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«MAN LERNT ALS LEHRER, ANDERS ZU DENKEN»

Aus dem Leben
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Wagte mit Anfang 30 den Schritt in eine neue Berufswelt: Manuel Mark.
Wagte mit Anfang 30 den Schritt in eine neue Berufswelt: Manuel Mark.
Wie wird man Lehrerin oder Lehrer?

Die Pädagogische Hochschule Graubünden bietet in Chur zwei Bachelor-Studiengänge an. Die Diplome sind schweizweit anerkannt.

KINDERGARTEN UND PRIMARSCHULE (1.–2. KLASSE)

Dauer: 6 Semester (Vollzeit)

PRIMARSCHULE (1.– 6. KLASSE)

Dauer: 6 oder 8 Semester (Vollzeit / Teilzeit)

Umfang: 180 ECTS-Punkte

Sprachen:

Deutsch, Italienisch oder Romanisch
Ein zweisprachiges Diplom in den Kombinationen Romanisch-Deutsch, Italienisch-Deutsch bzw. Deutsch-Italienisch ist ebenfalls möglich.

Beginn: 12.09.2022

Anmeldeschluss: 30.06.2022

Semestergebühr: CHF 650.-

Mehr Infos unter www.phgr.ch/info

Manuel Mark arbeitete über zwölf Jahre im Büro – bis er mit Anfang 30 den Schritt in eine neue Berufswelt wagte. Im nächsten Sommer schliesst er das Studium zum Primarlehrer ab. Im Interview erzählt er, was er von seinen Schülerinnen und Schülern lernt – und wie er es ins Schweizer Fernsehen geschafft hat.

Sie absolvierten zunächst eine Lehre als Kaufmann. Wie kam es dazu?
Ein Grossteil meiner Familie arbeitete im Büro. Deshalb war es naheliegend, dass auch ich diesen Weg einschlug. 

Über zwölf Jahre arbeiteten Sie auf diesem Beruf, bis Sie merkten, dass etwas fehlt.
Genau. Ich war nicht unglücklich, konnte mir aber nur schwer vorstellen, bis zu meiner Pensionierung als Sachbearbeiter zu arbeiten. Ich wollte mehr: Mehr mit Menschen, kreativer arbeiten. Deshalb entschied ich mich, mit etwas über 30 an der PH Graubünden das Bachelorstudium zur Primarlehrperson zu beginnen.  

Wie viel Mut kostete Sie dieser Schritt? 
Es brauchte gar nicht so viel Mut. Man muss nur auf seine innere Stimme hören – und es dann machen.  

Welche Veränderungen brachte das Studium in Ihren Alltag?
Neu war vor allem das Lernen. Ich hatte zuvor viele Jahre von Montag bis Freitag im Büro gearbeitet. Der abrupte Wechsel in ein Vollzeitstudium war für mich eine Riesenumstellung, er riss mich aus dem gewohnten Rhythmus. Ich brauchte etwas Zeit, um mich zu organisieren und mich mental auf die neue Situation einzustellen. Bald begann ich, mein Studentenleben zu geniessen.

Sie engagieren sich parallel zum Studium unter anderem für die MINT-Projekte der PH Graubünden. Wie kam es dazu?
Während des Vorkurses an der EMS in Schiers wurde ich auf eine Ausschreibung aufmerksam. Die PH war auf der Suche nach Studierenden, die Lust hatten, bei einem MINT-Förderprojekt mitzuarbeiten. Dieses Projekt soll helfen, Kinder und Jugendliche für die Fächer Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik zu begeistern. Ich fand das eine tolle Sache. So konnte ich etwas Geld verdienen und erste Unterrichtserfahrungen mit Kindern sammeln.

Was sind dort Ihre Aufgaben?
Ich bringe den Kindern auf spielerische Art bei, wie die digitale Welt funktioniert. Ich zeige ihnen, wie man programmiert, Roboter baut und diese in Betrieb nimmt. Kompetenzen also, die in Zukunft wohl noch stärker gefragt sein werden.

Was motiviert Sie besonders an der Arbeit im MINT-Team?
Die Schule ist im Wandel, den Informationstechnologien gehört die Zukunft. Die Digitalisierung wird nicht nur die Infrastruktur, sondern auch die Art des Unterrichtens verändern. Die Arbeit im MINT-Team bietet mir die Gelegenheit, mich als Lehrperson auf die Welt von morgen vorzubereiten. 

Bald wird das Unterrichten zu Ihrem Beruf. Was lernen Sie als Lehrer von Ihren Schülerinnen und Schülern?
Einiges. Man lernt, Gas zu geben. Kinder haben eine unglaublich schnelle Auffassungsgabe. Und man lernt, anders zu denken. Heutzutage nutzen Kinder die digitalen Medien nicht nur, sie leben sie. Ihr Verhalten hat sich wie selbstverständlich den neuen Technologien angepasst. Eine Welt ohne Handy und Internet? Für sie unvorstellbar. Ich beobachte, wie Kinder auf einem Blatt Papier versuchen, mit den Fingern ein Bild zu vergrössern, und dann ganz erstaunt sind, wenn es nicht funktioniert. 

Manuel Mark unterwegs in Chur.
Manuel Mark unterwegs in Chur.

Ausserhalb des Klassenzimmers, in Ihrer Freizeit, sind Sie auch ein begeisterter Volksmusiker. Sie waren schon einige Male im Schweizer Fernsehen zu sehen. Wie kam es dazu?
Zur Volksmusik fand ich durch meinen Vater. Er hat schon immer Musik gemacht und meinen Bruder und mich von klein auf inspiriert. Heute bin ich in zwei „Bands“ aktiv: bei den Davoser Ländlerfründa und bei der Ländlerkapelle GrischArt. Ganz egal, ob es eine Probe ist oder ein vierstündiger Auftritt, es macht immer Spass und gibt mir Energie. Auch wenn ich erst spät nach Hause komme (lacht).

Braucht es Mut, in einer modernen Gesellschaft eine alte Tradition zu leben?
Es braucht Selbstvertrauen. Gerade als wir noch jünger waren, gab es immer wieder Situationen, in denen wir von Gleichaltrigen ausgelacht wurden wegen dem „alten Zeug“. Mein Bruder und ich standen aber immer darüber.

Nun ist die Volksmusik gar ein Teil Ihrer Bachelorarbeit. Inwiefern?
Schwyzerörgeli spielen ist weit mehr als nur Musizieren. Es ist ein Stück Schweizer Kulturgut. Ich möchte ein Lehrmittel entwickeln, das Lehrpersonen ohne spezifisches Fachwissen im Unterricht anwenden können. Sie sollen den Kindern die Volksmusik auf pädagogisch unterhaltsame Art näherbringen. Ich werde das machen, das ist fast schon logisch. Es ist ein Teil von mir. Und vielleicht kann ich dadurch einige Kinder zur Volksmusik inspirieren - dann ist das Ziel erreicht.

Welche Werte vermitteln Sie Ihren Schülerinnen und Schülern?
Dass es wichtig ist, sich treu zu bleiben und dass man seine Ziele mit der nötigen Konsequenz verfolgt. Auch dann, wenn Leute einem vielleicht etwas anderes einreden. Wie sollte man als Kind schon wissen, in welche Richtung man sich entwickelt? Unabhängig davon, ob man sich für Zukunftsthemen oder alte Bräuche interessiert: Man sollte das machen, was man gerne macht.

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