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Familien mit schwierigen Startbedingungen werden durch das PAT-Programm unterstützt

Seit Januar können Familien mit schwierigen Startbedingungen in sieben Bündner Gemeinden vom präventiven Hausbesuchsprogramm profitieren. Ziel ist es, die Bildungschancen der Kinder zu erhöhen.

Südostschweiz
25.01.23 - 11:24 Uhr
Aus dem Leben
Gemeinsam alles schaffen: Drohende Probleme können bereits in der Kindheit angegangen werden. Das PAT-Programm dient dabei als Unterstützung.
Gemeinsam alles schaffen: Drohende Probleme können bereits in der Kindheit angegangen werden. Das PAT-Programm dient dabei als Unterstützung.
Bild Freepik

Der Familienalltag mit kleinen Kindern kann für jede Familie herausfordernd und zeitweise auch belastend sein. Unterstützung innerhalb und ausserhalb der Familie hilft, wie in einer Medienmitteilung des Kantons Graubünden steht. Andauernde Probleme belasten stark und machen es betroffenen Familien schwierig, ein für das Kind stressfreies und anregendes Umfeld zu schaffen, wie es heisst. Eine von Vertrauen geprägte Beziehung zum Kind aufzubauen, werde dadurch gehemmt. Diese Faktoren seien insbesondere in den ersten Lebensjahren von grosser Bedeutung für eine gesunde und altersgemässe Entwicklung eines Kindes. Hier setze das Programm «PAT – Mit Eltern Lernen» an. PAT steht für «Parents as Teachers», in deutsch: Eltern als Lehrer.

«Die Ressourcen und Erziehungskompetenzen der betroffenen Familien werden dank regelmässiger Hausbesuche durch ausgebildete Elterntrainerinnen gestärkt.»

– Zitiert aus Medienmitteilung, Kanton Graubünden

Gemäss Mitteilung werden im Rahmen des Programms Ressourcen und Erziehungskompetenzen der betroffenen Familien dank regelmässiger Hausbesuche durch ausgebildete Elterntrainerinnen gestärkt. Sie beraten die Familien zu ihrem individuellen, eigenen Potenzial. Ergänzend können sich die Familien an den monatlichen Gruppentreffen untereinander vernetzen sowie Angebote und Anlaufstellen in ihrem Wohnumfeld kennenlernen.

Langfristige Wirksamkeit nachgewiesen

Schon im Kindergarten verlieren Kinder aus benachteiligten Familien oftmals den Anschluss. «Im späteren Schulalltag können die Defizite kaum noch ausgeglichen werden», so die Verantwortlichen. Eine belastete Familie frühzeitig zu stärken, rechne sich auf lange Frist. Die Langzeitstudie Zeppelin, welche die längerfristige Wirksamkeit des Programms PAT in psychosozial belasteten Familien untersuche, weise positive Effekte auch mehrere Jahre nach Interventionsende aus. Die Studienergebnisse zeigen, dass Kinder aus Familien, welche mit dem Programm begleitet wurden, bessere Deutsch- und Mathematikkompetenzen, eine höhere Selbstregulation und weniger Verhaltensprobleme aufweisen. Eltern seien in ihren Erziehungskompetenzen gestärkt. Diese Ergebnisse sind nach Ansicht von den Mitwirkenden sehr vielversprechend. (red)

Das PAT-Programm wird im Auftrag des Kantons und Pilotgemeinden durch Pro Junior Graubünden angeboten. In Chur und Davos, welche schon seit 2022 dabei sind, profitieren bereits 13 Familien mit insgesamt 27 Kindern. In den Gemeinden Celerina, Felsberg, Pontresina, Sils i.E. und St. Moritz startete das Programm anfangs 2023.

Weiterführende Informationen sind hier zu finden.

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