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Die Geschwister sind wieder vereint

Die neusten Bewohner im Arosa Bärenland, Sam und Jamila, sind am Montag zum ersten Mal aufeinandergetroffen. Es folgte ein gegenseitiges Beschnuppern.

Südostschweiz
08.08.22 - 17:13 Uhr
Aus dem Leben

Seit Mai wohnen im Arosa Bärenland mit Sam und Jamila zwei neue Bären. Die beiden sind Geschwister und kommen aus dem Zoo Skopje in Nordmazedonien. Dort hatten sie jedoch keinen Kontakt, da sie getrennt gehalten wurden. Am Montag hat sich das geändert: Wie Arosa Tourismus mitteilte, sind Sam und Jamila zum ersten Mal in direktem Kontakt aufeinandergetroffen. 

In den vergangenen Wochen durften die beiden Bären je einzeln die Aussenanlage des Areals kennenlernen. Dass sie nun aufeinandertrafen, sei jedoch für die Besuchenden des Bärenlands sowie für die Mitarbeitenden ein spezieller Moment gewesen. Alle hätten gespannt auf die Reaktion der beiden Bären gewartet. «Wir konnten nicht voraussagen, ob sich die beiden als Geschwister erkennen oder ob sie bärentypisch eine Hierarchie ausmachen», lässt sich Hans Schmid zitieren, wissenschaftlicher Leiter im Arosa Bärenland.

Kurzer Schockmoment

Um Punkt 10 Uhr ging es los – der Schieber wurde geöffnet. Sam graste bereits friedlich in der Aussenanlage, und nach einigen Minuten machte sich auch Jamila auf den Weg nach draussen. Mit dem Rücken zu Sam und direkt unter der Besucherplattform verweilte sie entspannt. Als Sam seine Artgenossin bemerkte, bewegte er sich in schnellen Schritten auf Jamila zu und stupste sie von hinten an. «In diesem Moment hat sich Bärin Jamila erschrocken und ging ganz bärentypisch in die Angriffsposition. Sie hat dann aber schnell gemerkt, dass ihr hier nichts passieren wird, und so haben sich die beiden nach den ersten Schrecksekunden schon ziemlich vertraut beschnuppert», erklärt Schmid das Verhalten von Sam und Jamila.

So folgte nach dem kurzen Gefecht mit harmlosen Tatzenschlägen ein freundliches Beschnuppern. Gemäss Arosa Tourismus schienen die beiden Wildtiere mit der neuen Situation gut klarzukommen. Ähnlich sieht es die Tierschutzorganisation Vier Pfoten: «Das war eine Bilderbuchbegegnung! Die Vergesellschaftung lief für beide Tiere absolut stressfrei und vertraut.»

Video Arosa Bärenland

Meilenstein für die Bären

Das Arosa Bärenland hat sich zum Ziel gesetzt, den Tieren ein möglichst naturnahes Bärenleben zu ermöglichen. Das heisst, dass die Bären keinen separaten Lebensraum haben, sondern diesen mit ihren Artgenossen teilen. Damit alle Bären jederzeit eine Rückzugsmöglichkeit haben, gehört es im Arosa Bärenland zur Vergesellschaftungsstrategie, dass sich jeder Bär zuerst allein einen Überblick über das Gelände mit Felsen, Bäumen und Höhlen verschaffen kann.

Die beiden Bären Sam und Jamila dürften mit diesem Montag einen weiteren Meilenstein in ihrem neuen Leben als Aroser Bären gemeistert haben. Ganz abgeschlossen ist die Vergesellschaftung jedoch nicht. Als Nächstes folgt ein Aufeinandertreffen mit den beiden anderen Bären Amelia und Meimo. Bevor dieses Treffen stattfindet, wolle man den beiden Neuzugängen erst noch etwas Zeit geben, um sich aneinander zu gewöhnen. (red)

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