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Auf den Kräuterfeldern des Puschlav

Ja, wenn Engel reisen . . . Sonnenschein begleitet die 64 Bündnerinnen, die aus allen Kantonsteilen angereist sind, davon 23 aus der Sektion Davos, auf ihrem Ausflug ins Puschlav.

Davoser
Zeitung
14.09.22 - 12:00 Uhr
Aus dem Leben
Firmeninhaber Bruno Raselli begeht mit den Besucherinnen seine Felder.
Firmeninhaber Bruno Raselli begeht mit den Besucherinnen seine Felder.
zVg

Das Umsteigen muss sportlich getätigt werden, sind doch an diesem sonnigen Tag viele Gruppen unterwegs.

pd | Wie jedes Jahr gibt sich die Kantonale Bündnerinnen-Vereinigung eine Kulturelle Jahresaufgabe und setzt diese jeweils im Herbst im Rahmen eines gemeinsamen Ausflugs um. Dieses Jahr ist es die Besichtigung der Kräuterproduktion der Raselli Erboristeria Biologica in Le Prese im Puschlav. Beim köstlichen Mittagessen – natürlich Puschlaver Pizzoccheri – besucht Bruno Raselli die Gruppe und erzählt stolz, dass alles, was sich auf dem Teller befinde, aus der eigenen Produktion komme. Denn neben der Kräuterproduktion habe er auch einen Landwirtschaftsbetrieb. Nach dem Essen dürfen die Frauen, aufgeteilt auf zwei Gruppen, mit Bruno Raselli auf eine Besichtigungstour des Betriebs gehen. Riesige Kräuterfelder werden jedes Jahr mit neuen Setzlingen bepflanzt. Viele können später mit Maschinen geerntet werden. Dies bedingt jedoch, dass es kein Unkraut auf den Feldern haben darf. Das Unkrautjäten wiederum muss von Hand gemacht werden. Auch gibt es grosse Felder, so zum Beispiel jene mit Kornblumen, auf denen von Hand gepflückt werden muss. Bruno Raselli erklärt den Bündnerinnen, dass kaum mehr Schweizer oder Italiener diese strenge Arbeit machen wollen. Entsprechend beschäftigt die Firma seit Jahren polnische Arbeitnehmende.

Geringerer Jahresertrag

Die Firma Raselli produziert in der Regel vierzig Tonnen Kräuter pro Jahr. In diesem Jahr machte jedoch das trockene Wetter einen Strich durch die Rechnung, und so werden es nur etwa dreissig Tonnen sein. Die Trocknungsanlagen mussten selber entwickelt werden, da es so etwas bei der Gründung des Unternehmens vor über 40 Jahren noch nicht gab. In Staunen versetzt die Bündnerinnen auch die zwei Maschinen zur Teebeutelherstellung, mit denen 20 000 Beutel pro Stunde hergestellt werden können. Die Firma Raselli liefert seit Jahrzehnten an die Firma Ricola und darf auch Coop Naturaplan zu ihren treuen Kunden zählen. Die Bündnerinnen lassen sich zum Schluss noch die Produktepalette erklären, und Bruno Raselli meinte schmunzelnd, man könne seine Produkte gut nach Hause nehmen, denn sie seien ja leicht.

Eisenkraut soweit das Auge reicht: Hieraus entsteht Verveine-Tee.
Eisenkraut soweit das Auge reicht: Hieraus entsteht Verveine-Tee.
zVg

Jahresaufgabe erfüllt

Die Gelegenheit dieses Ausflugs wird zur Durchführung der diesjährigen Delegiertenversammlung der Vereinigung genutzt. Präsidentin Yvonne Monsch führt zügig durch die Traktanden, und die Versammlung darf erfreut das Ergebnis der praktischen Jahresaufgabe zur Kenntnis nehmen. So konnte die Vereinigung 2021 sieben Alters- und Pflegezentren und eine Psychiatrische Klinik im Kanton Graubünden mit insgesamt 32 selbst­gestrickten Decken, 20 Paar Bettsocken, 39 Paar Herrensocken und 21 Dreiecks-tüchern beschenken.

Plaudernd macht sich die grosse Gruppe anschliessend auf die Heimreise, viele natürlich mit Kräutertees im Gepäck.

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