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In der Val Müstair wird Historisches wiederbelebt

Die Biosfera Val Müstair saniert zwei kulturgeschichtliche bedeutende Verkehrswege in der Val Müstair. Die Arbeiten haben im Sommer begonnen und sollen bis 2024 abgeschlossen sein.

Südostschweiz
11.08.22 - 13:02 Uhr
Aus dem Leben

Gleich zwei historische Verkehrswege werden seit diesem Sommer im Rahmen eines Projektes der Biosfera Val Müstair instand gestellt: Ein Weg von lokaler Bedeutung zwischen Punt Lü und Lüsai, der ein Relikt der ehemaligen Terrassenlandschaft zugänglich macht, sowie ein Weg von nationaler Bedeutung zwischen dem Umbrailpass und der Dreisprachenspitze. Dieser wurde vom Militär zur Versorgung der Truppen an der Front während des 1. Weltkrieges gebaut. Beide Wege beeindrucken durch ihre Bauweise. Wie die Biosfera Val Müstair in einer Mitteilung schrieb, sollen die Arbeiten an den Wegen bis 2024 abgeschlossen sein.

Unterstützung von vielen Seiten

Ziel der Arbeiten sei es, die Wege als wichtiges Kulturgut auch für zukünftige Generationen zu erhalten, denn historische Verkehrswege seien wichtige Zeitzeugen. Damit die anspruchsvolle Ausführung der Bauarbeiten auch denkmalpflegerischen Gesichtspunkten standhält, werden die Arbeiten von einem Fachexperten für historische Verkehrswege begleitet.

Auch touristische Gesichtspunkte würden bei der Instandstellung eine Rolle spielen. So wird nach Abschluss der Arbeiten der Weg zwischen Punt Lü und Lüsai in das Wanderwegenetz der Gemeinde Val Müstair aufgenommen. Dadurch sollen Wanderer und Bikerinnen besser voneinander getrennt werden.

Die Ausführung der Arbeiten in der objekttypischen Bauweise der beiden Wege ist kostenintensiv, wie es heisst. Darum wird das Projekt von der Gemeinde Val Müstair, dem Bundesamt für Strassen, dem Fonds Landschaft Schweiz, dem gemeinnützigen Fonds des Kantons Zürich, dem Wanderwegfonds, dem Amt für Natur und Umwelt des Kantons Graubünden und weiteren Stiftungen unterstützt. (red)

Wichtige Zeitzeugen

Historische Verkehrswege sind wichtige Zeitzeugen. Wie die Biosfera Val Müstair mitteilt, sind sie erlebbare Elemente der Kulturlandschaft. Oft sind die Wege, wie moderne Infrastrukturen auch, landschaftsprägend. Zudem würden sie Aufschluss über Zusammenhänge in der Landschaft geben. Die Bauweise der Wege mit lokal vorhandenen Materialien sei eindrücklich und führe zu einem hohen Erlebniswert der historischen Wege. Das mache sie auch touristisch interessant und die Wege werden, wo möglich, in das Wanderwegenetz eingebunden. Aus diesem Grund führt der Bund ein Inventar, in dem bedeutende Objekte sowie Objekte mit viel historischer Substanz enthalten sind. (red)

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