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Ursachen und Behandlung von Beinschwellungen – Gefässerkrankungen im Überblick

Die Beinschwellung ist ein häufiges Symptom und kann Ausdruck von verschiedenen Krankheitsbildern sein. Oft ist ein dickes Bein auf einen Unfall, einen Fehltritt oder eine Infektion zurückzuführen.

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23.08.21 - 06:00 Uhr

Es gibt aber auch Gefässerkrankungen, welche eine Beinschwellung verursachen können. Wegen der Vielfalt möglicher Ursachen ist es wichtig, die Diagnose zu stellen, um ein dickes Bein korrekt behandeln zu können.
Aus Sicht der Gefässmedizin kann eine Beinschwellung Ausdruck eines Problems im Venen- oder Lymphsystem sein oder durch ein Lipoedem verursacht werden. 

Mögliche Venenerkrankungen sind Krampfadern oder eine Thrombose (Gerinnsel in den Venen), die zu einer gestörten Blutzirkulation in den Venen und dadurch zu einer Schwellung führen können. Bei Krampfadern (Varizen) handelt es sich um ein Venenleiden des oberflächlichen Venensystems. Ursache dafür ist eine Schwäche der Venenklappen. Das führt zu einem eingeschränkten Venenabstrom, was einen erhöhten Druck im Venensystem verursacht. In der Folge kommt es zu erweiterten und vergrösserten Venen mit geschlängeltem Verlauf und einer möglichen Beinschwellung. 

Die Thrombose ist ein Notfall, weil die Verschleppung des Gerinnsels (Embolisation) allenfalls eine Lungenembolie verursachen kann. Sowohl bei Krampfadern als auch bei der Thrombose sind Kompressionsmassnahmen zur Abschwellung des Beines notwendig. Sind Krampfadern die Ursache für eine Beinschwellung, so können diese chirurgisch oder minimal-invasiv (z.B. mit Laser) behandelt werden. Liegt der Beinschwellung eine Thrombose zu Grunde, so hat eine Antikoagulation (Blutverdünnung) zu erfolgen, um das Gerinnsel aufzulösen. Abhängig von der Lokalisation der Thrombose (z.B. Beckenvenenthrombose) ist manchmal nur die alleinige Blutverdünnung nicht ausreichend. In gewissen Fällen kann eine Katheterintervention zur Entfernung des Gerinnsels und somit zur Wiedereröffnung der Beckenvenen zielführend sein. Die Auflösung des Venen-Gerinnsels ist wichtig, weil dessen Persistenz zu einer chronischen Abflussstörung im Venensystem führen kann. Das kann im Verlauf der Jahre gefürchtete Komplikation eines post-thrombotischen Syndroms (z.B. offenes Bein) verursachen.

Kommt es als Folge einer Verschleppung eines Gerinnsels zu einer Lungenembolie, so kann diese, bei entsprechender Notwendigkeit, mit einem Katheter direkt vor Ort in den Lungengefässen mittels starker Gerinnsel-auflösender Medikamente behandelt werden.

Das Lymphoedem ist Ausdruck einer gestörten Zirkulation der Gewebeflüssigkeit. Diese ist wichtig für die Bekämpfung von Krankheitserregern (z.B. Bakterien). Ein Lymphoedem kann verschiedene Ursachen haben und ist meist sekundär (=erworben) als Folge eines anderen Problems. So kann ein Lymphoedem zum Beispiel durch eine erfolgte Bestrahlungstherapie oder eine Operation im Becken oder der Leistengegend verursacht werden. Es beginnt meist distal an den Zehen und nimmt während des Verlauf in Richtung Sprunggelenk/Unterschenkel zu. Zusammen mit Kolleginnen und Kollegen der Physiotherapie kann ein Lymphoedem durch verschiedene Entstauungsmassnahmen (z.B. Kompressionsbehandlung, Lymphdrainage) vermindert werden. Das Ziel einer Lymphoedem-Therapie ist, der Schwellung und den gefürchteten Komplikationen – den Infektionen am Bein – entgegenzuwirken.

Beim Lipoedem handelt es sich um eine Erkrankung des Fettgewebes. Es führt meist an den Beinen (selten an den Armen) zu einer symmetrischen Schwellung. Dabei sind die Füsse in der Regel nicht mitbetroffen. Das Lipoedem befällt deutlich häufiger Frauen und führt zu schmerzhaften Beinschwellungen. Oft bekunden Patientinnen zudem das ein Auftreten von «blauen Flecken» – ohne sich wirklich/merklich angeschlagen zu haben. 
Die verschiedenen Gefäss-Erkrankungen gilt es voneinander abzugrenzen, obgleich eine Beinschwellung oftmals Ausdruck kombinierter Erkrankungen ist. 

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