 - 07:22 Uhr
Aus dem Leben
Dass hier ein Klimaforschungszentrum aufgebaut werde, sei kein Zufall, stellte Michael Hengartner fest. «Das Thema ist aktueller denn je.»
Dass hier ein Klimaforschungszentrum aufgebaut werde, sei kein Zufall, stellte Michael Hengartner fest. «Das Thema ist aktueller denn je.»
bg

«Für Schweizer Verhältnisse ist das Schnellzugstempo», konstatierte Regierungsrat Marcus Caduff anlässlich der Eröffnung. Die Forschungseinheit mit dem einladenden Namen «Climate Change, Extremes and Natural Hazards in Alpine Regions Research Centre», kurz CERC, gehört zum hiesigen Schnee- und Lawinenforschungsinstitut SLF, welches wiederum Teil der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL ist. Deren Direktorin Beate Jessel liess es sich darum nicht nehmen, das Gebäude persönlich zu eröffnen. Es sei Ausdruck des Erfolges, der sich im Wachstum des SLF zeige, sagte sie, und biete Raum, neue Ideen zu entwickeln. Diese würden dann in bester SLF-Manier in praxistaugliche Lösungen umgesetzt. Doch wer zu klimabedingten Gefahren forsche, dem müsse auch die Nachhaltigkeit am Herzen liegen, sagte sie weiter. «Deshalb ist es mir eine besondere Freude, dieses Gebäude zu eröffnen, das den Anforderungen an den Minergie-P-Eco-Standard mit der höchsten Auszeichnung ‹Platin› entspricht.» Davon gebe es schweizweit nur 6500 und nur ein einziges innerhalb des ETH-Bereichs, zu dem das WSL gehört, wusste anschliessend Michael Hengartner, Präsident des ETH-Rats, zu berichten. «Davos ist eine Wissenschaftshochburg, weshalb ich immer wieder gerne hierher komme», fuhr er fort. Daher sei es kein Zufall, dass das CERC ausgerechnet hier und in Zusammenarbeit mit dem Kanton Graubünden lanciert worden sei. Der Kanton sehe sich mit verschiedenen Gefahren konfrontiert, nahm Caduff den Faden auf und ergänzte: «Die Forschung an diesem Thema ist existenziell für Graubünden. Wir müssen die Gefahren kennen und ihnen frühzeitig begegnen.» Umgekehrt könnten wohl nur hier die Forschenden vom Büro aus direkt auf ihre Forschungsobjekte schauen.

«Es war uns ein wichtiges Anliegen, die Auswirkungen auf die Umwelt so gering wie möglich zu halten und mit dem Geld – letztlich Steuern! – haushälterisch umzugehen», sagte Beate Jessel.
«Es war uns ein wichtiges Anliegen, die Auswirkungen auf die Umwelt so gering wie möglich zu halten und mit dem Geld – letztlich Steuern! – haushälterisch umzugehen», sagte Beate Jessel.
bg

58 neue Büroarbeitsplätze

Das viel gelobte Gebäude ersetzt ein kleineres, das bis im Mai 2021 den SLF-Koplex gegen die Bahngeleise hin abgeschlossen hatte. Der Neubau wurde aus Holz um einen Betonkern herum erstellt, der das Treppenhaus und den Lift enthält. Auf eine Unterkellerung wurde verzichtet, weshalb die ausgeklügelte Haustechnik ebenerdig zu stehen kommt. Darum herum befinden sich verschiedene Werkstätten. «Die Forschenden brauchen immer wieder ganz spezielle Gerätschaften, die wir hier selber herstellen und dabei auch gleich Lehrplätze anbieten können», wurde während einer Führung erklärt.

«Bei diesem Projekt hat alles gepasst», sagte Marcus Caduff. «Das Interesse war da, und das zum richtigen Zeitpunkt.»
«Bei diesem Projekt hat alles gepasst», sagte Marcus Caduff. «Das Interesse war da, und das zum richtigen Zeitpunkt.»
bg

Die Heizung erfolgt über eine bereits bestehende Grundwasser-Wärmepumpe, auf den Ost- und Westfassaden wurden Photovoltaik-Panele angebracht. Umwelt- und gesundheitsfreundliche Materialien machen die Arbeit in den hellen und grosszügig ausgelegten Büros, Sitzungszimmern und Labors zusätzlich angenehm. Daher wurde dem Bau wie bereits erwähnt die Auszeichnung Platin zugesprochen, die neben der Umweltfreundlichkeit auch Faktoren wie Wirtschaftlichkeit (Lebenszykluskosten) und Wohlbefinden der Nutzerinnen und Nutzer abfragt.

Ein spezieller Dank ging an Martin Gentner,der zusätzlich zu seiner Aufgabe als Logistikchef am SLF beim Neubau viele Planungs- und Koor-dinationsaufgaben übernommen hatte.
Ein spezieller Dank ging an Martin Gentner,der zusätzlich zu seiner Aufgabe als Logistikchef am SLF beim Neubau viele Planungs- und Koor-dinationsaufgaben übernommen hatte.
bg
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