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Kiemenringend durch die Wasserdecke gezogen

Das interessanteste Geschöpf der Zoologie ist der Fisch. Er wächst noch, in den Augen des Fischers, wenn er längst gegessen ist.

Klosterser
Zeitung
01.05.22 - 06:00 Uhr
Aus dem Leben
1. Mai: Beginn der Fischersaison.
1. Mai: Beginn der Fischersaison.
HSK

Samstag, 1. Mai 2021, früh am Morgen: Ein erster Blick aus dem Stubenfenster, augenreibend nach dem tiefen Schlaf. Ich erschaudere, Feen, Geister und anderes unbestimmbares Gwäsch, rund um den Doggilochsee funkelt und blitzt es. Werden da Vorbereitungen für die «Sächsi-Schälletä» getätigt? Der Feldstecher bringt Klarheit. Die Petrijünger und -senioren sichern sich den besten Platz und installieren sich, sogar mit dampfender Zigarette, für den baldigen Beginn der Fischereisaison am Morgen um fünf Uhr.

Angeln ist die einzige Art von Philosophie, von der man satt werden kann

Die adrett gekleidete Spaziergängerin schaut einem Angler mit sehr dicken Backen eine Weile zu und fragt ihn neugierig, ob er Zahnschmerzen habe. Der Angler: «Nein, aber irgendwie muss ich die Würmer ja auftauen. Und der Köder muss dem Fisch schmecken, nicht mir». Darauf die Dame entrüstet: «Nichts ist langweiliger als Angeln!» Der Angler entgegnet wirsch: «Doch, zuschauen!» Er doppelt gleich nach: «Darf ich in Ihrem Garten Würmer suchen? Sie bekommen einen Fisch dafür.»– «Und wenn nichts anbeisst?» – «Dann bekommen Sie die Würmer gewaschen zurück.» Nach einer Weile die Dame zum Angler: «Und, beissen die Fische?» Der antwortet prompt: «Nein, Sie können sie ruhig streicheln!» Nach einer Weile schiebt er nach: «Fische, die beissen, bellen nicht.» Sie lapidar: «Was nützte es dem Fisch, wenn er reden könnte, wo ihn doch jede Gesellschaft frisst?» Der Angler gibt nicht auf: «Die Weisheit der Schöpfung erkennt man daran, dass die Fische stumm sind. Was gäbe es sonst für einen Lärm, wenn sie über jedes Ei gackern würden. – Vor einem Jahr habe ich hier einen Fisch gefangen, der war so gross, dass der Wasserspiegel um einen Meter absank, als ich ihn herauszog.» «Jaja», meint sie, «der Fisch, den man fängt, ist immer grösser als der Teich.»

Der Angler lenkt vom Thema ab: «Meine grösste Sorge ist, dass meine Frau, wenn ich einmal tot bin, meine Angelausrüstung für das verkaufen wird, was ich gesagt habe, dass ich dafür bezahlt habe.»

Sie beobachtet dann wie er das rechte Bein über das linke schlägt und nach einer halben Stunde das linke über das rechte und fragt ihn: «Üben Sie Breakdance oder fischen Sie?» Er amüsiert: «Wäre der heutige Tag ein Fisch, würde ich ihn wieder zurücksetzen.» Erstaunt fragt sie: «Macht man den Seespiegel kaputt, wenn man in See sticht?»

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