×

Das Hirsch-Video hat erste Folgen

Um den künstlichen Kanal in Landquart wird ein Zaun gebaut. Ausgelöst hat dies ein Hirsch, der in den Kanal gefallen war und nur mit einem Kran aus seiner misslichen Lage gerettet werden konnte.

Südostschweiz
11.03.22 - 16:17 Uhr
Leben & Freizeit
Missliche Lage: Jägerschaft, Wildhut und Feuerwehr leiten Ende Januar die Rettung des Hirsches ein.
Missliche Lage: Jägerschaft, Wildhut und Feuerwehr leiten Ende Januar die Rettung des Hirsches ein.
Bild Feuerwehr Landquart

Ein Video aus Landquart hat Ende Januar für Aufsehen gesorgt. Damals ist ein Hirsch in einen künstlichen Wasserkanal geraten. Alleine konnte sich das Tier nicht aus seiner misslichen Lage befreien. Mit vereinten Kräften und mithilfe eines Krans konnte der Sechzehnender schliesslich gerettet und frei gelassen werden. Nun handelt die Betreiberin des Kanals.

Dieser führt von der Örtlichkeit Holzschleife bis zur Obermühlebrücke und betreibt bei der Papierfabrik Landqart ein kleines Kraftwerk. Der Kanal ist mehr als 100-jährig und wurde vor zehn Jahren vom Energieunternehmen Repower übernommen.

In seinem heutigen Zustand birgt er eine Gefahr, wie Repower-Mediensprecher Stefan Bisculm auf Anfrage von Radio Südostschweiz sagt. Tiere, aber auch Menschen können in den Kanal fallen. Ohne fremde Hilfe sei es nur schwer möglich, wieder aus dem Kanal zu kommen, so Bisculm weiter.

In Gesprächen mit der Wildhut und der Gemeinde Landquart ist Repower zum Schluss gekommen, auf beiden Seiten des Kanals auf einer Länge von 500 Metern einen Zaun aufstellen zu lassen. Die Kosten von 70'000 Franken trägt laut Bisculm Repower. Baustart soll im April sein.

So sah das damals aus: Jägerschaft, Wildhut und Feuerwehr retten Ende Januar ein Hirsch.

Möglicherweise ist die Einzäunung aber eine Lösung auf Zeit. Denn Repower plant seit Längerem den Bau des Wasserkraftwerks Chlus. Die neue Anlage soll das Gefälle zwischen Küblis und dem Rhein zur Stromproduktion nutzen. Dabei wird Wasser aus dem Kraftwerk in Küblis gefasst und über Druckstollen und Druckleitung zur neuen Kraftwerkszentrale in Trimmis geführt. Weiteres Wasser kommt aus der Landquart bei Küblis sowie den Bächen Ariesch-, Furner- und Schranggabach dazu. Das Konzessionsgenehmigungsgesuch liegt beim Kanton. Kommt der Bau des neuen Kraftwerks zustande, würde der heutige Kanal zu wenig Wasser für das Kraftwerk der Papierfabrik führen. Dann würde der Kanal zurückgebaut, das Gebiet renaturiert und zu einem Naherholungsgebiet umfunktioniert. Baustart könnte in 10 bis 15 Jahren sein. Repower rechnet mit einer Bauzeit von vier bis fünf Jahren und mit einem Investitionsvolumen für das Kraftwerk Chlus von 380 Millionen Franken. (sem/phw)

Kommentieren
Wir bitten um euer Verständnis, dass der Zugang zu den Kommentaren unseren Abonnenten vorbehalten ist. Registriere dich und erhalte Zugriff auf mehr Artikel oder erhalte unlimitierter Zugang zu allen Inhalten, indem du dich für eines unserer digitalen Abos entscheidest.

Hallo

Super, dass jetzt was gemacht wird. War ja auch Zeit. Die Tierambulanz Chur hat ja vor einem Jahr (Hund im Mühlbach) schon Vorschläge an die Repoqer gemacht.
Wir danken der Repower und dem Amt für Jagd und Fischerei dafür, daß jetzt was unternommen wird.

Tierambulanz Chur

Mehr zu Leben & Freizeit MEHR