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Das junge Forschungsinstitut SRISM feiert sein Einjähriges

Das junge Forschungsinstitut SRISM feiert sein Einjähriges

Der Vorstand des neuen Davoser Forschungsinstituts für Sportmedizin (engl. Swiss Research Institute for Sports Medicine – SRISM) fand sich diese Woche zur ersten Mitgliederversammlung im Hotel Grischa zusammen, um sein einjähriges Bestehen und die bisherigen Erfolge zu feiern.

Davoser
Zeitung
27.09.21 - 12:00 Uhr
Aus dem Leben
Der SRISM-Vorstand nach der Mitgliederversammlung 2021 im Hotel Grischa. (v.l.): Dr. Michael Villiger, Dr. Walter Kistler, Alexandra Wallimann, Debbie Maurer, Prof. Dr. Cezmi Akdis, Dr. Beat Villiger.
zvg

 Das SRISM blickt zurück auf ein aussergewöhnliches Gründungsjahr, welches insbesondere aufgrund der Covid-19-Pandemie durch grosse Herausforderungen geprägt war. Nichtsdestotrotz wurden bereits 2020 erste Meilensteine erreicht – unter anderem der Beginn der Anlage des schweizweit ersten Sportlerinnen- und Sportlerregisters für wissenschaftliche Zwecke. Das SRISM ist auf der Basis der langjährigen erfolgreichen Vorgeschichte einer gemeinsamen Forschung der Sportmedizinischen Abteilung des Spitals Davos («Davos Sports & Health») und des international hoch angesehenen SIAFs (Schweizerisches Institut für Allergie- und Asthmaforschung) entstanden: Aufgrund der sportmedizinischen Expertise von «Davos Sports & Health» des Spitals Davos mit seinen modernen Testlabors in der Eishalle Davos und des Know-hows des SIAF sowie der Nutzung dessen topmoderner Einrichtungen bietet SRISM eine einzigartige wissenschaftliche Kollaborationsplattform für zukünftige Spitzenforschung.

Es gibt viel zu erforschen

Die Forschung im SRISM widmet sich den brennenden Fragen der Sportimmunologie: Warum sind Spitzen-Athleten anfälliger für Infekte, Allergien und Asthma, Hobby-Sportler dagegen sogar weniger anfällig als inaktive Vergleichsgruppen? Was sind die Mechanismen? Gibt es messbare Charakteristika, die besonders anfällige Athleten identifizieren können, damit diese besser geschützt werden können? Welchen Einfluss haben intensiver und moderater Sport auf das menschliche Immunsystem und den Stoffwechsel? Mit seinem grossen Erstprojekt möchte das SRISM diese Fragen anhand eines molekularen «Sportler-Fingerabdrucks» beantworten und die personalisierte Sportmedizin im Spitzen- und Hobbysport fördern. Die enge Zusammenarbeit mit lokalen und nationalen Sportklubs und Verbänden (HC Davos, Swiss-Ski) wie auch mit den sportlich aktiven Einheimischen und Gästen jeden Alters ist von grosser Wichtigkeit und erlaubt dem SRISM den weiteren Aufbau des schweizweit ersten wissenschaftlichen Sportler-Registers sowie Aussagen zu Gesundheit und Sport.

Bereits erste Erkenntnisse gewonnen

Höchst erfreulich war die Aufnahme des SRISM in die Academia Raetica, die Bündner Vereinigung zur Förderung von Wissenschaft, Forschung und Bildung. Als Highlight des Jahres 2021 feiert das SRISM seine erste wissenschaftliche Publikation mit Erstautorin Debbie Maurer in «Allergy», der weltweit führenden medizinischen Fachzeitschrift im Bereich der Klinischen Immunologie und Allergologie. Hierbei wurde der Einfluss von körperlicher Aktivität auf das Immunsystem von Kindern mit Asthma in einer internationalen europäischen Kollaborationsstudie erforscht. Die Resultate bestätigen, dass Kinder mit unkontrolliertem Asthma weniger körperlich aktiv sind, was die Wichtigkeit einer adäquaten medizinischen Betreuung unterstreicht. Weiter weisen die Studienergebnisse darauf hin, dass regelmässige körperliche Aktivität bei Kindern mit Asthma mit einer guten Immunantwort auf Infekte assoziiert ist. Es ergaben sich jedoch auch Hinweise, dass sehr hohe körperliche Aktivität in einigen Kindern einen Entzündungsstatus mit potenziell negativer Auswirkung auf ihr zugrunde liegendes Asthma auslösen kann, weshalb weitere Studien zur Ermittlung des optimalen Bewegungsausmasses sehr wichtig sein werden. Die Forschenden des SRISM arbeiten aktuell eng mit internationalen Experten der Sportimmunologie zusammen, um demnächst eine Übersichtsarbeit über das Immunsystem und Asthma bei Wintersportlern zu publizieren.

Alles in allem blicken die Forschenden des jungen SRISM auf ein ereignisreiches und erfolgreiches erstes Jahr zurück und freuen sich darauf, den bereits etablierten Forschungsplatz Davos in Zukunft mit Spitzenforschung in der Sportmedizin weiter zu stärken.

Forschungsziele von SRISM

• Erforschung der Ursache für das vermehrte (Spitzensport) und verminderte (Gesundheitssport) Auftreten von Infekten, Allergien und Asthma bei Sportlerinnen und Sportlern

• Untersuchung des Stoffwechsels und dessen Einfluss auf die Infektanfälligkeit beziehungsweise Infektprävention

• Suche nach sogenannten Biomarkern (biologische Charakteristika), welche betroffene Sportlerinnen und Sportler identifizieren können

• Erforschung des Effekts von intensivem und moderatem Training auf das Immunsystem und den Stoffwechsel

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