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Rücktritte nach Streit im Kirchenrat Näfels

Rücktritte nach Streit im Kirchenrat Näfels

Martin Böni jun. und Beatrice Weitnauer treten per sofort aus dem Kirchenrat der Katholischen Kirchgemeinde Näfels zurück. Sie kritisieren in einer Mitteilung die restlichen Ratsmitglieder.

Sebastian
Dürst
vor 3 Monaten in
Aus dem Leben

Beatrice Weitnauer und Martin Böni schreiben, dass an der letzten Kirchgemeindeversammlung der Katholischen Kirche Näfels deutlich geworden sei, dass die Mitglieder eine Veränderung wünschen. Die beiden hätten darauf ihren Ratskollegen vorgeschlagen, dass der Kirchenrat in der jetzigen Form bis zur Kirchgemeindeversammlung 2022 weiterarbeiten soll. Gleichzeitig sollte aber publiziert werden, dass der gesamte Rat nach dieser Zeit Platz machen würde, damit die Versammlung dann ein «neues, unverbrauchtes Gremium aufstellen kann», heisst es in einer Mitteilung.

«Leider ist die grössere Mehrheit des Rates noch nicht bereit für diesen Schritt», schreiben Weitnauer und Böni. Weshalb die beiden per sofort ihren Rücktritt aus dem Kirchenrat verkünden. Die Kirchenratspräsidentin Daniela Gallati will dazu inhaltlich keine Stellung nehmen, wie sie auf Anfrage der «Glarner Nachrichten» sagt: «Zu Ratsinterna kann ich nichts sagen, weil wir einer Schweigepflicht unterstehen.»

Sie bestätigt aber, dass es einen Handlungsbedarf gebe, weil an der Kirchgemeindeversammlung ein Ordnungsantrag auf die Verkleinerung des Kirchenrates von sieben auf fünf Personen gestellt worden sei. «Die Analyse dazu ist in Arbeit aber noch nicht abgeschlossen», sagt sie. Der Antrag werde an einer ausserordentlichen Kirchgemeindeversammlung traktandiert, schreibt der Kirchenrat in einer eigenen Mitteilung. Vermutlich werde dabei auch das Traktandum Wahlen vorverlegt. Während längerer Zeit hätten sich immer grössere Differenzen zwischen den Meinungen des Kirchenrates und den zwei Ratsmitgliedern ergeben. Dies sei in mehreren Sachgeschäften an der Kirchgemeindeversammlung vom 28. Mai deutlich geworden. Weil die Versammlung klar zugunsten des Kirchenrates entschieden habe, sei die Haltung mit dem Rücktritt als konsequent zu bezeichnen, so der Rat.

Aktuarin und Ressort Pfarreirat

Böni war bis zu seinem Rücktritt der Vorsteher des Ressorts Pfarreirat, Weitnauer war Aktuarin. In ihrer Mitteilung zum Rücktritt schreiben sie, dass sie sich für eine detailliertere Rechnungsführung und eine faire Personalführung eingesetzt hätten.

Und das ist als Vorwurf an die verbleibenden Mitglieder zu lesen. Sie schreiben weiter: «Die Aufgabe der Kirchgemeinde ist es nicht, Steuergelder einzutreiben, damit diese in Fonds versickern, sondern damit den Betrieb und den Unterhalt der Kirchgemeinde zugunsten aller Nutzniesser für alle nachvollziehbar sicherzustellen. Der Rat in der gegenwärtigen Zusammensetzung ist dazu nicht bereit.» Das könne sie nicht kommentieren, sagt Gallati: «Die Schweigepflicht gilt auch hier.»

Dasselbe gelte auch für die Aussage von Böni und Weitnauer, die weiter schreiben: «Ein kompletter Neuanfang wäre angebracht. Sind doch alle amtierenden Räte, mit Ausnahme von Martin Böni, seit zehn oder mehr Jahren im Amt.» Und weiter: «Dass sich nach so vielen Jahren eine Amtsmüdigkeit und Betriebsblindheit einstellt, ist mehr als nachvollziehbar.»

In der Medienmitteilung des Kirchenrates wird der Rücktritt von Böni und Weitnauer «zur Kenntnis genommen». Er sei ohne vorherige Anzeichen erfolgt. Die geleistete Arbeit der beiden Zurücktretenden werde zu einem späteren Zeitpunkt gewürdigt und verdankt.

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