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Mobbing unter Jugendlichen – was als Eltern machen?

Aus dem Leben
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Hanim Kurt

Dipl. Sozialpädagogin HF Kinder- und Jugendpsychiatrie, PDGR

Mehr Informationen zum Monatsthema und alle Beiträge unter pdgr.ch/monatsthema

Der Sohn oder die Tochter klagt über Bauch- oder Kopfweh, vermeidet soziale Kontakte mit Kollegen/Kolleginnen, die Schulnoten sinken und es fehlt die Motivation, zur Schule zu gehen. Und schlussendlich bleiben die üblichen Einladungen zu Geburtstagsfeiern aus. Das sind mögliche Alarmzeichen, dass etwas nicht mehr stimmt und ein Jugendlicher unter Mobbing leiden könnte. Das hat sich in den letzten Jahren, bedingt durch die sozialen Online-Netzwerke, intensiviert. Die Gründe, warum ein Jugendlicher Opfer einer solchen Entwicklung wird, sind vielschichtig. Meist sind mehrere Menschen beteiligt, wenn jemand gemobbt wird. Neben Opfer und Haupttätern gibt es Nebentäter oder solche, die wegschauen. Zudem läuft Mobbing in verschiedenen Schritten ab. Eine erste Phase – der Täter ist noch nicht Täter, das Opfer noch nicht Opfer – wird als Testphase bezeichnet. In der zweiten, der Konsolidierungsphase, werden eventuell unter Gruppenzwang Rollen definiert und die Beschwerden werden offensichtlich. 

Wenn die Situation nicht aufgelöst wird, spricht man von Manifestierungsphase, welche bleibende Traumas begünstigt. Bei den ersten Anzeichen einer Krise ist es wichtig, ein Kind ernstzunehmen, mit ihm das Gespräch zu suchen und nach Gründen für das veränderte Verhalten zu fragen. Allerdings bringt es nichts, nur mit dem Kind allein zu sprechen und ihm Ratschläge zu geben. Als betroffene Einzelperson kann es nichts gegen ein «Mobbing-System» ausrichten.

Den Eltern wird geraten, das Verhalten ihres Kindes genau zu beobachten und den Kontakt mit der Lehrerschaft zu suchen. Denn neben den Eltern kommt auch den Lehrpersonen eine wichtige Rolle zu. Um die Mobbing-Situation zu klären sind koordinierte Anstrengungen unter Einbezug des ganzen «Systems» nötig. Dabei werden gemeinsame Ziele und Werte definiert. Das bietet die Chance, präventiv zu wirken, Beteiligte zu sensibilisieren und die Manifestierungsphase zu vermeiden. Als Hilfe in dieser belastenden Situation sind auch Schulpsychologische Dienste oder die Ambulanten Dienste der Kinder- und Jugendpsychiatrie gefragt.

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