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Es kann wieder losgehen – aber jetzt auf Surmiran

Es kann wieder losgehen – aber jetzt auf Surmiran

Die neuen idiomatischen Lehrmittel für die 1. Primarklassen der romanischen Schulen in Surmeir sind rechtzeitig zum Beginn des Schuljahrs bereit. Der Abschied von Rumantsch Grischun im Unterricht ist damit eingeläutet.

Jano Felice
Pajarola
vor 2 Monaten in
Aus dem Leben
Die neuen Surmiran-Lehrmittel für 1. Klasse.
Livia Mauerhofer

Das Stimmvolk der romanischen Gemeinden in Surmeir hat letztes Jahr entschieden, jetzt wird es Schritt für Schritt Realität: Die Volksschulen in Albula/Alvra, Lantsch/Lenz und Surses wenden sich von Rumantsch Grischun ab und kehren zurück zum Idiom. Der Prozess verläuft klassenweise, den Anfang machen mit Beginn des neuen Schuljahrs am 16. August die Erstklässlerinnen und Erstklässler, sie werden als Premiere wieder in Surmiran alphabetisiert und benötigen in den folgenden Jahren bei jedem Klassenaufstieg das passende neue Unterrichtsmaterial.

Ob die idiomatischen Schulbücher für sie angesichts der relativ kurzen Zeitspanne zwischen den Abstimmungen und dem Schuljahrstart 2021/22 rechtzeitig bereit sein würden, war lange unklar. Doch es hat geklappt, wie Josy Marie Künzler, Bereichsleiterin Lehrmittel beim Amt für Volksschule und Sport, bestätigt. «Das Surmiran verfügt jetzt über die gleichen Lehrmittel für die 1. Klasse wie die übrigen Idiome auch. Der Schulstart sollte funktionieren.»

Personelle Ressourcen vorhanden

Sorgen gemacht hatte man sich in Surmeir vor allem bezüglich der personellen Ressourcen für das Erarbeiten der idiomatischen Unterrichtsmaterialien. «Es haben sich aber genügend Leute zur Verfügung gestellt», sagt Künzler. Im Fall der 1. Klasse handle es sich auch noch nicht um allzu viel Text, «es war ein sanfter Einstieg». Für den linguistischen «roten Faden» sorgt beispielsweise Reto Capeder. Der 78-jährige ehemalige regionale Mitarbeiter der Lia Rumantscha im Surses ist ein profunder Kenner des Surmiran, er lektoriert die Schulbücher und hilft auch bei der Schulgrammatik mit, die noch geplant ist.

Bereits für den diesjährigen Start nötig waren unter anderem die Lesefibel, erarbeitet an der Pädagogischen Hochschule Graubünden (PHGR) unter der Ägide von Esther Krättli, und ein Mathematiklehrmittel. Ebenfalls parat ist ein Schulbuch für den Bereich Natur und Technik, das sogar schon die 2. Klasse abdeckt. Die PHGR hat auch den Auftrag, die Sprachlehrmittel für die 2. bis 9. Klasse zu realisieren. Laut Künzler muss dieses aber wie auch die Grammatik nicht von Grund auf entwickelt werden, man orientiert sich stattdessen an den vorhandenen Materialien in den anderen Idiomen. «Man wird bei der Erarbeitung mit einem recht kleinen Pool von Mitarbeitenden aus dem Sprachgebiet auskommen», betont Künzler.  

Für die weiteren Jahre zuversichtlich

Dass man bei der Lehrmittelproduktion von einigen wenigen Schlüsselpersonen abhängig sei, sei im romanischen Sprachgebiet notabene schon immer so gewesen. «Auf jeden Fall haben sich alle, die jetzt für die 1. Klasse dabei waren, auch bereit erklärt, an den Schulbüchern für die 2. Klasse mitzuwirken.» Natürlich, so Künzler, könne es immer mal personelle Ausfälle geben. «Aber bis jetzt sind wir bei der Lehrmittelerarbeitung in den Idiomen gut zurechtgekommen. Und wir sind zuversichtlich, dass das auch so bleibt.»

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