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Churer Zünfte schenken der Stadt einen Brunnen

Churer Zünfte schenken der Stadt einen Brunnen

Seit 555 Jahren gibt es die Zunftverfassung der Stadt Chur. Zur Feier dieses Jubiläums erhält die Stadt einen Zunftbrunnen an der Poststrasse.

Südostschweiz
16.10.21 - 04:30 Uhr
Aus dem Leben
Geschenkt: Der neue Zunftbrunnen steht an der Poststrasse in Chur.
Pressebild

Die Zunft zur Rebleuten und die Zunft zur Schneidern schenken der Stadt Chur einen neuen Zunftbrunnen. Der Brunnen wird am Samstag eingeweiht und steht an der Poststrasse, wo sich früher bereits ein Trinkbrunnen befand und das Kunstwerk «die Liegende» platziert war, wie die Stadt mitteilt.

Gemäss Mitteilung erhält die Stadt den Brunnen zum 555-Jahr-Jubiläum der Churer Zunftverfassung. Der Brunnen werde bei der Wasserquelle durch die Skulptur «Unterwegs, Ziel unbekannt» verziert, heisst es weiter. Diese stammt von der Künstlerin Janni Weibel.

Schweres Gefährt: Der neue Zunftbrunnen kommt an seinem Standort an.
Pressebild

Der Brunnen soll die Bewohnerinnen und Bewohner der Stadt, insbesondere die Kinder, zum kurzen Verweilen in der Poststrasse animieren. Der Brunnen ist aus Beton gegossen und die Inschrift «Die Zeit fliegt dahin» bildet eine Einheit mit der Skulptur. (so)

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Ja, die Stadt Chur tut sich schwer mit der Kunst. Die Liegende ist das beste Beispiel dafür. Dieses Objekt ist tatsächlich eine Katastrophe. Beim Kunstmuseum in Vaduz hat es übrigens auch eine "Liegende Frau", aber dieses Gebilde ist echt wunderschön. Das ist dann schon wahre Kunst. Auch auf dem Alexanderplatz steht so ein 3-teiliges Wunderwerk. Das kann man aber gerade noch als Kunstwerk akzeptieren. Das, was jetzt aber vor Kurzem mit dem Mühleturm passierte, ist auch so etwas wie ein künstlerischer Fehltritt. Warum musste der schöne Kristall übermalt und der Turm verunstaltet werden ? Auch wenn das neue Motiv aus einem Schülerwettbewerb entstand, man hätte dafür nicht den Mühleturm missbrauchen sollen, dafür gibt es öde Unterführungen oder sonstige grauen Wände im oder um das Stadthaus. Und in 2 Jahren soll der Mühleturm wieder neu bemalt werden. Scheinbar hat die Stadt Chur genug Steuergelder um solchen Unsinn zu finanzieren. Was den neuen Brunnen an der Poststrasse, geschenkt von den 2 erwähnten Zünften anbelangt, finde ich ihn nicht so schlimm, wie der Herr W. Reuss schreibt. Nein, ich finde ihn sogar schön und passend. Auch der Brunnen bei der GKB, "Tränen der Lucretia" ist m.E. ein sehr schönes Kunstwerk, egal aus welchem Grunde die Lucretia ihre Tränchen auch vergossen haben mag. Wir leben in einer sehr hektischen Zeit (leider) und die Brunnen-Inschrift trifft somit auch zu. Da wir in der Stadt Chur bekanntlich aber 5 Zünfte haben, wäre es sehr schön gewesen, wenn sich alle Fünf mit ihren schönen Wappen daran beteiligt und verewigt hätten. Aber trotzdem, tausend Dank an die Zunft zur Rebleuten und der Zunft zur Schneidern für ihr schönes und wertvolles Brunnen-Geschenk.

An dem Brunnen steht: «Die Zeit fliegt dahin».
Nun, künstlerischer als (vormals dort situiert) "Die Liegende" (die Donald Duck ebenfalls umhaute, zum Liegenden machte, yeah, unter Kunst versteht er eben Können) finde ich den Betonklotz nicht.
Das ist es ja, was offenbar dem Volk leider nicht in den Kopf will (apropos Systemwechsel, Edental), der alte Spruch: «Es ist später, als du denkst».
Ich hätte an diesem Brunnen zeit- und sinngemässer eingemeisselt: «Die Zeit fliesst bachab».
Übrigens, von interessanten Brunnen ist die Stadt Chur reich. Etwa die Wasserschale bei der GKB Poststrasse, und die Frage, ob das Tränen der Trauer oder Freude waren von Lukretia. Ihr Vater Pompejus (von) Planta wurde von ihrem früheren Geliebten Jörg Jenatsch getötet, dieser wiederum dito, am Standort des Brunnens, wo sich damals das Gasthaus «Zum staubigen Hütlein» befand, von ihr. Abgesehen von überlieferten Tiefsinnigkeiten oder dichterischer Fantasie (die fast schon an die "Strategien" von Graubünden Ferien erinnern, ächz), stelle ich fest: So viele Tränen können nur aus Trauer stammen, denn Freudentränen fliessen kürzer.
https://churermagazin.ch/pages/archive/200908/stadtfuehrung.pdf