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Einheimische Christbäume haben weniger unter der Hitze gelitten

Das Weihnachtsbaumgeschäft ist erfolgreich angelaufen. Gefragt sind grosse Bäume, und der warme Sommer hat einen Einfluss auf die Baumqualität.

Südostschweiz
29.11.22 - 04:30 Uhr
Aus dem Leben
Erfolgreich: Das Weihnachtsbaumgeschäft läuft trotz wirtschaftlich angespannter Lage gut.
Erfolgreich: Das Weihnachtsbaumgeschäft läuft trotz wirtschaftlich angespannter Lage gut.
Bild Archiv

von Annatina Schlegel und David Eichler

Die einen stellen den Weihnachtsbaum bereits mit Beginn der Adventszeit ins Wohnzimmer, die anderen warten noch bis Heiligabend damit. Sicher ist, ab dem 24. stehen in ganz Graubünden und der Schweiz kleinere und grössere Tannenbäume in den Stuben. Wie viele es in Graubünden sein werden, ist noch nicht ganz klar, wie Markus Schutz vom Alpinen Gartencenter Schutz in Filisur gegenüber Radio Südostschweiz erklärt: «Das Geschäft zum ersten Advent verlief sehr gut. Eigentlich wie in anderen Jahren auch.» Gespannt sei er noch auf das Weihnachtsgeschäft, wenn die Wintersaison in den Tourismusgebieten losgegangen sei. «Eine Voraussage ist schwierig für mich, aber man fragt sich natürlich, wie viele Leute jetzt wegfliegen, statt in der Schweiz Weihnachtsferien zu machen und sich vor Ort einen Baum zu kaufen.»

Heisses Wetter sorgt für ungleichmässiges Wachstum

Nicht nur die Tourismusströme, auch das Sommerwetter hat einen Einfluss auf das Geschäft mit den Weihnachtsbäumen. Nach einem heissen und trockenen Sommer wachsen Tannenbäume nicht so, wie es sich Weihnachtsbaumhändler wünschen würden. «Bei Weihnachtsbäumen schauen die Leute genau hin. Gefragt sind gleichmässig gewachsene Bäume mit perfekten Spitzen», weiss Schutz. Da müsse man im Sommer mehr bewässern und allenfalls auch das Gras rund um die Bäume seltener schneiden, um dadurch mehr Wasser im Boden zu behalten. Reicht das nicht, ist das aber noch nicht das Ende der Christbaumkarriere: «Wenn eine Tanne für ein Jahr nicht brauchbar ist als Christbaum, können wir sie mit richtiger Pflege und Beschnitt wieder in eine adventstaugliche Form bringen.» Im schlechtesten Fall taugen nur noch die Äste des Baums als Reisig für die Weihnachtsdekoration.

Nordmanntannen haben mehr gelitten

Auch die Art der Tanne und wo sie gewachsen ist, spielt eine Rolle. «Wir hatten in höheren Lagen eigentlich kaum Probleme mit dem Wachstum der Bäume. Eher im Gegenteil.» Hinzu komme, dass es in Filisur bereits einige Frostperioden gegeben habe, was gut sei für die Nadeln der Tannen. Schutz ergänzt: «Weiter unten, zum Beispiel in Lostallo, war es aber viel zu trocken und das sieht man den Bäumen auch an.» Es zeige sich, dass einheimische Arten wie die Rottanne oder die Dufttanne besser mit der Hitze umgehen konnten. «Die Nordmanntanne hingegen, immer noch der beliebteste Weihnachtsbaum, hat stärker gelitten.»

Grosse Bäume sind gefragter als früher

Auch das Geschäft mit den Mietbäumen sei erfreulich angelaufen, wie Schutz erläutert und deren Vorteile aufzählt: «Mietbäume, die in einem Topf kommen und nach der Adventszeit wieder zurückgegeben werden, verlieren ihre Nadeln nicht.» Hier sei die Nachfrage insbesondere in Städten und bei Veranstaltungen grösser. Was Schutz am bisherigen Weihnachtsbaumgeschäft erstaunt und erfreut: Die gewachsene Nachfrage nach grossen Bäumen. «Ich hatte eher damit gerechnet, dass sich die Leute dieses Jahr aufgrund der Teuerung und der allgemeinen wirtschaftlichen Lage einen kleineren Baum holen. Die Nachfrage nach grossen Bäumen ist aber im Vergleich zum letzten Jahr wieder angestiegen.» Gestiegen seien auch die Preise aufgrund höherer Kosten bei der Produktion. Je nach Baumart und Grösse um bis zu 5 Prozent, wie Schutz erklärt.

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